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Spezial: Der Cottbuser Ostsee – eine große Chance?

In diesem Spezial beschäftigen wir uns aus aktuellen Gründen mit dem Cottbuser Ostsee, für den gerade das Genehmigungsverfahren als „Wasserrechtliches Planfeststellungsverfahren“ begonnen hat.

Die Planungsunterlagen sind ab 12. Januar für vier Wochen öffentlich ausgelegt und im Internet abrufbar, so dass alle interessierten Lausitzer die Unterlagen einsehen und Hinweise geben können – dafür haben sie noch zwei Wochen nach dem Ende der Auslegungsfrist Zeit. Mehr Informationen dazu unter http://www.lbgr.brandenburg.de/sixcms/detail.php/682239.

Das erfahren Sie hier

  • Was steckt hinter dem Cottbuser Ostsee?
  • Welche Chancen bietet der Cottbuser Ostsee?
  • Wozu ist das öffentliche Beteiligungsverfahren gut?
  • Was steckt hinter den Einwänden der Umweltverbände?

 

In den kommenden zehn Jahren wird nordöstlich von Cottbus der größte künstliche See Deutschlands entstehen. Cottbus könnte dann zur Hafenstadt werden und seinen Besuchern neben der Stadtpromenade auch eine Strandpromenade bieten. Natürlich ist eine so tiefgreifende Umgestaltung der Landschaft nicht nur mit vielen Chancen, sondern auch mit vielen Fragen verbunden. Hier gibt es aktuell und verständlich alle wichtigen Infos zum künftigen See:

Gliederung

1. Der Cottbuser Ostsee

2. Der Entstehungsprozess

3. Wichtige Themen rund um den See

Fazit

 

1. Der Cottbuser Ostsee

Der Name „Cottbuser Ostsee“ wurde durch die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Cottbus am 29. Mai 2013 festgelegt. Er war ist das Ergebnis eines öffentlichen Wettbewerbs, an dem sich jeder mit Vorschlägen beteiligen konnte.
Übrigens heißt der See auf sorbisch „Chóśebuski pódzajtšny jazor“.

Wie für jeden Tagebau wurden auch für Cottbus-Nord im so genannten Braunkohlenplanverfahren landesplanerische Grundsätze und Ziele für die Gewinnung des Rohstoffs vereinbart. Dabei geht der Blick bereits über die Zeit der Braunkohlengewinnung hinaus und es werden frühzeitig Festlegungen darüber getroffen, wie die Landschaft nach dem Bergbau aussehen soll. Demnach wird sich im Zentrum dieser Bergbaufolgelandschaft der Cottbuser Ostsee mit 19 Quadratkilometern Größe befinden. Ein bemerkenswerter Wandel, wenn man bedenkt, dass die Förderstätte für die Dauer des Tagebaubetriebs wasserfrei gehalten werden musste.

Für den Bergbau muss der natürliche Grundwasserstand, der im Bereich der Lausitzer Tagebaue häufig nur zwei bis drei Meter unter der Oberfläche liegt, künstlich gesenkt werden. Nur so kann die Kohle, die in Cottbus-Nord in einer bis zu elf Meter dicken Schicht im Erdboden lag, sicher abgebaut werden. Schon während des Tagebaubetriebs werden dann viele Flächen wieder so verfüllt, dass sie auch unter Berücksichtigung des nachbergbaulichen Grundwasserstandes später als Wälder, Äcker oder Naturschutzgebiet genutzt werden können. So auch im Tagebau Cottbus-Nord.

Das verbleibende „Restloch“ wird nun zum Cottbuser Ostsee, der mit einer Fläche von ca. 19 Quadratkilometern der größte See Brandenburgs und sogar der größte künstliche See in ganz Deutschland sein wird. Am Seeufer verteilt werden unterschiedliche Uferbereiche Badegäste einladen. Der See wird außerdem ausreichend tief sein, um ihn mit Booten und Fahrgastsschiffen zu befahren. Schon heute gibt es weit reichende Planungen der umliegenden Gemeinden für die Erschließung mit Sandstränden, einem Openair-Theater, mit Häfen und Strandpromenaden.

Der Zeitplan aus heutiger Sicht

Planfestellungsverfahren:

  • 2014: Übergabe der Antragsunterlagen an die zuständige Behörde, das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR)
  • 2015: Beteiligungsverfahren mit öffentliche Auslegung und Erörterung

Realisierungschritte (geplant):

  • 2012-18: Herstellung des Gewässerbettes des Cottbuser Ostsees nach Bergrecht
  • 2015: Ende der Kohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord
  • 2016-18: Bau des Zuleiter und Einlaufbauwerks für die Flutung mit Spreewasser
  • ab 2019: Flutungsbeginn (Flutungsdauer: ca. 5-6 Jahre, abhängig von Flutungsbeginn, natürlicher u. genehmigter Flutungswassermenge)
  • 2020-24: Errichtung der weiteren wasserwirtschaftlichen Anlagen (u.a. Auslaufbauwerk, Fischtreppe am Willmersdorfer Seegraben)
  • ab 2025: Beginn Regelbetrieb nach Inbetriebsetzung aller wasserwirtschaftlichen Anlagen

 

2. Der Entstehungsprozess

Beim Entstehungsprozess des Cottbuser Ostsees ist neben Vattenfall auch die LMBV (Lausitzer- und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft) aktiv. Die LMBV ist für die Sanierung und Wiedernutzbarmachung von Tagebaulandschaften zuständig, die vor 1990 ausgekohlt wurden, beispielsweise die Seen des Lausitzer Seenlands. Vattenfall sorgt hingegen für die Flächen in der Lausitz, auf denen nach 1990 weiter Bergbau betrieben wurde. Nun arbeiten beide am größten künstlichen Seeprojekt Deutschlands und nutzen den gemeinsamen Erfahrungsschatz. Die Herstellung der Bergbaufolgelandschaft wird in einem sehr komplexen Prozess mit vielen Beteiligten detailliert geplant und immer erst nach behördlicher Prüfung genehmigt.

Im Jahr 2015 endet der Tagebau Cottbus-Nord planmäßig. Dann werden die Anlagen, die zum Abbau der Braunkohle notwendig waren, zurückgebaut oder verkauft. Anschließend erfolgen Erdbauarbeiten, die zur Vorbereitung und Sicherung des Seebeckens und des Ufers notwendig sind. Man spricht dabei auch von der Herstellung der Flutungsbereitschaft.

An drei Seiten ist das Seebecken von gewachsenen Böschungen umgeben, deren Bodenstruktur fest verzahnt ist und nicht durch den Bergbau beeinflusst wurde. Diese Böschungen werden so vorbereitet, dass der spätere See keinen Sand abtragen kann. Am östlichen Ufer wird der vom Tagebau aufgeschüttete Boden mit entsprechender Technik verdichtet und so verfestigt. Die gleiche Technologie kommt bei den beiden Inseln im Osten des Sees zum Einsatz.

Der Großteil des Seebodens besteht aus Erdreich, das nach dem Abbau der Braunkohle wieder aufgeschüttet wurde, die so genannten Innenkippe. Hier werden alle Bereiche so hergerichtet, dass auch bei Niedrigwasser mindestens zwei Meter Wassertiefe gesichert sind.

Der Flutung des Sees und seine Anbindung an das Gewässernetz geht ebenfalls ein gründliches Planungs- und Genehmigungsverfahren voraus. Dazu gehört auch das öffentliche Beteiligungsverfahren, das in diesem Januar gestartet wurde. Hier können auch Umweltverbände ihre Stellungnahmen abgeben. Die gesamten Planungsunterlagen werden öffentlich ausgelegt. Alle Stellungnahmen werden ausgewertet und durch die Genehmigungsbehörde, das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe (LBGR) in den Planungs- und Abwägungsprozess mit einbezogen.

Mit der Flutung soll im Jahr 2019 begonnen werden. Die geplante Flutung mit Spreewasser neben dem aufsteigenden und zufließenden Grundwasser beschleunigt den Entstehungsprozess des Sees enorm, ca. 80% des Flutungswassers sollen der Spree entnommen werden. Die Flutung wird nach aktuellem Planungsstand fünf bis sechs Jahre benötigen, sodass im Jahr 2024 das erste Bad im Ostsee möglich sein sollte. Der komplett geflutete Ostsee wird einmal 150 Millionen Kubikmeter Wasser enthalten.

Nach der Flutung benötigt der See keine zusätzliche Wassereinleitung aus der Spree mehr, wird aber über einen Seegraben eine dauerhafte Verbindung zum Fluss erhalten, um die ökologische Durchgängigkeit für Wasserlebewesen zu gewährleisten. Im Nordwesten wird ein Auslaufbauwerk, ebenfalls mit Fischtreppe, für den steuerbaren Wasserabfluss sorgen.

Für den kompletten Prozess der Flutung und der landschaftlichen Umgestaltung des Tagebaus zum See zeichnet Vattenfall verantwortlich. Für Folgenutzungen des Sees, z.B. die Strände oder den Bau von Häfen, sind wiederum die Kommunen und entsprechende Behörden zuständig.

3. Wichtige Themen rund um den See

Rund um den Cottbuser Ostsee werden viele Themen besprochen und diskutiert: enorme Chancen für die Entwicklung der Region im touristischen Bereich und die Erhöhung der Lebensqualität für die Bewohner auf der einen Seite, Fragen und Sorgen der unmittelbaren Nachbarn des künftigen Sees auf der anderen Seite. Einige davon nachfolgend im Überblick:

Tourismus

tl_files/content/Einfach_erklaert/Spezial_Der_Cottbuser_Ostsee/Cottbuser_Ostsee_Merzdorfer_Strand2.jpgDer Cottbuser Ostsee soll ein Paradies für den Wassertourismus werden. Mit großen Sandstränden, allen Möglichkeiten des Wassersports und Tauchsports bietet er den umliegenden Kommunen Möglichkeiten, ein Tourismusgebiet mit Strahlkraft bis nach Berlin und zu unseren Nachbarn in Osteuropa zu entwickeln. Wie dieses Potenzial genutzt wird, liegt bei den Kommunen, während Vattenfall für die Herrichtung des Sees nach den Festlegungen des Braunkohlenplans zuständig ist. Die Gemeinde Teichland hat hier bereits viel geleistet, wie der Erlebnispark Teichland zeigt, der über eine „Seeachse“ schon jetzt mit dem künftigen Ufer des Ostsees verbunden ist. In Cottbus hat der neue Oberbürgermeister Holger Kelch die Bedeutung des Projekts für die Stadtentwicklung untermauert und intensiviert die Vorbereitungen. Im Bereich Merzdorf, wo die Stadt in wenigen Jahren einen großen Strand samt Marina und Openair-Theater haben könnte, gibt schon heute ein kleiner Strand samt Holzboot einen Ausblick auf den künftigen See, etwas Fantasie vorausgesetzt.
Die wirtschaftliche Dimension vom Beherbergungswesen über Anbieter im Bereich Wassersport bis zu Synergieeffekten für Handel und Dienstleistungen in der Region ist heute kaum zu bewerten. Wenn Cottbus und die weiteren Gemeinden am Ostsee an einem Strang ziehen und das Tourismusgebiet Cottbuser Ostsee gemeinsam entwickeln und vermarkten, kann ein bedeutender und vollkommen neuer Wirtschaftsfaktor für die Region entstehen.

Lebensqualität

Für die Menschen in der Region kann der Ostsee die Lebensqualität steigern, ihnen Ruhe, Erholung, aber auch aktive Erlebnisse für Kinder und Familien bieten. Während sich Senftenberg mit seinem direkt angeschlossenen See schon als „Seestadt“ versteht, steht dieser Weg den Kommunen am künftigen Ostsee noch bevor. Ob Badeausflüge im Sommer, Bootstouren, vielfältige Veranstaltungen oder Spaziergänge an der künftigen Strandpromenade – der Nutzen für die Menschen in der Region ist vielfältig. Insbesondere Cottbus wird als Oberzentrum durch den See aufgewertet und für Bewohner attraktiver. Insofern hat der neue Oberbürgermeister Holger Kelch das Potenzial erkannt, das sich mit dem See auch für die Entwicklung der Bevölkerungszahlen verbindet. Wenn auch Industrie und Wohlstand weiterhin in der Region bleiben, wird Cottbus als Seestadt für Zuzügler deutlich attraktiver.

Naturschutz

Neben der touristischen Nutzung soll der Osten des Sees dem Naturschutz vorbehalten bleiben. Bereits bei den Planungen wurden mit der Schaffung von zwei Inseln, sanft ansteigenden Uferböschungen und Flachwasserbereichen vielfältige Lebensräume vorgesehen, in denen sich die Natur ungestört entwickeln kann. Der See wird nicht nur Fischen und anderen Wasserlebewesen ein neues Zuhause geben, auch Vögel und in Wassernähe beheimatete Tiere werden die Landschaft neu erobern. Da auch Umweltverbände und -behörden sowie Naturschützer in die Planungen mit einbezogen sind, ist eine nachhaltige Entwicklung dieser Naturschutzgebiete fester Bestandteil der Planung des Ostsees.

Fischerei

Nur einen „Steinwurf“ vom künftigen Ostsee entfernt spielt die Fischerei schon heute eine wichtige Rolle. Die Teichlandschaft um Peitz ist traditionell mit der Fischzucht und dem Fischfang verbunden, hier hat der Landesfischereiverband Berlin-Brandenburg seinen Sitz und hier steht auch Brandenburgs größtes Fischereimuseum. Das Peitzer Fischerfest zählt zu den größten Volksfesten Brandenburgs. Die Peitzer Fischer bewirtschaften schon heute 4.000 Hektar Teichfläche und produzieren jährlich 1.500 Tonnen Süßwasserfisch. Ein Teil der Zucht findet sogar im Kühlwasser des Braunkohlekraftwerks Jänschwalde statt.
Somit ist die Kompetenz und Wirtschaftskraft für eine Nutzung des Ostsees auch im Bereich der Fischerei unmittelbar vorhanden und kann zur Wertschöpfung des Sees beitragen. Diesen zusätzlichen Vorteil gibt es bei ähnlichen Projekten andernorts in der Regel nicht, wo solche Strukturen erst neu geschaffen werden müssten.

Viele dieser Chancen liegen zwar noch in der Ferne. Wie gut sie genutzt werden können, entscheiden die Vorbereitungen, die jetzt und in naher Zukunft getroffen werden. Auf der anderen Seite wirft ein Projekt, dass mit einem so großen landschaftlichen Wandel verbunden ist, auch Fragen und Sorgen v.a. bei den unmittelbar betroffenen Bürgern auf. Umso wichtiger ist es, auch diese Aspekte zu berücksichtigen und realistisch zu betrachten, damit sie die Chancen des Cottbuser Ostsees letztendlich nicht überschatten oder gar ungenutzt lassen. Einige Diskussionspunkte haben wir hier aufgegriffen. Vorab sei gesagt, dass in der öffentlichen Berichterstattung meist kaum offenbart wird, dass auch der Planungsprozess der Rekultivierung der Tagebaue über Jahrzehnte hinweg unter Einbezug von Umweltbehörden und der gesamten Region gründlich und kompetent vorbereitet wird.

Wassernot im Spreewald

Der Wasserzufluss des Spreewalds wird durch den Flutungsprozess keineswegs gefährdet. Wasser zur Flutung des Ostsees darf der Spree nur entnommen werden, wenn diese ausreichend Wasser führt. Das ist vor allem in Wintermonaten und bei Hochwasserlagen der Fall. Dann können bis zu 400.000 Kubikmeter pro Tag von der Spree in den künftigen See fließen, ohne dass der Spreewald oder die benachbarten Peitzer Teiche negativ beeinträchtigt werden. Die Zufuhr, die über den Hammergraben erfolgt, kann durch entsprechende Anlagen genau geregelt werden. Der Zeitplan für den Flutungsprozess geht von den langjährigen Erfahrungen aus, die mit der Wasserführung der Spree bestehen.

Rutschungen

Der See ist an drei Seiten – Süden, Westen und Norden – von Millionen Jahre alten, gewachsenen und nicht vom Bergbau beeinflussten Bodenstrukturen umgeben. Diese Böschungen werden lediglich abgeflacht, damit das Seewasser den Sand nicht wegspülen kann. Das östliche Ufer wird gemeinsam und mit Rückgriff auf die Erfahrungen der LMBV mithilfe der Rütteldruckverdichtung befestigt und gesichert, eine Technologie, die sich bereits im Lausitzer Seenland bewährt hat. Im Anschluss daran werden diese Böschungen ebenfalls abgeflacht. Berichte von Rutschungen oder instabilen Böden verbinden sich mit Gebieten, die nicht mit diesen modernen Technologien und Erkenntnissen befestigt wurden.

Hochwasser

In Hochwassersituationen geht vom Ostsee keine Gefahr aus. Sein Wasserstand kann durch steuerbare Bauwerke reguliert werden. Er könnte ganz im Gegenteil zur Entlastung der Spree beitragen, indem er bei Hochwasser bis zu seinem zulässigen maximalen Wasserstand Spreewasser aufnimmt und vorübergehend speichert. Diese Speichernutzung ist allerdings nicht Bestandteil des derzeitigen Genehmigungsverfahrens für die Flutung, sondern gehört zur späteren Nutzung des Sees.

Grundwasser

Wenn nach dem Ende des Tagebaubetriebs auch die Entwässerungsanlagen Schritt für Schritt außer Betrieb genommen werden, wird das Grundwasser naturgegeben wieder zurückkehren. Seine Fließrichtung im Umfeld des Sees entspricht einem natürlichen Gefälle, das von Süden Richtung Nordwesten verläuft. Im Gegensatz dazu hat ein See einen einheitlichen Wasserstand über seine gesamte Fläche. Im Cottbuser Ostsee soll dieser einheitliche Seewasserspiegel etwa dem vorbergbaulichen Grundwasserstand am nordwestlichen Uferbereich entsprechen. Folglich wird der Grundwasserstand in den südlich angrenzenden Cottbuser Ortsteilen Schlichow, Dissenchen und Merzdorf etwas geringere als vor dem Bergbau sein. Der nordwestliche Bereich (Willmersdorf, Maust) wurde durch eine unterirdische Dichtwand vor der Grundwasserabsenkung durch den Tagebau geschützt, weshalb das Grundwasser gegenüber dem gewohnten, teilweise sehr hohen Niveau nicht ansteigen wird. Die Dichtwand wird dauerhaft im Erdreich verbleiben. In Zeiten des Tagebaus hat sie das Teichland Peitz und die Spreeaue erfolgreich vor einer Entwässerung geschützt.

Saures Wasser

Komplexe Berechnungen attestieren dem Ostsee schon heute eine sehr gute Wasserqualität. Durch die Flutung mit Spreewasser wird bergbaulich beeinflusstes Grundwasser am Austritt aus dem Innenbereich gehindert. Dem See strömt Grundwasser mit guter Qualität aus den gewachsenen Böden im Süden und Südwesten zu. Sollten alle Prognosen nicht zutreffen, gibt es zur Herstellung einer guten Wasserqualität dennoch Technologien, die sich bereits andernorts in der Lausitz bewährt haben.

Braunes Wasser

Entgegen vielen Schreckensszenarien sind heute unterhalb der Talsperre Spremberg keine erhöhten Eisenockerkonzentrationen zu verzeichnen. Auch wenn uns das Problem der braunen Spree oberhalb der Talsperre noch einige Jahre beschäftigen wird, ist davon auszugehen, dass die vereinbarten und bereits begonnenen Maßnahmen der LMBV zum Eisenrückhalt zusätzlich wirken werden.

Fazit

Mit dem Cottbuser Ostsee entstehen der Region große Chancen in vielen Bereichen. Das Bergbauunternehmen Vattenfall ist laut Braunkohlenplan zur „Herstellung“ einer Bergbaufolgelandschaft mit einem großen See im Zentrum verpflichtet – und hat auch strenge Regelungen in der Nachsorge zu erfüllen. So gesehen, erhält die Region als Gegenleistung für die Beeinträchtigung durch den Tagebau ein Geschenk. Die Erschließung und Nutzung des Sees liegt in den Händen der Kommunen.

Mit dem See geht erneut ein bedeutender landschaftlicher Wandel einher, der viele Menschen im Umfeld betrifft. Es ist wichtig, sie im Wandel der Region zum Seengebiet mitzunehmen und das enorme Potenzial des Sees mit seinen Effekten für Tourismus, Naherholung, Naturschutz und Wirtschaft gemeinsam zu nutzen. Parallel werden die Diskussion zu allen Sicherheitsfragen rund um den See in einem hochkomplexen Planungsprozess mit vielen Experten ebenfalls stattfinden und beantwortet werden. Wer sich konstruktiv an diesem Prozess beteiligen will, der kann das über Möglichkeiten wie das Beteiligungsverfahren auf demokratische Weise tun.

Wer sich über die detaillierten Planungen des Seenprojekts informieren möchte, der findet auf den Seiten der Stadt Cottbus eine öffentlich zugängliche Beschreibung von 25 Seiten Umfang. Hier der entsprechende Link:
https://www.cottbus.de/.files/storage/aa/aa/pw/Anlage_IV-061-13.pdf
Weitere Informationen zum Planungsprozess gibt es auf der Internetseite www.cottbuser-ostsee.de

 

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