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Auch Mitteldeutschland bündelt Kräfte für strukturellen Wandel im Revier

Der politische Druck auf die Braunkohle führt in allen Revieren zu Aktivitäten. Die Lausitz sucht nach Kräften nach einer passenden Organisationsstruktur für die Beförderung der weiteren regionalwirtschaftlichen Entwicklung. Die Innovationsregion Lausitz ist seit anderthalb Jahren aktiv. Die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH steht vor ihrer Gründung. Jetzt bündelt auch  das Mitteldeutschen Braunkohlerevier seine Kräfte.

Der Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier gewinnt an Fahrt. Mit der Erarbeitung eines Regionalen Investitionskonzepts sind nun weitere Gebietskörperschaften in die Förderkulisse eingebunden, so dass sich neben Akteuren aus Sachsen-Anhalt und Sachsen mit dem Landkreis Altenburger Land auch Thüringen an dem groß angelegten Projekt beteiligt.

Ursprünglich war das Bundesförderprogramm nur für aktive Bergbauregionen ausgelegt. „Nach hartnäckigen Gesprächen bei Bund und Land ist es uns nun gelungen, auch davon profitieren zu können. Darüber freue ich mich sehr“, so Michaele Sojka, Landrätin des Altenburger Landes. Schließlich steht die Wiege des Bergbaus in der Region südlich von Leipzig. 1670 entdeckte ein Altenburger Arzt erstmals pechartig versteinertes Holz bei Meuselwitz.

„Der Bergbau hat unsere Historie maßgeblich geprägt und prägt mit all den heute damit verbundenen Schwierigkeiten ebenfalls unsere Zukunft mit, auch wenn wir keine aktive Bergbauregion mehr sind. Deshalb danke ich dem Thüringer Wirtschaftsministerium und Bundeswirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig, dass unser Landkreis als Geburtsort des Mitteldeutschen Braunkohlereviers nun mit dabei ist“, erklärt Sojka. Ihr Amtskollege aus dem Burgenlandkreis, Götz Ulrich, ergänzt: „Durch die Beteiligung der Landkreise Altenburger Land und Anhalt-Bitterfeld sind nun sämtliche historisch vom Braunkohleabbau betroffene Gebiete Mitteldeutschlands an dem Projekt beteiligt. Damit bilden wir die mitteldeutsche Kernregion in ihrer Gänze ab. Gemeinsam werden wir jetzt alles dafür tun, um den Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier erfolgreich umzusetzen.“

Unter dem Titel „Innovationsregion Mitteldeutschland“ wollen insgesamt neun Landkreise und Städte der drei mitteldeutschen Länder Potenziale für die zukünftige Wertschöpfung in der Region erarbeiten. Impulse sollen sowohl von neuen energiewirtschaftlichen Konzepten als auch von der stofflichen Nutzung der Braunkohle ausgehen. Mobilität, digitale Erreichbarkeit und Tourismus sind weitere Schwerpunkte des Vorhabens.

Eine länderübergreifend erarbeitete Projektskizze, die konkrete Ziele und Handlungsfelder umfasst, wurde am 19. September im Unterausschuss der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) vorgestellt und bestätigt. Damit haben die Akteure eine wichtige Hürde zur Verwirklichung des Vorhabens genommen.

Partner des Projekts sind die sächsischen Landkreise Leipzig, Nordsachsen, die Stadt Leipzig sowie der sachsen-anhaltinische Burgenlandkreis, Saalekreis, Landkreis Mansfeld-Südharz, Landkreis Anhalt-Bitterfeld und die Stadt Halle (Saale) sowie die Metropolregion Mitteldeutschland Management GmbH und das Leipziger Institut für Energie GmbH.

Aufgrund der besonderen Herausforderungen in der Region ist das Vorhaben als ein Modellprojekt angelegt, das die Zustimmung des Bundes und der Länder bedurfte. Es ist bis Ende 2020 angelegt und umfasst ein Projektvolumen von ca. 8 Mio. Euro. 90 Prozent dieser Projektkosten tragen jeweils zur Hälfte der Bund und die betroffenen Länder. Bei einem Fördersatz von 90 Prozent stehen für diesen Zeitraum ca. 7,2 Mio. Euro für nicht-investive Maßnahmen zur Verfügung. Bund und Länder unterstützen damit die wertvolle Arbeit der Gebietskörperschaften bei der Strukturentwicklung der gesamten Region.

Quelle: focus.de vom 30. September 2017

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