tl_files/Aktuelles/LMBV_Kalken.jpg

Bergbausanierung bringt die Karibik in die Lausitz

An einem Badesee in der Lausitz reibt sich zurzeit wohl so mancher die Augen: türkisblaues Wasser – ein bisschen Karibik-Flair mitten in Deutschland. Grund für die besondere Farbe des Partwitzer Sees sind Arbeiten des Bergbausanierers Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV). Die Wasserqualität wird durch die Zugabe von Kalkprodukten verbessert.

Der künstliche See, der auf der Landesgrenze zwischen Sachsen und Brandenburg liegt, entstand in einer ehemaligen Braunkohlegrube, dem Tagebau Skado. Dieser war bereits zu DDR-Zeiten stillgelegt worden. Die Flutung läuft seit Jahren. Heute hat der Partwitzer See eine Fläche von 1100 Hektar. Wie auch bei anderen künstlichen Bergbaufolgeseen in Ostdeutschland üblich, kümmert sich der bundeseigene Bergbausanierer LMBV um die Qualität des Gewässers.

Seit einiger Zeit fährt ein Gewässerbehandlungsschiff auf einem Teil des Partwitzer Sees und bringt nach LMBV-Angaben Branntkalk, Kalkhydrat und Kalksteinmehl hinein. Dadurch soll der ph-Wert verbessert werden. Diese Arbeiten werden noch das Jahr über dauern. In den Sommermonaten können Badegäste, Paddler und Segler den Südbereich des Gewässers trotzdem nutzen. Im Herbst kommt das Schiff dann auch dorthin.

Je nach Lichteinfall und Aussichtspunkt ist das türkisblaue Wasser besonders gut zu sehen. An manchen Tagen ist die beeindruckende Farbe besser als an anderen zu erkennen. Laut LMBV vermuten Fachleute, dass der Farbeffekt an bestimmten chemischen Verbindungen liegt, die durch die Zugabe von Kalk entstehen. Wissenschaftlich untersucht sei das aber bislang nicht. Diese Phase der Gewässerkonditionierung machen den Angaben zufolge die allermeisten der Bergbaufolgeseen einmal durch. Je nach See dauere sie wenige Wochen bis mehrere Monate. Wenn sich dann später kleine Algen bilden, schlage die Farbe in das gewohnte dunklere Grünblau um, heißt es bei der LMBV. Der Partwitzer See ist derzeit der einzige mit türkisblauem Karibik-Flair.

In der Lausitz entsteht ein ganzes Seenland in ehemaligen Tagebaugebieten – insgesamt sollen es einmal mehr als 20 Gewässer mit insgesamt rund 14 000 Hektar Wasserfläche werden. Einen See zu fluten dauert Jahre. Teilweise werden die Gewässer durch Kanäle für Segelboote und Fahrgastschiffe miteinander verbunden. Dadurch erhofft man sich in der Region, die historisch eng mit der Braunkohlenförderung verbunden ist, deren Bedeutung aber zurückgeht, auch touristische Effekte. Die gibt es zurzeit am Partwitzer See wegen der tollen Türkis-Färbung, wie die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Lausitzer Seenland, Kathrin Winkler, sagt. Man bemerke, dass viele Radtouristen eine Runde um den See drehen. Teilweise hätten sie dafür ihre eigentlich geplanten Urlaubsrouten geändert.

Quelle: Lausitzer Rundschau, Potsdamer Neueste Nachrichten vom 25. Juli 2017
Foto: LMBV

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de