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Neue „Wirtschaftsregion Lausitz GmbH“ startet im Juli mit Bundesmitteln

Zur Bewältigung der Herausforderung des energiepolitisch erzwungenen Strukturwandels greift die Bundesregierung der Lausitz finanziell unter die Arme – mit 7,3 Millionen Euro in den nächsten vier Jahren. Wie das Geld eingesetzt wird, soll die neue, noch zu gründende Wirtschaftsregion Lausitz GmbH entscheiden. Das sagte jetzt in Schwarze Pumpe Gerhard Fisch, im Bundeswirtschaftsministerium zuständig für regionale Wirtschaftspolitik.

Das Geld soll verwendet werden, um für die Region zwischen Spreewald und Dreiländereck gemeinsame strategische Ansätze zu entwickeln und Leitbilder aufzustellen – alles mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu schaffen oder zu erhalten. „Wichtig ist auch, dass Sie das Bild einer starken Lausitz nach außen tragen“, ermunterte Fisch die regionalen Wirtschaftsförderer, Kommunalpolitiker und Unternehmer. Das Geld sei Hilfe zur Selbsthilfe für die Lausitz. „Strukturpolitik kann nicht von oben verordnet werden.“

Der Wirtschaftspolitiker dämpfte jedoch Hoffnungen, der Bund werde sich mehr um die Lausitz als um andere Regionen kümmern. „Der Bund ist für alle Regionen in Deutschland verantwortlich, nicht nur für die Kohlegebiete.“ Allerdings werde für die von Strukturwandel betroffenen Kohlereviere eine Anlaufstelle geschaffen. Diese solle unter dem Namen „Unternehmen Revier“ bis zur Sommerpause 2017 an den Start gehen.

Ebenfalls im Sommer soll nunmehr die Wirtschaftsregion Lausitz GmbH als gemeinsame Tochtergesellschaft der Landkreise Bautzen, Görlitz, Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und der kreisfreien Stadt Cottbus starten. Ursprünglich sollte die Gesellschaft Anfang dieses Jahres die Arbeit aufnehmen. Ob die beiden Länder Sachsen und Brandenburg der Gesellschaft direkt beitreten oder sie von außen unterstützen, wollen die Kabinette bei einer gemeinsamen Sitzung am 13. Juni in Großräschen entscheiden.

Unterdessen fordert die Bauindustrie in Brandenburg und Sachsen von den beiden Landesregierungen ein klares Konzept für den Strukturwandel in der Lausitz. Auf Firmen aus der Bauwirtschaft, die Kooperationen mit Tagebauen und Braunkohlekraftwerken haben, kämen mit der schwindenden Bedeutung des fossilen Energieträgers große Aufgaben zu, um die Auftragslage in der Region stabil zu halten. Die Verbände appellierten zugleich an die Firmen, sich frühzeitig breiter aufzustellen und ihr Portfolio zu erweitern.

Der sächsische Bauindustrieverband nennt Beispiele: Eine Firma, die etwa für den Gleisbau im Tagebaugebiet tätig ist, könnte Kontakt etwa zur Deutschen Bahn oder Straßenbahnunternehmen suchen. Und ein Unternehmen, das für die Isolierung von Kraftwerksbauten zuständig ist, könnte sich nach Alternativen im Hochbau umschauen.

Quelle: Sächsische Zeitung vom 15. Mai 2017

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