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Potenzialanalyse sieht Lausitzer Wirtschaft auf gutem Weg

Die Lausitzer Wirtschaft ist stark. Und sie hat Potenzial, ihre Stärken weiter auszubauen. Dafür ist insbesondere eine breitere Aufstellung erforderlich, die in der Region bereits gezielt vorangetrieben wird. Das zeigt die Potenzialanalyse der regionalen Bergbau- und Kraftwerkskompetenzen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber sagte bei der Präsentation der Analyse zu, diese Entwicklung nach Kräften zu unterstützen.

„Die Lausitz ist die wirtschaftlich stärkste Region in Brandenburg und das soll auch so bleiben. Nach wie vor ist vor allen Dingen die Braunkohleindustrie die Quelle dieser Stärke“, sagte Gerber bei der Vorstellung der „Potenzialanalyse der Bergbau- und Kraftwerkskompetenzen in Berlin und Brandenburg“. Doch die Bedeutung der fossilen Energieträger werde zumindest in Deutschland in den nächsten Jahren abnehmen. Deswegen müsse sich die Region breiter ausrichten. „Die Lausitz ist hier bereits auf einem sehr guten Weg. Zahlreiche Unternehmen der Braunkohleindustrie sind längst auch in anderen Branchen und auf anderen Märkten tätig. Das ist gut und richtig“, so Gerber. „Wir werden diese Entwicklung nach Kräften unterstützen.“

Die Analyse hatte das von der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB) unterstützte Cluster Energietechnik Berlin Brandenburg im Herbst vorigen Jahres bei der DMT GmbH in Essen in Auftrag gegeben. Zentrales Ergebnis: Rund zwei Drittel der Unternehmen, die sich an der Studie beteiligt haben, arbeiten nach eigenen Angaben schon an neuen Geschäftsfeldern.

„Die Unternehmen aus dem Lausitzer Revier sind seit Jahrzehnten im Bergbau und in der Kraftwerkstechnik erfolgreich, das gilt ebenso für die Zulieferindustrie. Diese geballte Kompetenz gilt es zu nutzen und zu erhalten. Die Firmen müssen neue Produkte entwickeln und international neue Märkte erschließen, um sich unabhängiger von der heimischen Braunkohlewirtschaft zu machen. Es freut mich, dass ein Großteil dies bereits erkannt hat und schon längst die Fühler in andere Bereiche ausgestreckt hat“, sagte der Minister.

Die EMIS Electrics GmbH aus Lübbenau beispielsweise baut ihr Geschäft mit der Freizeitindustrie aus, im Europa-Park Rust läuft keine Achterbahn oder Loopingschaukel, kein Sky-Fall-Turm ohne die elektrische Steuerung der EMIS. Und die KSC Kraftwerks-Service Cottbus Anlagenbau GmbH aus Peitz baut inzwischen ganze Baugruppen für die Schienenfahrzeugindustrie wie etwa aerodynamische Leichtbau-Gerätecontainer, die auf den Triebwagendächern der Deutschen Bahn montiert werden. Andere Branchen, in denen die Unternehmen neben dem Bergbau aktiv sind, sind die Automobilindustrie und die Umweltwirtschaft, der Hoch- und Tiefbau, der Wasserbau, die Land- und Forstwirtschaft, die E-Mobilität und der gesamte Bereich der erneuerbaren Energien.

Aber auch in der Bergbau- und Kraftwerkstechnik selbst setzt die Lausitz weiter Maßstäbe. Die ABB Automation GmbH Cottbus zum Beispiel hat einen getriebelosen Permanentmagnetmotor entwickelt, der auf Förderbrücken und -bändern zum Einsatz kommen kann und dort Energiekosten spart und Wartungskosten vermindert. Und die VPC GmbH aus Vetschau bietet ihre Planungsleistungen für den Kraftwerksbau erfolgreich auf Märkten wie Indien, Türkei und Serbien an.

„Die Potenzialanalyse hat uns einen systematischen Überblick über die Bergbau-, die Kraftwerks- und die Sanierungsbranche in der Lausitz gebracht. Besonders erfreulich ist, dass  viele Unternehmen bereits dabei sind, sich auf die Zeit nach der Braunkohle vorzubereiten“, sagte Sebastian Saule, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Brandenburg. „Mehr als zwei Drittel planen gegenwärtig Innovationsprojekte, gut 60 Prozent suchen neue Märkte im Ausland und mehr als die Hälfte will ihre Beschäftigten für neue Aufgaben weiterqualifizieren. Wir werden jetzt systematisch mit den Unternehmen zusammenarbeiten, um sie bei diesen Zielen zu unterstützen“, so Saule.

Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus, erklärte: „86 Prozent der Unternehmen aus dem Bereich Bergbau und Kraftwerkstechnik sind zwar international aktiv, doch bei zwei Drittel liegen die Auslandsumsätze bei nicht einmal zehn Prozent. Internationale Märkte gerieten durch die Konzentration auf den regionalen Markt ins Hintertreffen. Hier ist viel Potenzial. Folglich hilft die Studie, unsere Angebote gezielt auf die Unternehmen zuzuschneiden. Sie wünschen sich Unterstützung bei der Begleitung in Wachstumsmärkte wie China und Russland. Auch bei Forschungs- und Entwicklungsprojekten und der Digitalisierung benötigen sie konkrete Hilfestellungen. So hat jedes zweite Unternehmen zwar Forschungsinteresse, aber Probleme bei der Umsetzung.“

Die Brandenburger Internationalisierungsinitiative MinGenTec (Mining & Generation Technology) könnte hier entscheidende Impulse liefern. „Bei den Themen Digitalisierung, Automatisierung und Innovationsinitiativen können wir mit der Innovationsregion Lausitz GmbH und dem Mittelstand 4.0 Kompetenzzentrum Cottbus den Unternehmen gezielt unter die Arme greifen“, sagte Krüger.

Quelle: Mitteilung des Brandenburger Wirtschaftsministeriums vom 25. Januar 2018


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