Stromnetzbetreiber warnt vor weiter steigenden Kosten

Stromnetzbetreiber warnt vor weiter steigenden Kosten

Das zwischen Union und SPD fixierte höhere Ziel für den Ausbau der Erneuerbaren für das Jahr 2030 steigert den Bedarf und treibt die Kosten für den Netzausbau und die Netzstabilisierung. Dieser Zusammenhang sei evident, betont Lex Hartman, Geschäftsführer des Übertragungsnetzbetreibers Tennet TSO. Auf die Stromkunden würden dadurch weiter steigende Kosten zukommen.

„Mehr Erneuerbare heißt natürlich mehr Netz“, betonte er im Interview mit energate. Wie hoch der zusätzliche Netzbedarf sein wird, hänge von vielen Faktoren ab – etwa davon, wo der zusätzliche Ausbau stattfindet und wer ihn liefert. Auch die Verfügbarkeit von Speichern und anderen Flexibilitäten wirke sich auf den zusätzlichen Netzbedarf aus. Die Politik dürfe sich daher nicht damit bescheiden, nur die Ausbauziele anzuheben. „Man muss die Ziele auch mit Maßnahmen hinterlegen“, mahnte Hartman.

Er warnte zudem vor einer Verschärfung der Netzstabilitäts-Problematik durch das erhöhte Erneuerbarenziel: „Wenn die Erneuerbaren schneller wachsen als die Netze, wird das Problem größer. Und das heißt: Die Redispatch-Kosten steigen weiter“, betonte der Tennet-Chef. Vor zwei Jahren hätten die Redispatch-Kosten für ganz Deutschland noch bei einer Milliarde Euro gelegen, jetzt fielen diese Kosten allein im Tennet-Netzgebiet an. Der Bau neuer Netze löse dieses Problem. Aber: „Zwischenzeitlich müssen die Stromverbraucher die Kosten für die Netzstabilisierung tragen. Das muss man akzeptieren, wenn man den Erneuerbarenausbau beschleunigt“, sagte Hartman.
 
Im Sinne der Netzeffizienz und -stabilität verspricht sich der Tennet-Chef viel von der Digitalisierung und automatischer Systemführung. „Wir fragen uns, ob wir das Stromnetz effizienter nutzen können, indem wir das n-1-Kriterium, also den Sicherheitspuffer, digital gestalten“, erklärte Hartman. Zehn Prozent des Sicherheitspuffers lassen sich seines Erachtens für den operativen Betrieb nutzen. „Technisch ist das machbar.“

Dass Investitionen in die Digitalisierung den weiteren Netzausbaubedarf vermindern, ist für Hartman klar. Den viel beschworenen Konflikt zwischen Kupfer und Köpfchen, sieht er aber nicht: „Solche Investitionen liegen in unserem ureigenen Interesse, denn am Ende hat niemand etwas davon, wenn wir Netze bauen, die keiner braucht.“ Daher müssten Digitalisierungsinvestitionen im Regulierungsrahmen auch nicht besser gestellt werden. Sein Credo: „Bitte nicht an der Regulierung herumschrauben! Für Netzbetreiber sollte Regulierung stabil sein. Das ist wichtig für die immensen Investitionen, die der Netzausbau bedingt.“

Quelle: energate-messenger.de vom 6. Februar 2018

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