tl_files/Aktuelles/debriv.png

Branchentag macht sich für Zukunft der Braunkohle stark

Die Energiezukunft ist elektrisch. Der Strombedarf wird massiv ansteigen. Deshalb ist die sichere und bezahlbare Stromversorgung aus Braunkohle noch für Jahrzehnte unverzichtbar. Davon zeigte sich der Branchenband DEBRIV auf seinem Jahrestreffen in Köln überzeugt. Bergleute und Kraftwerker begleiteten das Branchentreffen mit einer Demonstration für die Kohle und gegen die zunehmende Gewalt militanter Kohlegegner.

Die heimische Braunkohle hat im vergangenen Jahr erneut knapp ein Viertel des Stroms in Deutschland geliefert und damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit geleistet. Trotz Ausschöpfung aller Möglichkeiten zur Energieeinsparung wird die Stromnachfrage - das zeigen viele Studien - in den nächsten drei Jahrzehnten deutlich ansteigen, von heute 500 TWh auf bis zu 800 TWh, betont der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Vereins (DEBRIV).

„Im Jahr 2030 wird gut die Hälfte des Stromverbrauchs in Deutschland aus der regelbaren und gesicherten Leistung konventioneller Kraftwerke gedeckt werden müssen und bei Dunkelflaute wird es noch mehr sein“; erklärte der Vorstandsvorsitzende des DEBRIV Matthias Hartung. Für diese Aufgabe sei die Braunkohle ein unverzichtbarer Partner, weil sie als heimische Ressource zur Verfügung steht und nicht aus weit entfernten oder unsicheren Regionen importiert werden muss. Sie sorge für inländische Wertschöpfung, leistungsfähige regionale Strukturen und Beschäftigung.

Deutschland kann mit der Kohle seine ambitionierten Klimaziele erreichen und für Sicherheit in der Stromversorgung einstehen. „Wir werden uns in die kommenden Debatten zur Umsetzung des Klimaschutzplans intensiv einbringen und uns dafür einsetzen, dass die von den Revierländern gewünschten Entwicklungen in den Braunkohlenregionen durch eine ausgewogene Gewichtung der vielfältigen Aspekte einer heimischen Energiegewinnung Berücksichtigung finden werden. Unsere signifikanten CO2-Minderungsbeiträge leisten wir im Rahmen des europäischen Emissionshandelssystems“, betonte Hartung.

Die Überführung von älteren Kraftwerksblöcken in die Sicherheitsbereitschaft sorgt als erster Schritt für eine Reduktion des Kohlendioxidausstoßes aus Braunkohlenkraftwerken in der Größenordnung von 15 Prozent. Die Braunkohlennutzung insgesamt entwickelt sich im Einklang mit den nationalen und europäischen CO2-Minderungszielen. Hartung erläuterte, dass die CO2-Emissionen aus der Braunkohle bis 2030 im Rheinland um 40 bis 50 Prozent zurückgehen, unter anderem durch das Auslaufen des Tagebaus Inden. Weitere Beiträge erfolgten durch Effizienzsteigerungen und Veränderungen bei der Auslastung bestehender Braunkohlenkraftwerke sowie die Tagebauplanungen in der Lausitz und im mitteldeutschen Revier, die ebenfalls für CO2-Einsparungen in erheblichem Umfang sorgen.

„Mir ist kein Sektor unserer Volkswirtschaft bekannt, der sich zu CO2-Minderungszielen in dieser Höhe erklärt hat“, unterstrich der DEBRIV-Vorstandsvorsitzende. Der DEBRIV plädiert dafür, anstelle immer neuer nationaler Klimaziele, das funktionierende europäische Emissionshandelssystem (ETS) sinnvoll zu nutzen und fortzuentwickeln. Mit dem ETS stehe ein wirkungsvolles, kosteneffizientes Instrument mit einer gerechten Lastenverteilung im Klimaschutz zur Verfügung. Nationale Maßnahmen und Ziele seien dagegen weitgehend wirkungslos und schaden der deutschen Wirtschaft.

Anlässlich des Verbandstages demonstrierten Hunderte Beschäftigte aus den Tagebauen und den Kraftwerken für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze. Lautstark mit Trillerpfeifen, Trommeln, Fahnen und Plakaten ging es in einem Demonstrationszug vom Kölner Dom zum Tagungshotel des Braunkohletags. Zu dem Protest aufgerufen hatte die IG BCE. Die Beschäftigten fürchten, dass die Energieunternehmen weitere Stellen streichen und die betrieblichen Leistungen kürzen. Auf ihren Plakaten kritisieren sie außerdem den vorzeitigen Ausstieg aus der Braunkohle, wie ihn etwa die Grünen fordern.

Die Demonstranten wollten den Protest aber auch dafür nutzen, darauf aufmerksam zu machen, dass es immer häufiger zu Gewalt bei Auseinandersetzungen mit Braunkohlegegnern, wie beispielsweise im Hambacher Forst, kommt. Autofahrer mussten am Nachmittag in der Kölner Innenstadt mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Quellen: Mitteilung des DEBRIV vom 4. Mai 2017, wdr.de vom 4. Mai 2017

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de