Aktuelles vom Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

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„Treffen sich zwei, um zu streiten“

Eigene Überzeugungen bewusst infrage zu stellen, das ist die Absicht einer Debatten-Reihe der „Welt“. Der Plot: Journalist mit Haltung trifft auf einen vermeintlich Andersdenkenden. Der Welt-Autorin Tina Kaiser stellte sich Jens Taschenberger, Lausitzer Agentur-Chef und Sprecher vom Verein Pro Lausitzer Braunkohle e.V., zum Thema Klima und Kohle. Die veröffentlichte Geschichte sagt mehr über Journalismus als über die inhaltliche Kontroverse, verdeutlicht Taschenberger in einem „Offenen Brief“ an die Welt-Redaktion.

Der "Offene Brief" von Jens Taschenberger an die Welt-Redaktion als PDF-Datei:

Deutscher Strompreis jagt von Rekord zu Rekord

Der Anstieg der Strompreise in Deutschland geht weiter. Nahezu Monat für Monat verzeichnen die Internetportale neue Höchststände. Seit 2007 ist der Strompreis um rund 50 Prozent gestiegen. Je nach Verbrauch und Haushaltsgröße sind das schnell mal 500 Euro mehr im Jahr. Zu bezahlen haben das die ganz normalen Stromkunden, die über keinerlei Vergünstigungen oder Unterstützungen verfügen.

Der Strompreis für Verbraucher in Deutschland hat im Juli einen neuen Rekord erreicht. Das berichten die Internetportale Verivox und Check 24 auf der Grundlage ihrer Datenbanken mit den Preisen von Versorgern übereinstimmend. Ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden zahlt laut Check 24 im Durchschnitt 1473 Euro, das sind also rund 29 Cent je Kilowattstunde. Das sei ein historischer Höchststand, ein „Allzeithoch“ in Deutschland.

Im langfristigen Vergleich bedeute das seit Juli 2007 einen Anstieg der Stromkosten für Verbraucher um rund 50 Prozent: Vor zwölf Jahren zahlten Endkunden für dieselbe Menge Strom noch durchschnittlich 981 Euro. „Der Strompreis jagt von einem Rekord zum nächsten“, sagte Lasse Schmidt, Geschäftsführer Energie bei Check 24. „Jeden Monat wird Strom für Verbraucher ein bisschen teurer, ein Ende ist im Moment noch nicht abzusehen.“

Es gibt jedoch regionale Unterschiede: Im Durchschnitt ist Strom in den neuen Bundesländern aufgrund von höheren Netzentgelten sogar noch etwas teurer als im Westen, der Abstand ist aber über die Jahre schon geschrumpft. Hintergrund waren Folgekosten der Sanierung des ostdeutschen Stromnetzes nach der Wiedervereinigung, sowie die teilweise dünnere Besiedlung mancher ostdeutscher Bundesländer und eine mittlerweile zum Teil schon korrigierte ungleichmäßige Verrechnung der Kosten für den Anschluss von Windparks vor allem im Meer.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, faz.net, vom 18. Juli 2019

Lausitz kann auf Millionenförderung für zwei Reallabore hoffen

„Reallabore der Energiewende“ sind eine neue Fördersäule im Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Unternehmen erproben dabei in einer Region den realen Betrieb von neuen Technologien. Im Wettbewerb um die lukrative Förderung wurden die ersten 20 Vorhaben mit einem Aufruf zur Antragstellung prämiert. Darunter befinden sich zwei Projekte aus der Lausitz

Gleich zwei Ideen für Großvorhaben haben sich beim bundesweiten Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ durchgesetzt und können in den kommenden Jahren mit einer Millionenförderung umgesetzt werden. Den Wettbewerb ausgeschrieben hatte im Frühjahr Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Resonanz war gewaltig. Immerhin hatten sich 90 Konsortien aus dem ganzen Bundesgebiet daran beteiligt.

Unterstützt wird der Bau eines Wasserstoff-Referenzkraftwerkes Industriepark Schwarze Pumpe. Das Industriegebiet auf der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze gilt als Areal mit außergewöhnlichem Entwicklungspotenzial. Auf dem Areal arbeiten inzwischen rund 120 verschiedene Firmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern.

„Das ist ein wirklich starkes Zeichen für unsere Region“, sagt Manfred Heine. Der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Spreetal ist Vorsitzender des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe, der das zukunftsweisende Kraftwerksprojekt in den kommenden Jahren umsetzen will. Geplant wird es zunächst mit einer Leistung von zehn Megawatt. Dafür wurde bereits ein Konsortium gebildet. Beteiligt sind dabei neben großen Netzbetreibern beispielsweise auch das Energieunternehmen Leag, der Technologiekonzern Siemens und die BTU Cottbus-Senftenberg.

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) hatte sich bereits als Mitglied der Kohlekommission vehement für die Erprobung der Wasserstofftechnologie im Revier stark gemacht. Von Anfang an unterstützt wurde sie dabei von Professor Harald Weber vom Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Rostock. „Endlich werden nicht nur Überschriften produziert und Konferenzen veranstaltet, sondern damit begonnen, greifbare Realitäten für den Strukturwandel aufzubauen“, kommentierte Herntier den Zuschlag für das neue Kraftwerksprojekt.

Für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist die der bestehenden Kraftwerksstandorte ein besonderes Anliegen. „Ein schrittweiser Umbau in Schwarze Pumpe mit Einbindung der Erzeugung erneuerbarer Energien, dem Aufbau eines Speicherkraftwerkes und einer intelligenten, wasserstoffbasierten Sektorenkopplung ist dafür ein sehr guter Weg“, sagte Woidke.

Gefeiert werden kann auch in Cottbus, Spremberg, Lübbenau und Lübben. Die Lausitzer Städte sollen im Verbund zum „Reallabor Lausitz“ werden. Dabei geht es im Grundsatz um das energieeffizientes Bauen, den emissionsarmen Verkehr der Zukunft und die städtische Versorgungsinfrastruktur.

Als „Paukenschlag und Meilenstein“ hat der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU)  den Zuschlag im „Reallabor-Wettbewerb bezeichnet. „Die zielgerichtete Vorbereitung mit Partnern wie der BTU Cottbus-Senftenberg, der Gebäudewirtschaft Cottbus, der Stadtwerke oder von Cottbusverkehr trägt erste Früchte“, sagte Kelch. Zu den Vorhaben in der Lausitzmetropole zählen beispielsweise die Entwicklung eines „Nullenergiequartiers“ an der Marienstraße (bisheriger Busbahnhof), der Neubau einer Energie- und Umweltschule am Cottbuser Ostsee, ein innovatives Energiemonitoring kommunaler Gebäude oder die Umstellung des ÖPNV auf Wasserstoffantriebe für klimaneutrale Mobilität beispielsweise am Cottbuser Ostsee.

Insgesamt prämiert das BMWi bundesweit 20 Konsortien, die Reallabore planen. Diese ausgewählten 20 Sieger des Ideenwettbewerbs können in den kommenden Wochen und Monaten nun ihre Anträge für Fördermittel stellen. Dafür stellt das BMWi jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Um den besonderen Stellenwert traditioneller Energieregionen für das Energiesystem der Zukunft zu unterstreichen, hat das Bundeskabinett in den Eckpunkten für ein Strukturstärkungsgesetz vom 22. Mai 2019 bereits beschlossen, für Reallabore in Strukturwandelregionen zusätzliche 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung bis Ende des Jahres eine Wasserstoffstrategie beschließen. „Reallabore der Energiewende“ sind hierfür ein wichtiger Baustein.

Im geplanten Referenzkraftwerk in Schwarze Pumpe sollen Technologien der Versorgung mit regenerativen Energien und Wasserstoff als chemischem Speicher erprobt werden. Es geht darum, überschüssigen Strom aus Zeiten mit viel Sonne und Wind in Wasserstoff umzuwandeln. Dieser kann dann bei Bedarf über Brennstoffzellen wieder zur Erzeugung von Elektroenergie genutzt werden. Die Rede ist von zehn Megawatt Leistung.

In der Projektbeschreibung heißt es, es solle neben Strom auch Wärme bereitgestellt werden können. Wasserstoff solle zudem für Verkehr und Industrie verfügbar gemacht und ins bestehende Erdgasnetz eingespeist werden. Ein weiteres Ziel sei es, mögliche gesetzliche und regulatorische Hürden zu identifizieren, die einen wirtschaftlichen Betrieb erschweren könnten.

Partner des Zweckverbandes sind das Centrum für Energietechnologie Brandenburg, die Zossener Energiequelle GmbH, die Enertrag AG aus der Uckermark, Siemens, die Leag, die Netzbetreiber 50Hertz und Ontras sowie die Universität Rostock mit ihrem Transferzentrum für angewandte Forschung in der Energietechnik.

Quellen: Lausitzer Rundschau vom 19. Juli 2019, Sächsische Zeitung .de vom 19. Juli 2019, Pressemitteilung des BMWi vom 18. Juli 2019

Windausbau verfängt sich im Widerstand vor Ort

„Die Wahrheit ist auf dem Platz“, heißt es im Fußball-Jargon. Das gilt offenbar auch für die Umstellung des Energiemixes in Deutschland. Während Umfragen zur Akzeptanz der Energiewende in der Regel ordentliche Mehrheiten für den Umbau zu Erneuerbaren hervorbringen, scheitern viele Projekte am Widerstand vor Ort. Bundesweit können derzeit mehr als 2100 Windräder aufgrund von Klagen und Einwänden nicht gebaut werden.

Eine Umfrage der Fachagentur Windenergie an Land macht deutlich: Derzeit können 1000 Anlagen mit insgesamt 4800 Megawatt Leistung nicht errichtet werden, weil sie nach Auffassung der Flugsicherung ein Funkfeuer beeinträchtigen könnten. Über die Frage, inwieweit Windräder tatsächlich die Navigation von Flugzeugen beeinträchtigen können, wird unter Experten seit Jahren gestritten. Einstweilen lassen die Behörden aber große Vorsicht walten.

Allein ein Funkfeuer beim rheinischen Düren vereitelt zurzeit 700 Megawatt Windkraft. Wenn der Wind weht, entspricht das der Leistung eines Steinkohlekraftwerks. Gegenüber der letzten Umfrage vor drei Jahren hat sich die Zahl der betroffenen Projekte bundesweit verdoppelt.

Weitere 900 Windräder stoßen bei der Bundeswehr auf Vorbehalte – etwa, weil sie Tiefflugkorridore betreffen oder die Radarüberwachung beeinträchtigen könnten. Gesamtleistung der betroffenen Windräder: 3600 Megawatt, überwiegend in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Und schließlich landen Projekte zunehmend vor Gericht. Der Umfrage zufolge betrifft dies derzeit 325 Windturbinen, von denen 100 schon errichtet sind. In rund der Hälfte der Fälle geht es bei den Klagen um Naturschutz, also etwa die Lebensräume von Vogel- oder Fledermausarten. Kläger sind in fast zwei Drittel der Verfahren Umwelt- oder Naturschutzverbände. „Inwieweit in den Rechtsstreitigkeiten Argumente des Artenschutzes stellvertretend für eine potenziell windkraftkritische Motivation angeführt werden, lässt sich aus den Rückmeldungen nicht ablesen“, heißt es in der Auswertung der Fachagentur.

Die Agentur, die von Bund, Ländern und Verbänden getragen wird, warnt schon länger vor einem Einbruch beim Ökostrom-Ausbau. Das erste Quartal dieses Jahres bezeichnete sie unlängst als das "ausbauschwächste erste Quartal des Jahrtausends". Auch bei den Ausschreibungen des Bundes registrierte sie zuletzt massive Rückgänge.

Quelle: Süddeutsche Zeitung vom 22. Juli 2019

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Kleine Klimaschule: Lektion 3

In Lektion 3 unserer kleinen Klimaschule geht es um die Energiewende. Eine wertfreie Recherche und Information zu diesem Thema ist fast unmöglich. Google verweist auf über 12 Mio. Ergebnisse und unter diesen ist selbst mit gründlicher Recherche kein Beitrag zu ermitteln, der die Energiewende in Deutschland ausführlich, verständlich und neutral beschreibt.

Beiträge in Wikipedia oder anderen Verzeichnissen spiegeln zum Teil auch die Haltung der Autoren wider, während in anderen Beiträgen konträre Meinungen gegenübergestellt werden. Vor diesem Hintergrund ist das Vorhaben in Lektion 3, hier ein Musterbeispiel für eine wertfreie Beschreibung der Energiewende zu erstellen, ganz sicher nicht vor Fehlern gefeit.

Besucht die Kleine Klimaschule - den Mitmach-Blog von Lausebande und Pro-Lausitz-Jugend - unter www.kleine-klimaschule.de Wir freuen uns auch hier über viele Kommentare und regen Austausch.

 

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