Aktuelles vom Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

Positionen zu Energiewende, Dunkelflaute und Blackout

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Geht es wirklich ohne Lausitzer Braunkohle?

Podiumsdiskussion auf Einladung des Pro Lausitzer Braunkohle e.V. zur bevorstehenden Bundestagswahl.
Am 10. September 2017, 10 Uhr in der Kaminstube des Kulinarium Branitz (ehemals Best Western Hotel Branitz)

Mit Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU), Uli Freese (SPD), Matthias Loehr (DIE LINKE), Annalena Baerbock (Bündnis 90 / Die Grünen), Jeff Staudacher (FDP) und Marianne Spring-Räumschüssel AfD

Moderation Stephan Grafen (Wirtschaftsjournalist)

Impulsreferate: von Annalena Baerbock (Grüne Sprecherin für Klimapolitik, Grüne Bundestagsfraktion) und Wolfgang Rupieper (Vorstandsvorsitzender Pro Lausitzer Braunkohle e. V.)

Sowohl bei den Ostdeutschen Energietagen als auch in vielen aktuellen Medienveröffentlichungen wurde die Energiewende als nicht stattfindendes Wahlkampfthema diskutiert. Ausgerechnet das größte Zukunftsprojekt unserer Gesellschaft wird von nahezu allen Parteien für die große Politikbühne gemieden. Eine Entwicklung, die durch den Pro Lausitzer Braunkohle e.V. bereits seit Beginn des Bundestags-Wahlkampfes kritisch begleitet wurde.

Aus diesem Grund hat der Lausitzer Heimatverein bereits vor der aktuell einsetzenden Berichterstattung ein Podium für genau dieses „fehlende“ Wahlkampfthema geschaffen. Das Podium ist bestens besetzt und stringent an Themen der Energiewende und der Braunkohle gebunden. Die Einstiegspositionen durch Impulsreferate von Annalena Baerbock (Grüne Sprecherin für Klimapolitik, Grüne Bundestagsfraktion) und Wolfgang Rupieper (Vorstandsvorsitzender Pro Lausitzer Braunkohle e. V.) könnten kaum konträrer sein. Das ausgewogene Podium mit Kandidaten aller stimmstarken Parteien lässt eine offene und interessante Debatte zu. Für die Moderation wurde ein erfahrener Wirtschaftsjournalist gewonnen, der die entsprechende Expertise mitbringt, aber auch genügend Abstand für einen wohl abgewägten Blick von außen.

Die Ausrichtung als politischer Frühschoppen unterstützt einen frischen Schlagabtausch. Gäste sind im neuen Branitzer Erlebniskomplex gern willkommen, der Eintritt ist frei.

Spree

Umweltministerium räumt Dramatisierung der Sulfat-Debatte ein

Die Debatte um den Sulfatgehalt im Spreewasser hat bizarre Züge. Kohle-Kritiker schlagen gern Alarm, dass die gesamte Wasserversorgung Berlins gefährdet sei. Dass das teure Tafelwasser bei ihrem Lieblings-Italiener mitunter einen doppelt so hohen Sulfatgehalt hat, wie das der Spree, wird wahrscheinlich nicht mal wahrgenommen. Jetzt räumt das Brandenburger Umweltministerium ein, dass in der Debatte dramatisiert werde.

Damit sich der Sulfatgehalt der Spree für die Trinkwasserwirtschaft bei Berlin nicht zum teuren Problem auswächst, werden der Spree auch weiterhin zwei Millionen Kubikmeter sulfatarmes Wasser im Jahr zugeführt. Das erklärte Kurt Augustin, Abteilungsleiter für Wasser und Boden im Brandenburger Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, am Rande des Besuchs an der Vorsperre Bühlow. Die heftige Debatte vor zwei Jahren schätzt er aber als dramatisiert ein. „In unseren Gewässern gibt es keinen Grenzwert für Sulfat, die 250 Milligramm pro Liter gelten für Trinkwasserqualität“, erklärt Augustin.

Vor reichlich zwei Jahren hatte ein plötzlicher Anstieg des optisch unsichtbaren Sulfats in der Spree nicht nur die Wasserwerke Briesen und Neuenhagen beunruhigt. Von etwa 80 Milligramm pro Liter schnellte der Wert 2015 in Zerre auf 450 hoch und nahm über die Messpunkte Wilhelmsthal und Bräsinchen kaum ab.

Inzwischen ist erforscht, dass der Sulfatwert hoch bleibt, aber wohl in den nächsten Jahren nicht weiter steigen wird. Zudem soll das Sulfat auch sehr viel unbedenklicher für die Gesundheit der Menschen und der Ökosysteme sein, als noch vor Jahren angenommen. Dr. Volker Preuß, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl Wassertechnik der BTU Cottbus/Senftenberg erklärte im Juli in der Vorlesungsreihe „Wassergespräch Lausitz – Wie weiter mit dem Wasser in der Region?“, dass selbst bei 500 bis 1000 Milligramm Sulfat pro Liter das Trinkwasser unbedenklich sei.

Preuß hatte berichtet, dass der Sulfatwert der Spree bei Lübbenau seit Jahren bei rund 330 Milligramm pro Liter liege. Zur Warnung vor einer abführenden Wirkung sei etwa das Hundertfache des Lübbenauer Wertes notwendig.

Dagegen „nage“ das Sulfat nachweislich am Beton, weshalb Kanada auf den Grenzwert von 500 Milligramm Sulfat pro Liter setzt. Auch ältere Bauwerke an der Spree, die von Wasser ab 300 Milligramm Sulfat pro Liter umflossen werden, stehen aus diesem Grund unter Beobachtung. Und in Absprache mit der Trinkwasserwirtschaft bei Berlin werde das Spreewasser weiter so verdünnt, dass der Sulfatgehalt bereits bei Spremberg-Wilhelmsthal unter 400 Milligramm pro Liter bleibt.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 23. August 2017

Flagge Europäische Union

Braunkohle-Länder fordern Klage des Bundes gegen EU-Auflagen

Es war ein jahrelanges politisches Gezerre um strengere Grenzwerte für europäische Kohlekraftwerke. Am Ende stand ein Beschluss, der eine deutliche Verschärfung bedeutete, deren fachliche Herleitung nach Experteneinschätzung aber auf Fehlern beruhe. Auf diesen Missstand machen die Braunkohleländer in Deutschland jetzt aufmerksam – und fordern vom Bund eine Klage gegen diese Auflagen.

Die deutschen Braunkohleländer haben das Bundeswirtschaftsministerium aufgefordert, gegen neue EU-Umweltauflagen für ihre Kohlekraftwerke zu klagen. Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels bestätigte, dass Sachsens Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) einen entsprechenden Brief im Namen der Braunkohleländer Brandenburg, Sachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt an die Bundesregierung geschickt hat.
Hintergrund seien neue EU-Grenzwerte für Quecksilber und Stickoxid, von denen zum Beispiel in Brandenburg das Braunkohle-Kraftwerk Jänschwalde (Spree-Neiße) betroffen sein könnte, sagte Engels.

Zuerst hatte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ über den Vorstoß berichtet. Danach soll das Bundeswirtschaftsministerium gegen die EU-Kommission klagen.

„Angesichts der sozialen und wirtschaftspolitischen Auswirkungen der rechtswidrig zu Stande gekommenen EU-Vorgaben halten wir es für unverantwortlich, uns auf Spielräume bei der nationalen Umsetzung zu verlassen“, heißt es in dem Schreiben an Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD). Die Quecksilbergrenzwerte seien fachlich unkorrekt hergeleitet und der Grenzwert für Stickoxid für bestehende Braunkohlekraftwerke unverhältnismäßig, argumentiert Tillich im Namen seiner Länderchef-Kollegen.

Diese Einschätzung hatte zuletzt auch das Bundesumweltministerium geteilt und eine Ablehnung der neuen Grenzwerte empfohlen. Als Konsequenz dieser Einschätzung hatte Deutschland bei der Entscheidung in der EU gegen die Auflagen gestimmt, wurde aber überstimmt.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 21. August 2017

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Braukohle stellt die Innenverteidigung der deutschen Energieversorgung

Der ostdeutsche Stromkonzern Leag, Nachfolger von Vattenfall im Lausitzer Kohlerevier, will sich noch auf Jahrzehnte mit seinen Braunkohle-Kraftwerken am Markt behaupten. Dafür sieht Leag-Vorstandschef Helmar Rendez im Interview mit energate viele gute Gründe: die gesicherte Leistung, die Flexibilität und die Kosteneffizienz der Kraftwerke. Damit bilde die Lausitzer Braunkohle die „Innenverteidigung der deutschen Energieversorgung“.

Ihre Rolle als Innenverteidigung hätte die Braunkohle während der wochenlangen Dunkelflaute um die Jahreswende, als die Erneuerbaren-Erzeugung weggebrochen sei, unter Beweis gestellt. „Unsere Kraftwerke in der Lausitz hatten hingegen eine Verfügbarkeit von fast 100 Prozent. Wir sind voll durchgelaufen“, so Rendez. Der eigentliche Engpass bei der Versorgungssicherheit komme überdies erst, wenn mit den letzten deutschen Kernkraftwerken rund zwölf Prozent gesicherte Leistung vom Netz gehen. „Wahrscheinlich ist, dass wir in den 2020er Jahren alles an Energie brauchen, was wir bekommen können, um die Versorgungssicherheit aufrechtzuerhalten“, sagte er. Dementsprechend reichten die Planungen der Leag für das Lausitzer Revier bis in die 2040er Jahre.

Als weitere Stärke der Leag-Kraftwerke führt Rendez deren Flexibilität an. „Wir können unseren Kraftwerkspark von 8.095 MW Leistung binnen weniger Stunden um 70 Prozent herunterfahren“, erklärte der Leag-Manager. Damit stellten sie die großformatige Flexibilität zur Verfügung, die in der Energiewende gebraucht werde. Auch die wirtschaftliche Seite spräche für die Braunkohle. Gas sei momentan nicht im Geld, der Steinkohlepreis habe sich auf etwa 80 US-Dollar pro Tonne verdoppelt, während Braunkohle als heimischer Energieträger nicht am Weltmarkt hänge. „Wir haben als heimischer, subventionsfreier Energieträger definitiv eine Existenzberechtigung“, betonte Rendez.

Auch der Klimaschutz stelle die Braunkohle-Verstromung seines Erachtens nach vorerst nicht infrage. Ostdeutschland habe schon überproportional viel für den Klimaschutz geleistet. „Durch Kraftwerksschließungen und -neubauten haben wir den CO2-Ausstoß in Brandenburg um 40 Prozent gesenkt. In Bayern ist er in der gleichen Zeit nicht einmal um zehn Prozent zurückgegangen“, sagte Rendez.

Auch politische Forderungen nach einem Enddatum für die Kohleverstromung oder der Abschaltung besonders schmutziger Kraftwerke fehlen seiner Überzeugung nach die Durchschlagskraft, zumal damit die Gefahr eines „sozialen Kahlschlags und staatlich organisierter Deindustrialisierung“ einhergehe. „Nach meiner Einschätzung wird es auch in Zukunft keine demokratische Mehrheit für eine dogmatische Abschalteritis geben“, so Rendez. Er plädierte dafür, dass die Laufzeitfrage im Wettbewerb am Markt entschieden wird. Da werde sich die Leag mit ihren Kraftwerken auch ohne „neue Subventionen namens Kapazitätsmarkt“ behaupten, zeigte sich der Leag-Chef überzeugt.

Quelle: energate-messenger vom 31. Juli 2017

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Aus „unseren Reihen“ – ein Mitglied als Autor… dringend zu empfehlen

Wir freuen uns sehr und gratulieren recht herzlich unserem Vereinsmitglied FRANK HENNIG zu seinem Buch „Dunkelflaute“ und möchten dieses sehr weiter empfehlen!

Täglich werden wir mit Begriffen konfrontiert, die im Ergebnis einer als alternativlos gepriesenen Energiewende verwendet werden oder durch sie erst entstanden sind. Zunehmend gehen Bezeichnungen der allgemeinen Vergrünung in den Alltagsgebrauch über. Wissen wir immer, wie und worüber wir eigentlich reden? Wissen und Glauben bilden Denken und Meinung. Der Trend geht zum Glauben.

Frank Hennig greift Bezeichnungen auf und kommentiert – in nichtalphabetischer Reihenfolge. Locker lesbar, zuweilen zugespitzt und – zum Verdruss der Anhänger der Energiewendeprosa – angereichert und gut durchgeschüttelt mit Fakten, Daten und Zahlen. Eine kritische Auseinandersetzung mit oberflächlichem Schwarz-Weiß-Denken, unhaltbaren Visionen und Klimapopulismus. Technisch-physikalisch fundiert nimmt er die Begriffe beim Wort und deckt auf, dass sie oft mehr verbergen als erklären – denn es geht längst nicht mehr um die Erzeugung alternativer, sanfter Energie, sondern um Wege, an die öffentlichen Subventionstöpfe und schließlich an die Portemonnaies der Verbraucher zu gelangen.

Eine Anregung für mündige Bürger zum Mit- und Weiterdenken, für Energieinteressierte, aber auch alle anderen.

Mit einem Beitrag des international renommierten Dirigenten und glühenden Umweltschützers Enoch zu Guttenberg.

Über den Autor
Frank Hennig, Diplomingenieur für Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung, verbrachte sein Arbeitsleben in den Kraftwerken eines großen Stromunternehmens und seiner Rechtsnachfolger. Er war viele Jahre Betriebsrat und hier für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, was ihn zum Studium der PR an der Deutschen Presseakademie führte. Heute ist er in der technischen Fortbildung und bei einer Gewerkschaft als Referent tätig.

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