Aktuelles vom Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

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Tour de Strom – Etappensieg für die Vernunft im Rheinland!

Die Sorge um eine lebenswerte Zukunft im heimischen Revier treibt nicht nur viele Lausitzer um, auch im Rheinland macht sich eine Bürgerbewegung für eine planvolle und geordnete Entwicklung der Region stark. Nach dem Vorbild unseres Pro Lausitzer Braunkohle e.V. gründete sich dort im Jahr 2015 der Verein „Unser Revier – Unsere Zukunft – An der Rur und Erft e.V., der heute schon über 400 Mitglieder zählt.

Bereits in der Vergangenheit sind durch die Vereine Lausitzer und Rheinländer Seite an Seite in gemeinsamen Aktionen für mehr Vernunft in der Debatte um die Zukunft der Braunkohle eingetreten. Dieses Engagement wurde bei der diesjährigen Tour de France besonders sichtbar. Die zweite Etappe führte quer durch das Rheinische Braunkohlerevier, vorbei am Tagebau Garzweiler. In unmittelbarer Nähe des Tagebaus machten beide Vereine mit großflächigen Transparenten direkt an der Tourstrecke auf die Bedeutung der Braunkohle aufmerksam, damit sich auch das Rad der europäischen Wirtschaft weiterdreht. Der Slogan „Tour de Strom – mit Braunkohle zum Etappensieg“ verband dabei den Teamgedanken der Tour mit der notwendigen Partnerschaft im Energiemix zur Gestaltung einer erfolgreichen Energiewende.

Gleichzeitig erinnerte er an die Dunkelflaute zum Jahresbeginn, als die fossilen Energieträger und vor allem die flexible Braunkohle Deutschland vor einem Blackout bewahrten – und als selbst Frankreich mit seinen teils maroden Atomkraftwerken an seine Grenzen geriet. Insofern war die Botschaft durchaus doppeldeutig und absolut passend zur Tour de France. Über 350 Einheimische und Multiplikatoren aus der Region stärkten den Vereinen im direkten Umfeld der Transparente den Rücken, das fand auch in den Medien Beachtung.

„Die Aktion war auf jeden Fall ein Etappensieg für das gemeinsame Engagement unserer Vereine und somit für viele Menschen, die den Erfolg der Energiewende durch eine Partnerschaft mit der Braunkohle wirklich ermöglich wollen!“, so der mitgereiste Wolfgang Rupieper, Vorstandsvorsitzender des Lausitzer Vereins.

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Wasserexperten geben Entwarnung bei Sulfat in der Spree

Wie in jeder Bergbauregion spielt das Wasser in der Lausitz eine besondere Rolle. Weil es eine Herausforderung ist, Wasser in ausreichender Menge und Qualität bereit zu stellen, malen Braunkohlegegner gern schlimmste Szenarien an die Wand. Damit die Diskussion bei den Fakten bleibt, hat sich der Verein „Wasser Cluster Lausitz“ gegründet. Die Experten stellten jetzt klar, dass der Sulfatgehalt in der Spree gesundheitlich unbedenklich ist.

Es war ein Test, wie er für den Dozenten hätte nicht besser ausfallen können: Vier Probanden sollen den Sulfatgehalt von drei handelsüblichen Wässern bewerten. Dabei liegen alle daneben. Und das, wo der Unterschied von 16, 94 und 1350 Milligramm/Liter SO erheblich ist.

Für Dr. Volker Preuß ist das nicht verwunderlich. Der wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl Wassertechnik der BTU Cottbus/Senftenberg stärkt damit vielmehr seine These, dass die zahlenmäßig weit differierenden Sulfatwerte in Wässern kaum bemerkbar sind. Und dennoch legt die aktuelle – EU-weit harmonisierte – Trinkwasserverordnung von 2011 als Grenzwert 250 mg/l fest.

Die bereits dritte Veranstaltung der Ringvorlesung des Wasser-Clusters Lausitz e.V. auf dem Zentralcampus der BTU in Cottbus ist gut besucht. Zuletzt haben sie Interessantes über die brandenburgisch-sächsische Flutungszentrale für die Lausitzer Bergbauseen erfahren und mitdiskutiert. Diesmal geht es um den „Sulfatgehalt in der Spree und Konsequenzen für die Trinkwasserversorgung“.

Die Zuhörer im Hörsaal A sind nicht nur – aber vor allem – Wasserexperten. Sie können über die Schlagzeilen aus dem Jahr 2015, als vor der abführenden Wirkung eines zu hohen Sulfatgehaltes im Trinkwasser berichtet und gewarnt wurde, nur schmunzeln. Und sie haben, zum Teil aus ihrer beruflichen Karriere, jene Zahlen im Kopf, die Volker Preuß vorträgt.

Etwa, als der Dozent die Sulfatfracht der Spree vom Lausitzer Kohlerevier bis nach Berlin auf einer Grafik verdeutlicht und auf die Besonderheit für Lübbenau hinweisen will: „329 Milligramm je Liter“, raunt es aus der ersten Reihe im Hörsaal. Volker Preuß nickt zustimmend und sagt, dass Lübbenau aufgrund von regionalen Einträgen seit Jahren über dem Grenzwert liegt. Laut Trinkwasserverordnung ist hier eine Einzelfallprüfung erforderlich, die das lokale Gesundheitsamt vornehmen muss.

Im Falle von Lübbenau haben sich keine Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit ergeben. Der BTU-Wasserexperte fügt hinzu, dass selbst für den Bereich von 500 bis 1000 mg/l Sulfatgehalt das Trinkwasser unbedenklich sei. Auf die Medien-Schlagzeilen und die Warnung vor einer abführenden Wirkung eingehend betonte er, dass für diesen Effekt etwa das Hundertfache des Lübbenauer Wertes notwendig sei.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 13. Juli 2017

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Lausitzer Wirtschaft weist Kohle-Studie der Grünen als Wahlkampf zurück

Die Reaktionen gehen von Irritation bis Ärger. Passend zu ihrer Kohleausstiegs-Agenda haben die Grünen eine weitere Kurz-Studie vorgelegt, die im Kern zu der Einschätzung kommt, „dass die Bedeutung der Braunkohle insgesamt tendenziell überschätzt wird“. Für die Tausenden von Familien, die von der Kohle leben, klingt das wie Hohn. Regionale Wirtschaftsvertreter weisen die Studie als Wahlkampf zurück.

Die Grünen-Bundestagsfraktion, die die Kurzstudie bei dem Beratungsunternehmen Arepo Consult in Auftrag gegeben hat, freute sich über das Ergebnis. „Die Lausitz könnte zu einer der Zukunftsregionen unserer Republik werden, wenn die politischen Weichen richtig gestellt werden“, heißt es euphorisch. Bevor Cem Özdemir (Foto) seine Tour in der Region beendete, machte er Mut. Der Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl, der zum ersten Mal an einer Tagebaukante in der Lausitz stand, nannte auch die Voraussetzungen, unter denen das seiner Auffassung nach gelingen kann. „Man darf den Leuten hier aber nicht länger Sand in die Augen streuen und falsche Versprechen machen. Die Kohle hat mittelfristig keine Zukunft“, betonte er. Und: Statt den Strukturwandel zu blockieren, gelte es mit den Fachkräften vor Ort, den Unternehmen und allen Betroffenen, diesen Wandel aktiv zu gestalten.

Die Industrie- und Handelskammern in Cottbus und Dresden zeigen sich über die Einschätzung des grünen Spitzenpolitikers verwundert. „Haben die Grünen da etwas verpasst“, fragt sich der Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus Wolfgang Krüger. Wer die Initiativen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Unternehmen nicht wahrgenommen habe, die den Strukturwandel in der Lausitz befördern, „der hat hier einen klassischen Wahlkampfauftritt abgeliefert“. Die Lausitz wisse, dass die Zeit der Braunkohle endlich ist. „Aber wir haben hier den modernsten Braunkohle-Kraftwerkspark Europas“, betont Krüger und verweist darauf, dass der Strukturwandel in der Region mit der Kohle gelingen soll.

Für Lars Fiehler ist der Strukturwandel in der Lausitz kein Zukunftsszenario. „Er findet bereits seit geraumer Zeit statt“, erklärt der Pressesprecher der IHK Dresden. In welche Richtung die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes genau gehen wird, lasse sich heute noch nicht mit Bestimmtheit sagen.

Aus Sicht der sächsischen IHK seien aufgrund der Bedeutung der Braunkohleverstromung auch die ökonomischen und politischen Risiken in diesem Prozess beträchtlich und schwer kalkulierbar. Daher gelte es, „den Strukturwandel proaktiv anzugehen, und nicht zu warten, bis weitere Strukturbrüche eintreten“, schildert Fiehler. Die Landesregierungen von Sachsen und Brandenburg haben sich im Juni in Großräschen dazu verständigt. „Ziel muss es sein“, erklärt der Dresdner IHK-Sprecher, „ein möglichst hohes Industrialisierungsniveau in der Lausitz zu bewahren. Das heißt, die Lausitz als Industrieregion zwischen den beiden Ballungsräumen Dresden und Berlin sowie Polen zu etablieren.“

In der Kurzstudie der Grünen wird aufgrund der immer weniger werdenden direkten und indirekten Arbeitsplätze oder der Suche von Energieunternehmen bundesweit nach neuen Geschäftsfeldern geschlussfolgert: „Die Bedeutung der Braunkohle wird insgesamt tendenziell überschätzt.“ So würden heute bundesweit in der Erneuerbaren-Branche 17-mal mehr Menschen als in der Braunkohlenwirtschaft arbeiten – in Brandenburg mehr als doppelt so viele.

„Ich weiß nicht, wer Arepo Consult ist und woher die Erkenntnisse kommen. Mit uns hat niemand gesprochen“, zeigt sich Wolfgang Krüger verärgert. Die Grünen würden vor dem Hintergrund der Klimaschutzpolitik „die sozialen Folgen völlig außer Acht lassen. Wir aber wollen den Menschen eine Perspektive mit guten Löhnen in der Region bieten.“

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 7. Juli 2017

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Biker für unsere Kohle - die Bikertour 2017 wieder erfolgreich unterwegs durch die Lausitz

Auch dieses Jahr waren wieder rund 400 Biker vom Treffpunkt an den Tagesanlagen in Jänschwalde durch unsere schöne Lausitz bis nach Hoyerswerda am Samstag, 17. Juni 2017 den ganzen Tag unterwegs und haben damit symbolisch auf die Bedeutung der heimischen Braunkohle aufmerksam gemacht.

Prominente Gäste wie Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bundestags-Mitglied Ulrich Freese begleiteten den Start um 09:30 Uhr, nachdem sich alle ab 07:00 Uhr beim Bikerfrühstück gestärkt hatten. 

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Leag will die Lausitz zum innovativen Energiedrehkreuz machen

Der Energiekonzern Leag will für die Zeit nach der Braunkohle gerüstet sein. Dafür soll in der Lausitz ein industrieller Großspeicher gebaut werden. Als Partner des Projekts, das für den Erfolg der Energiewende bedeutend ist, wurde kein geringerer als Siemens gewonnen. Baubeginn ist voraussichtlich schon im kommenden Jahr. Mit solchen Schritten will die LEAG die Lausitz zu einem Energiedrehkreuz im Herzen Europas entwickeln.

Ostdeutschlands größter Energieversorger, der Konzern Leag, will eine aktivere Rolle in der Energiewende übernehmen. Wie das Unternehmen ankündigte, soll an einem der brandenburgischen Kraftwerksstandorte, Jänschwalde oder Schwarze Pumpe, ein industrieller Großspeicher gebaut werden - zunächst mit 45 bis 50 Megawatt Leistung. Dieser soll Spitzenlasten auffangen, wenn zum Beispiel an sonnigen und windigen Tagen zuviel Strom im Netz ist und diese wieder einspeisen, sobald die Nachfrage steigt.

Die fehlende Speicherbarkeit in industriell nutzbarem Maßstab, verbunden mit einem relativ unflexiblen Stromnetz, gilt als zentrale Schwachstelle der deutschen Energiewende. Hier möchte Leag künftig stärker mitmischen.

„Wir sehen hier eine Möglichkeit, uns mit unserem Knowhow stärker im Stromnetz der Zukunft engagieren zu können, zunächst auf Basis unseres Kerngeschäfts Braunkohle“, sagte Leag-Vorstandschef Helmar Rendez dem rbb.

Damit zeigt die Leag gut zwei Monate nach Bekanntgabe des neuen Revierkonzeptes für die Lausitz, wohin die Reise strategisch gehen soll. Unter den neuen tschechischen Eigentümern steigt das Lausitzer Unternehmen als assoziierter Partner in die Entwicklung neuer Technologien zur Bewältigung der Energiewende ein.

Im Verbundprojekt Windnode, das rund 60 Beteiligte in allen ostdeutschen Bundesländern umfasst, wird die Leag zusammen mit Siemens den Speicher entwickeln. Das Projekt trägt den Namen „BigBatt“ für große Batterie, die Kosten werden bei etwa 20 Millionen Euro liegen.

Der genaue Standort für das Vorhaben werde noch geprüft, so Frank Mehlow, Leiter des Bereiches Energiewirtschaft bei der Leag. Alle Kraftwerkstandorte des Unternehmens verfügten jedoch über die nötige Infrastruktur und ausreichend Platz. Der Speicher soll durch die Vernetzung mit der Braunkohlestromerzeugung die Flexibilität der Kraftwerke weiter erhöhen. Außerdem könnte er Systemdienstleistungen für Netzbetreiber liefern. Das bedeutet, zur Stabilisierung des Stromnetzes kann in kritischen Situationen Elektroenergie schnell zu- oder abgeführt werden.

Darüber hinaus sollen neue Technologien der Betriebsführungs- und Leitsysteme entwickelt werden, kündigte Rendez an: „Wir wollen den Transformationsprozess des Energieversorgungssystems zielgerichtet und langfristig begleiten.“ Das Unternehmen werde neue Produkte entwickeln und sich Geschäftspartnern öffnen. „Wir haben Regelungssysteme für einen flexiblen Kraftwerkspark, die könnten auch für andere von Interesse sein“, so Rendez. Schon jetzt würden Know-how und digitale Systeme der Leag im Drittkundengeschäft genutzt.

Flexibilität sei das zentrale Thema der Energiewende. Der geplante Großspeicher für Strom mit 40 bis 50 MW sei dabei für die Leag aber nur ein „Sahnehäubchen“, so der Vorstandschef. Das Unternehmen verfügt über einen Braunkohlekraftwerkspark mit 8000 MW Leistung. Dort werde deshalb auch in Zukunft der wesentliche Teil der Flexibilität im Stromangebot erbracht werden müssen.

Damit sieht es nach Angaben von Rendez nicht schlecht aus. Als Beispiel nennt er den 1. Mai diesen Jahres. An diesem Tag sei die Stromproduktion des Braunkohlekraftwerksparks der Leag von 6000 MW auf 3000 MW herunter- und wieder hochgefahren worden. Beide Prozesse hätten jeweils nur fünf bis sechs Stunden gebraucht. Insgesamt könnten die Anlagen auf 30 Prozent der Kapazität gedrosselt werden. Ziel des Unternehmens sei es, eine Reduzierung bis auf 20 Prozent zu schaffen.

Wenn der geplante Strom-Großspeicher erfolgreich funktioniert, könnte sich Leag-Chef Rendez vorstellen, auch für andere Firmen solche Speicher zu steuern und zu vermarkten. Das eröffne ein neues Geschäftsfeld: „Wir treiben damit die Digitalisierung der Energiewirtschaft voran.“ Die Lausitz könnte zu einem „innovativen Energiedrehkreuz“ werden.

Wie sehr der Braunkohlekonzern auf weitere Digitalisierung setzt, zeigt eine andere Entscheidung. Kürzlich wurde ein spezielles Team mit zehn Mitarbeitern gebildet, das sich mit Vorschlägen dazu befasst.

Ganz offensichtlich befasst sich die Leag nicht nur damit, so lange wie möglich Braunkohlestrom zu produzieren. „Wir planen nicht nur für die nächsten 25 bis 30 Jahre, sondern auch für die Transformation des Energiesektors und die Zeit danach“, sagte Rendez.

Quellen: rbb-online vom 9. Juni 2017, lr-online vom 9. Juni 2017

 

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