Aktuelles vom Pro Lausitzer Braunkohle e.V.

Lausitz kann auf Millionenförderung für zwei Reallabore hoffen

„Reallabore der Energiewende“ sind eine neue Fördersäule im Energieforschungsprogramm der Bundesregierung. Unternehmen erproben dabei in einer Region den realen Betrieb von neuen Technologien. Im Wettbewerb um die lukrative Förderung wurden die ersten 20 Vorhaben mit einem Aufruf zur Antragstellung prämiert. Darunter befinden sich zwei Projekte aus der Lausitz

Gleich zwei Ideen für Großvorhaben haben sich beim bundesweiten Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ durchgesetzt und können in den kommenden Jahren mit einer Millionenförderung umgesetzt werden. Den Wettbewerb ausgeschrieben hatte im Frühjahr Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU). Die Resonanz war gewaltig. Immerhin hatten sich 90 Konsortien aus dem ganzen Bundesgebiet daran beteiligt.

Unterstützt wird der Bau eines Wasserstoff-Referenzkraftwerkes Industriepark Schwarze Pumpe. Das Industriegebiet auf der brandenburgisch-sächsischen Landesgrenze gilt als Areal mit außergewöhnlichem Entwicklungspotenzial. Auf dem Areal arbeiten inzwischen rund 120 verschiedene Firmen mit mehr als 5000 Mitarbeitern.

„Das ist ein wirklich starkes Zeichen für unsere Region“, sagt Manfred Heine. Der parteilose Bürgermeister der Gemeinde Spreetal ist Vorsitzender des Zweckverbandes Industriepark Schwarze Pumpe, der das zukunftsweisende Kraftwerksprojekt in den kommenden Jahren umsetzen will. Geplant wird es zunächst mit einer Leistung von zehn Megawatt. Dafür wurde bereits ein Konsortium gebildet. Beteiligt sind dabei neben großen Netzbetreibern beispielsweise auch das Energieunternehmen Leag, der Technologiekonzern Siemens und die BTU Cottbus-Senftenberg.

Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) hatte sich bereits als Mitglied der Kohlekommission vehement für die Erprobung der Wasserstofftechnologie im Revier stark gemacht. Von Anfang an unterstützt wurde sie dabei von Professor Harald Weber vom Institut für Elektrische Energietechnik der Universität Rostock. „Endlich werden nicht nur Überschriften produziert und Konferenzen veranstaltet, sondern damit begonnen, greifbare Realitäten für den Strukturwandel aufzubauen“, kommentierte Herntier den Zuschlag für das neue Kraftwerksprojekt.

Für Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) ist die der bestehenden Kraftwerksstandorte ein besonderes Anliegen. „Ein schrittweiser Umbau in Schwarze Pumpe mit Einbindung der Erzeugung erneuerbarer Energien, dem Aufbau eines Speicherkraftwerkes und einer intelligenten, wasserstoffbasierten Sektorenkopplung ist dafür ein sehr guter Weg“, sagte Woidke.

Gefeiert werden kann auch in Cottbus, Spremberg, Lübbenau und Lübben. Die Lausitzer Städte sollen im Verbund zum „Reallabor Lausitz“ werden. Dabei geht es im Grundsatz um das energieeffizientes Bauen, den emissionsarmen Verkehr der Zukunft und die städtische Versorgungsinfrastruktur.

Als „Paukenschlag und Meilenstein“ hat der Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU)  den Zuschlag im „Reallabor-Wettbewerb bezeichnet. „Die zielgerichtete Vorbereitung mit Partnern wie der BTU Cottbus-Senftenberg, der Gebäudewirtschaft Cottbus, der Stadtwerke oder von Cottbusverkehr trägt erste Früchte“, sagte Kelch. Zu den Vorhaben in der Lausitzmetropole zählen beispielsweise die Entwicklung eines „Nullenergiequartiers“ an der Marienstraße (bisheriger Busbahnhof), der Neubau einer Energie- und Umweltschule am Cottbuser Ostsee, ein innovatives Energiemonitoring kommunaler Gebäude oder die Umstellung des ÖPNV auf Wasserstoffantriebe für klimaneutrale Mobilität beispielsweise am Cottbuser Ostsee.

Insgesamt prämiert das BMWi bundesweit 20 Konsortien, die Reallabore planen. Diese ausgewählten 20 Sieger des Ideenwettbewerbs können in den kommenden Wochen und Monaten nun ihre Anträge für Fördermittel stellen. Dafür stellt das BMWi jährlich 100 Millionen Euro zur Verfügung. Um den besonderen Stellenwert traditioneller Energieregionen für das Energiesystem der Zukunft zu unterstreichen, hat das Bundeskabinett in den Eckpunkten für ein Strukturstärkungsgesetz vom 22. Mai 2019 bereits beschlossen, für Reallabore in Strukturwandelregionen zusätzliche 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus wird die Bundesregierung bis Ende des Jahres eine Wasserstoffstrategie beschließen. „Reallabore der Energiewende“ sind hierfür ein wichtiger Baustein.

Im geplanten Referenzkraftwerk in Schwarze Pumpe sollen Technologien der Versorgung mit regenerativen Energien und Wasserstoff als chemischem Speicher erprobt werden. Es geht darum, überschüssigen Strom aus Zeiten mit viel Sonne und Wind in Wasserstoff umzuwandeln. Dieser kann dann bei Bedarf über Brennstoffzellen wieder zur Erzeugung von Elektroenergie genutzt werden. Die Rede ist von zehn Megawatt Leistung.

In der Projektbeschreibung heißt es, es solle neben Strom auch Wärme bereitgestellt werden können. Wasserstoff solle zudem für Verkehr und Industrie verfügbar gemacht und ins bestehende Erdgasnetz eingespeist werden. Ein weiteres Ziel sei es, mögliche gesetzliche und regulatorische Hürden zu identifizieren, die einen wirtschaftlichen Betrieb erschweren könnten.

Partner des Zweckverbandes sind das Centrum für Energietechnologie Brandenburg, die Zossener Energiequelle GmbH, die Enertrag AG aus der Uckermark, Siemens, die Leag, die Netzbetreiber 50Hertz und Ontras sowie die Universität Rostock mit ihrem Transferzentrum für angewandte Forschung in der Energietechnik.

Quellen: Lausitzer Rundschau vom 19. Juli 2019, Sächsische Zeitung .de vom 19. Juli 2019, Pressemitteilung des BMWi vom 18. Juli 2019

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Sofortige Abschaltung aller Kohlekraftwerke in Deutschland. Ausnahmslos und heute!

Die Forderung nach einer sofortigen Abschaltung aller deutschen Kohlekraftwerke hat in Deutschland derzeit Hochkonjunktur. Es mag viele überraschen, dass ausgerechnet der Pro Lausitzer Braunkohle e.V. diesen Weg als den derzeit einzig richtigen in der aktuellen Debatte zur Energiewende ansieht.

Dazu der Vorstandsvorsitzende des Vereins, Wolfgang Rupieper: „Es ist in Deutschland zum Selbstverständnis geworden, dass Strom jederzeit aus der Steckdose kommt. Heute darf jeder nach dem sofortigen Kohleausstieg rufen und sich der Multiplikation seiner Forderung in der Berichterstattung sicher sein. Wir sollten das einmal in Deutschland umsetzen und zwei, drei Tage abwarten – dann haben alle Menschen, nicht nur die Schüler, ausreichend Zeit, sich der Naturgesetze und der Physik zu erinnern. Wenn der Strom nach dem Hochfahren der Kohlekraftwerke wieder fließt, dürfte Vielen auch im übertragenden Sinn ein Licht aufgehen. Dieser Weg ist in unseren Augen die derzeit einzige Lösung, eine verfahrene und von reiner Symbolik getriebene Debatte zu versachlichen. Wir sind das unseren Kindern und Enkelkindern schuldig, die später die Schulden der fehlgesteuerten Energiewende ebenso schultern müssen wie die durch die Bundesregierung verschlafene technologische Offensive für den Klimaschutz.“

Die Bundesregierung Deutschland verfügt derzeit über kein Konzept zum Ersatz der fossilen Energieträger. 2020 wird bereits eine Unterdeckung der relevanten Höchstlast im deutschen Stromsystem vorhanden sein, mit der Abschaltung weiterer Kohlekraft und der verbliebenen Atomkraft wird diese Lücke 2022 gut ein Fünftel der möglichen Höchstlast umfassen. Zudem werden mit der Kernenergie knapp 10 Gigawatt CO2-neutrale Stromproduktion aus dem Netz gehen, für die bislang nur fossile Energieträger mit zusätzlichen Emissionen als Ersatz in Sicht sind.

Seit über 20 Jahren haben sich die Emissionen im Energiesektor Deutschlands nur unwesentlich verringert. Der einzige nennenswerte Beitrag wurde Anfang der 1990er-Jahre durch den industriellen Zusammenbruch der ehemaligen DDR verursacht, seitdem stagnieren die Emissionen trotz schwindelerregendem Zubau der Erneuerbaren und deren Subvention im Bereich hunderter Milliarden. Seit 2012 übersteigen die „Subventionen“ für Erneuerbare die Gesamtsubventionen des Bundes und betragen heute jährlich über 30 Milliarden Euro. Eine technologische Offensive für den Klimaschutz wurde sowohl bei der Elektrolyse für die Verstetigung Erneuerbarer als auch bei der CCS-Technologie für Emissionsminderungen aus Industrieprozessen und Kohlekraftwerken in Deutschland komplett verschlafen. Nachfolgende Generationen tragen den Schaden sowohl der symbolgetriebenen Kapitalvernichtung für Erneuerbare als auch der versäumten Forschung und Entwicklung für Klimaschutzmaßnahmen.

Ein Freitag für die Zukunft unserer kommenden Generationen ist gut gemeint, ein Blackout würde ihr trotz vorübergehenden Schmerzen tatsächlich helfen. Lernen durch Schmerzen ist ein entwicklungspsychologisch tief verankerter Prozess – der einen Abgleich von äußerlich beeinflussten Meinungsbildern mit der Realität ermöglicht.

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Pro Lausitz beim Braunkohleausschuss

Zur heutigen Sitzung des Braunkohleausschuss im Stadthaus Cottbus war unser Verein zusammen mit der IG BCE wieder vor Ort und begrüßte ab kurz vor 8 Uhr die Teilnehmer der Sitzung mit der Botschaft "Wir lassen die Lausitz nicht ausradieren!". Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke (Bildmitte) freute sich über die anwesenden Vereinsmitglieder und Unterstützer.

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Zur Sache, Brandenburg!

Sehr geehrte Vereinsmitglieder,
zur Unterstützung des morgigen Bürgerdialogs freut sich der Vorstand, wenn möglichst viele Mitglieder des Vereins die Interessen der Lausitz persönlich vor Ort vertreten!

Um eng mit den einzelnen Landkreisen und kreisfreien Städten in Kontakt zu bleiben, finden die Kabinettssitzungen der Landesregierungen regelmäßig "vor Ort" im Land statt. Aber der Austausch über die spezifischen Herausforderungen in den einzelnen Regionen und über die Themen, die den Menschen auf der Seele liegen, kann von nun an noch untermittelbarer erfolgen: Ministerpräsident Dietmar Woidke hat am 16. Oktober in Birkenwerder im Landkreis Oberhavel eine Reihe von Bürgerdialogen unter dem Titel „Zur Sache, Brandenburg!" gestartet. Wie er mitteilte, soll es in den kommenden Wochen und Monaten bei den abendlichen Veranstaltungen in „fairen Diskussionen" um „konkrete Anliegen, Fragen sowie Wünsche der Bürgerinnen und Bürger" an die politisch Verantwortlichen in Brandenburg gehen.

Der Bürgerdialog wird in der Regel am Abend nach der Kabinettsitzung in den jeweiligen Regionen stattfinden. Der Eintritt ist frei. Jede und jeder kann kommen, Fragen stellen, diskutieren oder einfach nur zuhören.

Der Auftakt fand am 16. Oktober 2018 in Birkenwerder in der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule statt. Es folgten Veranstaltungen am 12. November in Brandenburg an der Havel, am 27. November in Eberswalde und am 10. Dezember in Lauchhammer.

Für 2019 sind bisher Bürgerdialoge in Perleberg (4. Februar), Schwedt/Oder (12. Februar), Potsdam (19. Februar) und Cottbus (26. Februar) geplant.

Weitere Infos:
https://www.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.611182.de

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Für Weltoffenheit und Toleranz

Gemäß dem Aufruf des Cottbuser Aufbruch, dass alljährlich der 15. Februar, der Jahrestag der Bombardierung von Cottbus im Zweiten Weltkrieg, Anlass zum Gedenken an die Schrecken von Krieg, Gewalt, Zerstörung, aber auch an die Ursachen davon bietet, war unser Verein auch 2019 wieder dabei.

Dieser Tag ist ebenso Anlass zur Rückbesinnung auf die Menschenwürde und die Werte, auf denen unser friedliches und soziales Zusammenleben beruht und auf die Demokratie als unserem politischen Ordnungssystem. Dies unterstützt der Pro Lausitzer Braunkohle e.V. vollumfänglich!

 

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