Braunkohlenwirtschaft unterstreicht Bedeutung einer sicheren Energieversorgung

„Wir warten nicht darauf, dass jemand die Transformation für uns erledigt.“ Mit dieser Botschaft absolvierten die Vertreterinnen und Vertreter der deutschen Braunkohlenwirtschaft ihren diesjährigen Braunkohlentag. Bei allen ambitionierten Zukunftsplänen gelte doch weiter eine zentrale Gewissheit: Die Braunkohle sichere gerade in Umbruchzeiten eine jederzeit sichere und zuverlässige Energieversorgung.

Die Rolle der deutschen Braunkohleindustrie in der Energiewende ist vielfältig. Unternehmen legen schrittweise Kraftwerksblöcke still, bauen neue Geschäftsfelder auf und sichern gleichzeitig weiterhin mit der Braunkohle aus den Tagebauen der drei Reviere Rheinland, Lausitz und Mitteldeutschland die Grundlast. Aus diesem Zusammenspiel ergeben sich Chancen und Herausforderungen, die der Deutsche Braunkohlen-Industrie-Verein e. V. (DEBRIV) auf dem Braunkohlentag 2024 gemeinsam mit den rund 400 Vertreterinnen und Vertreter aus der Branche, der Politik, den Behörden und Kommunen sowie der Wissenschaft diskutiert.

„Eine planbare, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung ist das Fundament unseres gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens“, erklärte Brandenburgs Minister¬präsident Dietmar Woidke in seinem Grußwort zum Auftakt der Veranstaltung. Für dieses Ziel arbeiteten die Beschäftigten in den Energieunternehmen in Deutschland und Brandenburg jeden Tag rund um die Uhr. „Herzlichen Dank für dieses große Engagement“, so Woidke. Besonders für die Energieversorgung brauche es stabile Rahmenbedingungen und Planungssicherheit. „Brandenburg hält deswegen am gesetzlich beschlossenen Kohleausstieg 2038 fest. Das ist nicht nur gesamtgesellschaft¬licher Konsens, sondern auch Gesetz. Wir brauchen Stabilität und Sicherheit, zumal unser Stromverbrauch weiter deutlich steigen wird.“

Insofern sei es eine gute Nachricht, dass jetzt endlich in den ostdeutschen Revieren die Entschädigungszahlungen für die LEAG grundsätzlich klar sind, betont Brandenburgs Ministerpräsident. Das Geld werde für Rekultivierung und Sanierung, sozial verträgliche Rahmenbedingungen für die Beschäftigten, aber auch für Investitionen in erneuerbare Energien und Speichertechnologien gebraucht. Damit bleibe die Lausitz Energie- und Industrieregion.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach bekräftigte am Abend der Veranstaltung: „Eines der sechs Zielkriterien der Energiestrategie 2040 Branden¬burgs ist es, Beschäftigung und Wertschöpfung im Zeitraum bis 2040 zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Unter der Voraussetzung der Versorgungssicherheit und gleichzeitig im Sinne der regionalen Nachhaltigkeit, wollen wir eine Balance zwischen Wirtschaftlichkeit sowie Umwelt- und Sozialverträglichkeit schaffen. Die Transforma¬tion des Energieversorgungssystems – und damit das Ziel der Klimaneutralität – ist nicht nur mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien verbunden, sondern auch mit der Verzahnung der Sektoren im Energiebereich wie Strom, Wärme oder Mobilität. Dies ist ein langfristiger Prozess, der erhebliche Investitionen, nicht nur in neue Er¬zeugungskapazitäten, sondern auch in Speicher und Netze erfordert.“

Philipp Nellessen, Vorstandsvorsitzender des DEBRIV, verdeutlichte zuvor nochmals, wie alle Unternehmen den Kohleausstieg konsequent umsetzen. Gleichzeitig investieren sie mehrere Milliarden Euro in neue Erneuerbare-Energie-Anlagen, Speicher und wasserstofffähige Kraftwerke. „Wir warten nicht darauf, dass jemand die Transformation für uns erledigt, sondern entwickeln unsere Standorte weiter – so dass sie Basis für eine nachhaltige Wertschöpfung werden. Wir brauchen allerdings die uns dafür zugestandene Zeit, auch um keine Zweifel an der Sicherheit der Stromversorgung in Deutschland aufkommen zu lassen“, betonte Nellessen.

Der Braunkohlentag ist das zentrale Forum und eine wichtige Austauschplattform rund um die deutsche Braunkohle. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Behörden, Wirtschaft und Wissenschaft informieren und beziehen Stellung zu aktuellen energie- und umweltpolitischen Themen.

Quelle: Mitteilung des DEBRIV vom 7. Juni 2024

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