Braunkohleverstromung in Deutschland legt wieder deutlich zu

Der Energieträger Braunkohle wird in Deutschland wieder verstärkt genutzt. Der Verbrauch erhöhte sich in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 um 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen. Die erneuerbaren Energien verzeichneten ein geringes Minus um 2 Prozent. In der Folge sei für das Gesamtjahr mit einem Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen von gut 4 Prozent zu rechnen.

Auch der Energieverbrauch in Deutschland wird nach Einschätzung der AG Energiebilanzen in diesem Jahr voraussichtlich um knapp 3 Prozent ansteigen. Für den Verbrauchsanstieg sei vor allem die Wiederbelebung der wirtschaftlichen Aktivitäten verantwortlich. Das im Vergleich zum Vorjahr deutlich geringere Windstromangebot wurde im Stromerzeugungsmix durch konventionelle Energieträger ausgeglichen. Zusätzlich sorgte die gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich kühlere Witterung für einen Anstieg beim Verbrauch von Heizenergien. Unter Ausschaltung des Witterungseinflusses hätte sich der Energieverbrauch gegenüber dem Vorjahreszeitraum nur um 0,6 Prozent erhöht. Allerdings, so die AG Energiebilanzen, liegen sowohl die absoluten wie auch die temperaturbereinigten Verbrauchswerte noch spürbar unter den Werten von 2019.

Die Braunkohle legte in den ersten neun Monaten des Jahres 2021 um 25,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr zu, lag aber um 8,6 Prozent unter dem Vergleichswert von 2019. Der Zuwachs ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die im Vorjahreszeitraum witterungsbedingt hohe Einspeisung von Strom aus Windanlagen in diesem Jahr bisher deutlich niedriger lag und eine andere Wettbewerbssituation auf dem Strommarkt vorliegt.

Auch der Verbrauch an Steinkohle stieg in den ersten neun Monaten um 20 Prozent. Der Erdgasverbrauch erhöhte sich um 8,5 Prozent. Bei der Kernenergie kam es im Berichtszeitraum zu einem Anstieg der Stromproduktion um 8,2 Prozent.

Die erneuerbaren Energien verminderten ihren Beitrag zum Primärenergieverbrauch in den ersten neun Monaten um insgesamt 2 Prozent. Vor dem Hintergrund des Verbrauchsanstiegs reduzierte sich der Anteil der Erneuerbaren am gesamten Energieverbrauch (Energiemix) auf 16,1 Prozent. Während die Wasserkraftwerke um 14 Prozent zulegen konnten, kam es bei den Windenergieanlagen an Land zu einem Rückgang der Stromerzeugung um 18 Prozent und auf See um 14 Prozent. Die Stromerzeugung aus PV-Anlagen erreichte knapp die Höhe des Vorjahreszeitraumes.

In den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres floss mehr Strom ins Ausland als umgekehrt nach Deutschland. In Summe ging der positive Stromaustauschsaldo leicht zurück.

Für das Gesamtjahr rechnet die AG Energiebilanzen mit einem Anstieg der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von gut 4 Prozent. Maßgeblich für diese Schätzung ist neben dem witterungs- und konjunkturbedingten Verbrauchsanstieg der leichte Rückgang des Anteils der Erneuerbaren am Gesamtverbrauch. In der Stromerzeugung wurde die verminderte Windstromerzeugung wettbewerbsbedingt vor allem durch gesicherte Leistung aus Stein- und Braunkohlekraftwerken ausgeglichen.

Quelle: Pressemitteilung der AG Energiebilanzen vom 2. November 2021

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