China setzt infolge des Ukraine-Kriegs wieder verstärkt auf Kohlestrom

Der weltweite Trend ist zunächst ungebrochen: Die Zahl der weltweit geplanten Kohlekraftwerke nahm im vergangenen Jahr weiter ab, berichtet die Berliner Tagesszeitung taz mit Verweis auf den aktuellen Global Energy Monitor. Dennoch werde zur Erreichung des 1,5-Grad-Ziels noch immer zu viel fossiler Brennstoff genutzt. Zudem plant China infolge des Ukraine-Kriegs einen Ausbau der Kohlekapazitäten.

Nach Angaben des Global Energy Monitor, den mehrere Klimaschutz-NGOs jährlich erstellen,
sank die Kapazität der weltweit projektierten Kohlemeilerprojekte 2021 um 13 Prozent auf 457 Gigawatt (GW), die Zahl der Länder mit Kohleblöcken in Planung ging von 41 auf 34 zurück. Dafür nahm die Kraftwerkskapazität um 18,2 GW zu, da weniger Kraftwerke stillgelegt wurden – und die Nachfrage anstieg.

„Mehr als die Hälfte (56 Prozent) der 45 GW neu in Betrieb genommener Kapazität stehen in China. Außerhalb Chinas schrumpfte die Kohlekraftwerksflotte das vierte Jahr in Folge. In der EU gingen Kohlekraftwerke mit einer Kapazität von insgesamt 12,9 GW vom Netz, davon 5,8 GW in Deutschland. Portugal legte seine letzten 1,9 GW im November 2021 still – und vollzog damit den Kohleausstieg neun Jahre früher als geplant“, heißt es in der taz.

Kritisch wird der Krieg in der Ukraine gesehen. China, der größte Kohleförderer und -verbraucher weltweit, setze unter dem Eindruck des russischen Überfalls verstärkt auf Kohleverstromung, um Energiesicherheit zu gewährleisten. Die Kapazitäten zur Kohleförderung sollen deshalb allein in diesem Jahr um 300 Millionen Tonnen oder sieben Prozent erweitert werden. Die Regierung will damit die schwächelnde Wirtschaft ankurbeln – und weniger von Rohstoff-Importen abhängig werden.

Quelle: Tageszeitung, taz.de, vom 27. April 2022

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