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Corona drosselt Wirtschaft und Stromverbrauch

Zuverlässig verfügbarer Strom ist eine Grundvoraussetzung für Wertschöpfung und Wachstum. Entwickelt sich die Wirtschaft dynamisch, sind die Energieerzeugungsanlagen gefragt, egal welchen Energieträger sie nutzen. Bricht dagegen die Wirtschaft ein, geht auch der Stromverbrauch zurück. Das zeigen die vergangenen Monate deutlich. Die Corona-Krise lässt die Wirtschaft und den Stromverbrauch schrumpfen.

Durch die Corona-Krise ist der Stromverbrauch in Deutschland deutlich gesunken. Wie aus vorläufigen Berechnungen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
hervorgeht, wurden im ersten Halbjahr 2020 272 Milliarden Kilowattstunden Strom verbraucht und damit 26 Milliarden Kilowattstunden weniger als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Insgesamt ist dies ein Rückgang beim Stromverbrauch um 5,7 Prozent.

Die BDEW-Analyse führt den gesunkenen Stromverbrauch vor allem auf die schwache Wirtschaftslage durch die Corona-Pandemie und den damit geringeren Strombedarf der Industrie zurück. In der Autoindustrie und anderen Wirtschaftszweigen standen im Frühjahr wochenlang Fabriken still.

Parallel zum Rückgang beim Gesamtstromverbrauch stieg der Anteil der erneuerbaren Energien. Da Windräder und Solaranlagen besonders viel Strom erzeugten, hätten die erneuerbaren Energien mit 50,2 Prozent erstmals mehr als die Hälfte des Bruttostromverbrauchs in Deutschland gedeckt. Das entspreche einem Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Erneuerbaren an der
Bruttostromerzeugung, die auch die exportierten Strommengen umfasst, betrug laut BDEW im ersten Halbjahr 2020 rund 48,7 Prozent.

Nach Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und des BDEW wurde durch Kohle indes deutlich weniger Strom erzeugt als im ersten Halbjahr 2019. Bei der Braunkohle betrug der Rückgang mehr als ein Drittel, bei der Steinkohle sogar über 40 Prozent. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum mit Kohle noch 19 Prozent des Stroms in Deutschland produziert.

Quelle: Zeit Online vom 30. Juli 2020

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