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Der Energieverbrauch in Deutschland bleibt auf Talfahrt

Corona macht es möglich: In Deutschland sinkt der Stromverbrauch deutlich und mit ihm auch der Ausstoß von Kohlendioxid. Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) rechnet mit einem Rückgang um annähernd 7 Prozent für das Gesamtjahr 2020 gegenüber 2019. Die energiebedingten Kohlendioxid-Emissionen dürften demnach sogar um mehr als 10 Prozent zurückgehen.

Der Energieverbrauch in Deutschland wird in diesem Jahr voraussichtlich um knapp 7 Prozent unter das Niveau des Vorjahres fallen und eine Höhe von 11.920 Petajoule (PJ) oder 406,6 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) erreichen, schätzt die AG Energiebilanzen auf Grundlage der aktuellen Berechnungen für den Verbrauch in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres.

Infolge des Verbrauchsrückgangs sowie weiteren Verschiebungen im Energiemix zugunsten der Erneuerbaren und des Erdgases rechnet die AG Energiebilanzen für 2020 mit einem Rückgang der energiebedingten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von knapp 72 Mio. Tonnen. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um mehr als 10 Prozent. Sollte der Verlauf der Corona-Pandemie noch weitere Maßnahmen erzwingen, ist mit einem stärkeren Rückgang beim Energieverbrauch sowie beim CO2-Ausstoß zu rechnen.

Nach Ablauf der ersten neun Monate lag der gesamte Energieverbrauch in Deutschland mit 8.469 PJ beziehungsweise 289,1 Mio. t SKE um 8,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Nach einem starken Einbruch des Energieverbrauchs im 2. Quartal konnte sich die Verbrauchsentwicklung im 3. Quartal etwas erholen; die dafür verantwortliche, leicht verbesserte wirtschaftliche Entwicklung schwächte sich zuletzt jedoch wieder spürbar ab. Für die deutlich rückläufige Verbrauchsentwicklung sind vor allem die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie verantwortlich. Hinzu kamen langfristige Trends, wie die weitere Zunahme der Energieeffizienz sowie die im Jahresdurchschnitt bisher etwas höheren Temperaturen.

Der Verbrauch von Mineralöl sank in den ersten neun Monaten des Jahres 2020 insgesamt um 8,7 Prozent. Bei Erdgas schlägt ein Minus von rund 3,0 Prozent zu Buche. Der Verbrauch an Steinkohle lag um 25,7 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Die Braunkohle verzeichnete einen Rückgang um 27 Prozent. Diese Entwicklung ist neben dem pandemiebedingten Verbrauchsrückgang im Wesentlichen auf die Überführung weiterer Kraftwerksblöcke in die Sicherheitsbereitschaft, die höhere Stromeinspeisung aus Wind- und PV-Anlagen sowie durch niedrige Erdgaspreise bedingte Verschiebungen der Wettbewerbssituation auf dem nationalen und europäischen Strommarkt zurückzuführen.

Einzig die erneuerbaren Energien steigerten ihren Beitrag zum gesamten Energieverbrauch in den ersten neun Monaten um insgesamt 3 Prozent.

Auswirkungen auf die Höhe des nationalen Energieverbrauchs hat auch der Saldo beim Stromaustausch mit den Nachbarländern. Deutschlands negativer Stromaustauschsaldo mit seinen Nachbarstaaten fiel in den ersten neun Monaten wesentlich geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Einerseits stiegen die Strommengen, die aus dem Ausland nach Deutschland flossen, andererseits gingen die Stromflüsse aus Deutschland in die Nachbarländer stark zurück.

Quelle: AG Energiebilanzen vom 3. November 2020

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