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Deutschland droht in wenigen Jahren Importabhängigkeit beim Strom

Seit Jahren wird in der energiepolitischen Debatte beklagt, dass Deutschland viel mehr Strom exportiert als importiert. Diese Klage kann sich in wenigen Jahren erübrigt haben. Die Bundesrepublik hat im Jahr 2020 laut der Nachrichtenagentur dpa mehr Strom aus dem Ausland importiert als in Vorjahren. Der Eportüberschuss habe sich halbiert, heißt es in der tageszeitung. Und schon 2023 drohe eine Importabhängigkeit.

Bis kurz vor dem Jahreswechsel flossen im kommerziellen Stromhandel knapp 33.000 Gigawattstunden ins deutsche Stromnetz, berichtet dpa auf der Grundlage von Zahlen der Bundesnetzagentur. Das sind rund 36 Prozent mehr als im Vorjahr. Weil zudem weniger Strom ins Ausland verkauft wurde, ist der deutsche Stromexportüberschuss kräftig gesunken. Mit rund 17.400 Gigawattstunden war er nur noch halb so hoch wie 2019. Zum Vergleich: Die Bruttostromerzeugung in Deutschland betrug 2020 nach vorläufigen Zahlen 564.000 Gigawattstunden.

Ein Grund für die wachsenden Stromimporte ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes der sinkende Anteil von Kohle- und Kernkraftwerken an der Stromerzeugung in Deutschland. Insbesondere bei Windstille oder Dunkelheit sei zur Deckung des Bedarfs Strom importiert worden, stellten die Statistiker mit Blick auf das erste Halbjahr fest. Hauptimportland für Strom war auch 2020 Frankreich, größter Abnehmer Österreich. Frankreich setzt weiterhin auf Kernkraft.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes hielten sich Erzeugung und Verbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2003 in etwa die Waage. Seitdem werde mehr Strom produziert als verbraucht, und es gebe einen Überschuss beim Stromaustausch mit den Nachbarländern. Mit über 55.000 Gigawattstunden sei 2017 der Höchstwert erreicht worden. Seitdem sinkt der Überschuss – auf rund 17.400 Gigawattstunden in 2020.

Nach Informationen der tageszeitung drohe in der Außenhandelsbilanz für Strom schon 2023 der Wendepunkt, so dass Deutschland dann auf Stromimporte angewiesen wäre.

Quellen: dpa vom 31. Dezember 2020, Spiegel Online vom 31. Dezember 2020, tageszeitung vom 31. Dezember 2020

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