Energiekonzerne drängen Bundesregierung zum Handeln bei Wasserstoffkraftwerken

Wasserstofffähige Gaskraftwerke sollen die Brücke in die schöne neue Energiewelt bauen. So sieht es zumindest die Bundesregierung. Damit die Brücke auch trägt, braucht es entsprechende Rahmenbedingungen. Daran haben jetzt LEAG-Chef Torsten Kramer sowie EnBW-Chef Andreas Schell unabhängig voneinander erinnert. Bleiben die zugesagten Signale aus, bremst das auch den Kohleausstieg.

Auch mit dem bevorstehenden planmäßigen Ende des Tagebaus Jänschwalde zum Jahreswechsel 2023/2024 wird sich für das Energieunternehmen Leag am Kohle-Ausstiegsdatum 2038 nichts ändern. Das machte Vorstandschef Torsten Kramer am Rande der Barbara-Feier in Cottbus deutlich. „Wir sind sehr optimistisch, dass wir auch noch bis in die 30er Jahre hinein Kohle fördern in der Region“, sagte Kramer in der RBB-Sendung „Brandenburg aktuell“ auch mit Blick auf die dauerhafte Stabilität der Versorgung.

Vor knapp einem Jahr hatte der Leag-Vorstandsvorsitzende erstmals eine andere Jahreszahl zum Kohleausstieg genannt. Er könne sich unter bestimmten Voraussetzungen vorstellen, dass im Jahr 2033 die Leag nicht mehr von der Kohle lebe. Kramer betonte aber, dass Bedingungen dafür die Erhaltung der Versorgungssicherheit und H2-Ready-Kraftwerke - wasserstofffähige Kraftwerke - seien, die an den vier Standorten in der Lausitz und im Mitteldeutschen Revier am Netz sein müssten. Da dies noch nicht der Fall sei, gelte für das Unternehmen der vereinbarte und gesetzlich verankerte Kohleausstieg 2038.

Auch Deutschlands drittgrößter Energiekonzern EnBW warnt vor weiteren Verzögerungen beim geplanten Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke in Deutschland. „Wenn die Kraftwerkstrategie nicht bald kommt, wird Deutschland 2030 nicht aus der Kohle aussteigen können“, sagte EnBW-Chef Andreas Schell dem „Spiegel“. Die Bundesregierung hatte angekündigt, dass in den nächsten Jahren neue Wasserstoff- und Gaskraftwerke mit einer installierten Leistung von bis zu 24 Gigawatt entstehen sollen.

Nach dem Atomausstieg und dem geplanten Kohleausstieg sollen sie die Stromversorgung in Zeiten mit wenig Wind- und Sonnenstrom absichern. Allerdings lassen die angekündigte Kraftwerkstrategie des Bundeswirtschaftsministeriums und konkrete Ausschreibungen auf sich warten. Angesichts der Haushaltskrise ist fraglich, wie der Staat die Investition in die neuen Kraftwerke – die nur in wenigen Phasen Strom erzeugen sollen – fördern wird.

Quellen: Berliner Zeitung, berliner-zeitung.de, vom 8. Dezember 2023, rbb-online.de vom 7. Dezember 2023, dts Nachrichtenagentur vom 1. Dezember 2023

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