tl_files/Aktuelles/pfingsten/TgbWelzowSued.jpg

Europäische Union setzt in ihrer Wasserstoffstrategie auf CCS

Am Wasserstoff hängen viele Zukunftsträume. Um daraus Wirklichkeit werden zu lassen, gibt es nicht nur Pilotprojekte und Reallabore, wie das in Schwarze Pumpe. Überall werden Strategien geschrieben. Deutschland hat sich gerade eine gegeben. Jetzt folgt die EU. Interessant sind die Unterschiede. Die EU beispielsweise setzt auf CCS, die Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid – für Deutschland noch immer ein Tabu.

Die Wasserstoffstrategie der EU-Kommission basiert auf einem Drei-Stufen-Plan, schreibt das Handelsblatt. In der ersten Stufe sollen die ersten Elektrolyseure zur Herstellung von grünem Wasserstoff mit bis zu 100 Megawatt Leistung verwirklicht werden. Die bereits existierende Wasserstoffproduktion auf Erdgasbasis soll in den kommenden Jahren möglichst CO2-frei werden, indem die bestehenden Anlagen aufgerüstet werden: Künftig soll das freiwerdende CO2 abgespalten und gespeichert werden (Carbon Capture and Storage, kurz CCS). In diesen Bereich fließen bereits jetzt viele EU-Gelder, heißt es.

In Phase zwei steht der Ausbau der Elektrolyseur-Kapazitäten im Vordergrund. Die Kommission erhofft sich davon eine signifikante Kostenreduktion für die Herstellung von grünem Wasserstoff. In dieser Phase soll grüner Wasserstoff produziert, über kurze Distanzen transportiert und auch verbraucht werden. Die EU-Kommission verfolgt einen modularen Ansatz: Die regionalen Zentren können mit steigender Nachfrage zusammenwachsen, am Ende des Prozesses entsteht nach den Vorstellungen der EU-Kommission das Rückgrat einer europäischen Wasserstoffinfrastruktur.

In der dritten Phase zwischen 2030 und 2050 soll sauberer Wasserstoff in großem Maßstab in den Sektoren eingesetzt werden, für die eine Dekarbonisierung ohne Wassersstoff nicht möglich ist, also etwa in der Stahlindustrie. Um der Industrie zu helfen, die enormen Kosten zu stemmen, die mit der Verwendung von grünem Wasserstoff verbunden sind, will die Kommission Modelle für Carbon Contracts for Difference entwickeln. Dahinter verbergen sich staatliche Garantien für eine bestimmte Höhe des CO2-Preises für Unternehmen, die in Klimaschutz investieren.

Zusätzlich propagiert die Kommission Quotenlösungen für den Einsatz von grünem Wasserstoff in verschiedenen Sektoren. Dadurch sollen verlässliche Absatzmärkte entstehen.

An vielen Stellen verfolgt die Wasserstoffstrategie der EU ähnliche Ziele wie die Nationale Wasserstoffstrategie, die das Bundeskabinett Anfang Juni beschlossen hatte. An einigen Punkten gehe die Kommission über das deutsche Konzept hinaus. Der Vorstoß der Kommission, bestehende Anlagen zur Herstellung von Wasserstoff auf Erdgasbasis mit CCS-Anlagen zu kombinieren, dürfte in Deutschland kaum auf Gegenliebe stoßen, schreibt das Handelsblatt. In der Großen Koalition gebe es keine Bereitschaft, sich mit dem Thema CCS auseinanderzusetzen.

Die Lausitzer Energiewirtschaft hatte sich seit Mitte der 2000-er Jahre intensiv mit der Klimaschutztechnologie CCS beschäftigt. In Schwarze Pumpe lieferte eine Pilotanlage zur CO2-Abscheidung wichtige Ergebnisse für die großtechnische Anwendung. Die unterirdische Speicherung wurde von Geologen in Ketzin bei Potsdam erfolgreich erprobt. Die Investitionen in Höhe von mehreren Hunderten Millionen Euro mussten jedoch abgeschrieben werden, weil sich die Bundesregierung nicht durchringen konnte, eine gesetzliche Grundlage für die großtechnische Anwendung von CCS zu schaffen.

Quelle: Handelsblatt vom 7. Juli 2020

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de