Angela Merkel - Foto: Wikipedia - 'Foto: Alexander Kurz, Lizenz: CC-BY-SA-3.0

Europas Grüne wollen drastische Verteuerung des CO2-Preises

Europas Industrie trägt jetzt schon schwer am steigenden CO2-Preis. Zuletzt stieg der Preis für die Zertifikate, die große industrielle Kohlendioxid-Emittenten kaufen müssen, um ihre Anlagen zu betreiben, erstmals über 50 Euro pro Tonne.

Während die Welt berichtete, dass erste Betrieb in Europa die Last nicht mehr tragen können, wollen Europas Grüne weiter an der Preisschraube drehen. Bis 2030 soll sich der CO2-Preis verdreifachen.

Die Grünen im Europaparlament wollen den Ausstoß des Klimagases Kohlendioxid drastisch verteuern, um Kohlekraftwerke bis 2030 aus dem Markt zu drängen und auf erneuerbare Energien umzusteigen. „Ein CO2-Preis von 150 Euro bis 2030 ist hierfür der Grundstein“, erklärte der Grünen-Abgeordnete Michael Bloss der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Dafür müsse der europäische Emissionshandel reformiert werden. So solle ab 2023 ein Mindestpreis von 50 Euro je Tonne Kohlendioxid gelten. Die Kosten sollten dann bis 2030 auf 150 und bis Mitte der 2030er Jahre auf 195 Euro je Tonne steigen. Damit solle der Umstieg auf 100 Prozent erneuerbare Energien schnellstmöglich gelingen.

Zuletzt stieg der Preis der Zertifikate wegen Verknappung auf rund 50 Euro je Tonne. Über eine Reform wird jetzt gesprochen, weil die EU ihr Klimaziel für 2030 verschärft hat: Sie will ihre Treibhausgase bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 bringen – bisher anvisiertes Ziel waren 40 Prozent. Die EU-Kommission will Mitte Juli erklären, wie das neue Ziel erreicht werden kann. Kommissionsvize Frans Timmermans hat bereits angekündigt, dass der Emissionshandel nachgeschärft und möglicherweise auch ausgeweitet wird auf den Verkehr und Gebäude. Dies lehnen die Grünen jedoch ab, unter anderem weil Haushalte mit kleinem Einkommen zu stark belastet werden könnten. Stattdessen setzen die Grünen auf schärfere Vorschriften, um den CO2- Ausstoß im Verkehr und beim Heizen und Kühlen zu senken.

Quelle: dpa/AFX vom 20. Mai 2021

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