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Europas Stromnetz schlittert knapp an einem Blackout vorbei

Es dauerte ein paar Tage, bis das Ereignis von den Medien wahrgenommen wurde. Es geht um nicht mehr und nicht weniger als einen Beinahe-Zusammenbruch des europäischen Stromnetzes. Die Ursachen sind vollständig noch nicht aufgeklärt. Zumindest das Krisenmanagement, so heißt es, habe gerade noch funktioniert. Einmal mehr ist zu merken, dass hinter der Steckdose ein sensibles komplexes Energiewirtschaftssystem steht.

Das hohe Gut der Systemstabilität ist offenbar keine Selbstverständlichkeit mehr. So informiert der Lausitzer Kraftwerksexperte Frank Hennig, langjähriger Mitarbeiter in der Lausitzer Energiewirtschaft, bereits am 9. Januar 2021: „Im europaweiten Stromnetz gibt es immer wieder Störungen. Diesmal in Rumänien. Die Katastrophe konnte nur knapp vermieden werden – Deutschlands Flatterstrom erhöht die Gefahr, weil die bisherigen Reserven und viele Speicher abgeschaltet wurden.“

Vorausgegangen war ein deutlicher Frequenzeinbruch im europäischen Höchstspannungsnetz Entso-E. Dieser ereignete sich in den frühen Nachmittagsstunden des 8. Januar, was eine Pressemitteilung von Entso-E dokumentiert. Erst nach und nach fand die Meldung ihren Weg in die Medien.

Auf der österreichischen Website „vienna.at“ heißt es immerhin am 10. Januar: „Europa entging Blackout nur knapp: Stromversorger warnen“. Dort wird mit Verweis auf Wien Energie berichtet, dass durch den starken Frequenzabfall im Stromnetz Europa nur knapp an einem flächendeckenden Stromausfall vorbeigeschrammt sei. „Auch in Österreich hätten viele Kraftwerke sofort Energie zur Netzstabilisierung nachgeliefert und das Sicherheitsnetz habe gegriffen – aber solche Feuerwehr-Einsätze sind langfristig kein tragfähiges Geschäftsmodell“, zitiert die Plattform Wien-Energie-Geschäftsführer Michael Strebl.

Nach Angaben der Lausitzer Rundschau bestätigt am 11. Januar auch die für die Netzüberwachung in Deutschland zuständige Behörde, die Bundesnetzagentur in Bonn, den Vorfall. „Von der zeitweiligen Netzabtrennung betroffen waren unter anderen die Länder Griechenland, Nord-Mazedonien, Bulgarien, Serbien, Rumänien, Bosnien und Herzegowina, Türkei und Kroatien“, heißt es. Am Abend des 12. Januar titelt schließlich auch die Süddeutsche Zeitung auf ihrer Website: „Blick in den Abgrund“

Zwei Aspekte bilden das Fazit. Zum einen wird aufgezeigt, dass neue Bausteine eines Krisenmanagements, die nach einer Großstörung im Jahr 2006 eingeführt wurden, funktioniert hätten. Zum anderen rückt die Frage einer sichern und zuverlässigen Stromversorgung unter den regulatorischen Bedingungen der Energiewende mal wieder in den Fokus. Währenddessen arbeiten die Netzexperten weiter daran, die jüngste Beinahe-Katastrophe vollständig zu verstehen und lückenlos aufzuklären.

Quellen: süddeutsche.de vom 12. Januar 2021, Lausitzer Rundschau vom 11. Januar 2021, vienna.at vom 10. Januar 2021, Pressemitteilung der Entso-E vom 8. Januar 2021

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