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Geschafft: Corona und Energiesektor retten deutsche Klimabilanz

Lange Zeit galt das Ziel, die CO2-Emissionen in Deutschland bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, als nicht mehr erreichbar. Jetzt ist es doch geschafft, wie die Bundesregierung erfreut mitteilte. Geliefert hat insbesondere – und sogar überdurchschnittlich – der Energiesektor. Und zuletzt half die Corona-Pandemie mit der Wirtschaftsrezession über die Ziellinie.

„Die heutigen Zahlen sind eine gute Nachricht. Deutschland erreicht das Klimaziel 2020. Im
Vergleich zu 1990 ist es gelungen die Treibhausgasemissionen um rund 40,8 Prozent zu reduzieren“, betont Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Und er fügt hinzu: „Den größten Beitrag liefert dabei der Energiesektor.“

Insgesamt sei das ein großer Erfolg, der sich keinesfalls nur mit der Corona-Krise begründen lasse. Seit 2017 sei ein signifikanter und stabiler Rückgang der Treibhausgasemissionen in
Deutschland zu verzeichnen. Der Rückgang in den vergangenen drei Jahren beträgt etwa 152 Millionen Tonnen; das entspricht einer Reduktion von 17 Prozent.

In Deutschland wurden im Jahr 2020 rund 739 Millionen Tonnen Treibhausgase freigesetzt – das sind rund 70 Millionen Tonnen oder rund 8,7 Prozent weniger als 2019. Damit setzt sich der positive Trend der Vorjahre fort.

Im Jahr 2020 gibt es dabei einen Corona-Effekt. Der Rückgang lässt sich jedoch keinesfalls nur mit dem Corona-Effekt begründen. Vielmehr wirken laut Bundeswirtschaftsminister strukturelle Veränderungen, gerade beim Umbau der Energieversorgung weg von Kohleverstromung und hin zu mehr Erneuerbaren Energien.

Für die unterschiedlichen Sektoren ist festzuhalten: In der Energiewirtschaft ist der größte Emissionsrückgang zu verzeichnen. Im Vergleich zu 1990 wurde sogar eine Halbierung der Emissionen erreicht, nämlich ein Rückgang der Emissionen um 53 Prozent. Damit liegt der Energiebereich deutlich über dem gesteckten Ziel. So sank vor allem die Stromerzeugung aus Kohle im Jahr 2020 gegenüber 2019 deutlich um 25 Prozent bei Steinkohle und um 19 Prozent bei Braunkohle. Insgesamt betrug die Stromerzeugung aus Kohle in 2020 nur noch rund 135 TWh. 2015 war es mit rund 270 TWh noch doppelt so viel. Gleichzeitig steigt der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch auch in 2020 weiter an – nach vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen auf ca. 45 Prozent.

Auch der Industriesektor hat sein Ziel erfüllt. Im Industriebereich gibt es in 2020 aufgrund des Rückgangs des Bruttoinlandsprojekts konjunkturelle Effekte. Daneben wirken nach Ansicht der Bundesregierung aber auch hier klare strukturelle Prozesse wie der Emissionshandel und Effizienzsteigerungen. Weitere CO2-Einsparungen werden hier vor allem durch Anreize und Fördermaßnahmen erwartet, wie insbesondere durch den
Wasserstoffeinsatz in industriellen Prozessen.

Dass sogar der Verkehrssektor, seit langem eines der Sorgenkinder in der Klimabilanz, die Zielvorgabe erfüllt hat, ist dann doch vor allem Corona zu verdanken. Erstmals sanken letztes Jahr im Verkehr die CO2-Emissionen deutlich, um 11,4 Prozent. Die Einsparung von 19 Millionen Tonnen CO2 stehen eng mit dem Lockdown in Verbindung. So gingen der Benzinverbrauch von Pkw und Lkw jeweils um mehr als zehn Prozent zurück, der Kerosinverbrauch in der Luftfahrt verringerte sich sogar um 54 Prozent.

Einzig der Gebäudesektor bleibt die Zielerfüllung schuldig. Zwar seien auch hier die Emissionen rückläufig. Dennoch verfehlt der Gebäudesektor das 2020er Ziel knapp mit zwei Millionen Tonnen.

Quellen: Pressemitteilung Bundeswirtschaftsministerium vom 16. März 2021, Die Welt, welt.de, vom 16. März 2021

 

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