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Großbritannien fördert CCS-Großprojekte für eine CO2-freie Industrie

Was in Deutschland weiterhin undenkbar ist, wird in Großbritannien jetzt mit Entschlossenheit angegangen: der Einsatz von CCS. Die Technologie, die CO2 aus den Rauchgasströmen aus Kraftwerken oder Industrieanlagen abscheidet und unterirdisch speichert, ist für die britische Regierung ein wichtiger Schritt zu einer klimaverträglichen Industrieproduktion. Neun Großprojekte erhalten eine Förderung.

Großbritannien fördert mit umgerechnet knapp 200 Millionen Euro neun CCS-Projekte zur Dekarbonisierung der Industrie, heißt es in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Bis zum Jahr 2040 sollen so die ersten praktisch CO2-freien Industriecluster entstehen. Das Erreichen der Klimaziele erfordere umfassende Veränderungen der gesamten Wirtschaft, zitiert das Energiewirtschaftsportal energate-messenger Großbritanniens Wirtschafts- und Energieminister Kwasi Kwarteng: „Wir müssen dies auf eine Art und Weise tun, die Arbeitsplätze schützt, neue Industrien schafft und ausländische Investitionen anzieht - ohne Emissionen und Geschäfte ins Ausland zu verlagern.“

Die Mittel zur Förderung der CO2-Abscheidung und Speicherung (CCS) werden im Rahmen eines Ausschreibungswettbewerbs von der Agentur UK Research and Innovation (UKRI) vergeben. Zu den erfolgreichen Projekten zählen drei Offshore-Speicher für CO2 und sechs Abscheideprojekte in fünf Industrieregionen.

Zu den Gewinnern der Ausschreibung zählen die CCS-Projekte von BP und Equinor im Norden Englands. Equinor und weitere Industriepartner wollen an der Ostküste Großbritanniens bis 2040 ein Industriecluster schaffen, das keine CO2-Emissionen ausstößt. Bei den Equnior-Projekten spielt die CO2-Speicherung unter dem Meeresboden eine Rolle. Das Gesamtinvestment soll in einer öffentlich privaten Partnerschaft aufgebracht werden, wobei Equinor und seine Partner mehr als zwei Drittel des Gesamtbetrags übernehmen.

„Die gemeinsame Herausforderung des Klimawandels erfordert, dass Regierungen, Industrien und Gesellschaften zusammenkommen. Die Förderung der britischen Behörden zeigt, dass dies in der Praxis funktioniert“, sagt Irene Rummelhoff, Executive Vice President für Marketing, Midstream & Processing in Equinor.

Weitere knapp 38,4 Mio. Euro steckt die britische Regierung in das Wasserstoff- und CCS-Demonstrationsprojekt „HyNet“. In der Industrieregion rund um Liverpool und Manchester plant ein Konsortium um Projektleiter Progressive Energy den Aufbau einer Infrastruktur zur Produktion von Wasserstoff aus Erdgas. Das anfallende CO2 soll in einem Gasfeld vor der Küste von Liverpool gespeichert werden.

Quellen: Frankfurter Allgemeine vom 22. März 2021, energate-messenger.de vom 17. März 2021, businessportal-norwegen.com vom 17. März 2021

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