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Ausbau der Windenergie in Deutschland steckt in einer Flaute

Es herrscht Flaute in der Windenergiebranche in Deutschland. Zum wiederholten Mal war eine Ausschreibung neuer Wind-Projekte deutlich unterzeichnet. Nicht einmal für die Hälfte der ausgeschriebenen Leistung gab es Angebote. Die Bundesnetzagentur spricht von einer besorgniserregenden Dimension. Der Windenergieverband hofft zumindest darauf, dass nun der Tiefpunkt erreicht ist.

Die Krise der Onshore-Windenergie setzt sich unvermindert fort. Die zweite Ausschreibung des Jahres zum Gebotstermin 1. Mai litt erneut unter viel zu schwachem Wettbewerb und führte so folglich zu hohen Preisen. Bei einer Ausschreibungsmenge von 650 MW erhielten alle 35 zulässigen Gebote mit einem Gesamtvolumen von lediglich 270 MW einen Zuschlag, teilte die Bundesnetzagentur mit. Mit einer Unterzeichnung von 55 Prozent erreicht das Wettbewerbsniveau „eine neue, besorgniserregende Dimension“, so die Behörde. Die letzten vier Runden waren zwar auch schon unterzeichnet, aber maximal um 45 Prozent. Der durchschnittliche Zuschlagswert beträgt in der aktuellen Runde 6,13 Cent/kWh, bei einer Bandbreite von 5,24 bis 6,2 Cent – dem von der Bundesnetzagentur festgelegten Höchstwert. In der ersten Ausschreibung 2018 betrug der Durchschnittspreis noch 4,7 Cent, das niedrigste Gebot waren 3,8 Cent.
 
Die Ursachen für die anhaltende Flaute sind hinlänglich bekannt, heißt es bei energate-messenger.de. Die schwierige Lage bei den Genehmigungen durch die zuständigen Landesbehörden prägt weiterhin maßgeblich das Ausschreibungsergebnis, so die Bundesnetzagentur. Jetzt rächt sich, dass die Bundesregierung in den vier Ausschreibungsrunden 2017 fast ausschließlich Bürgerwindprojekte ohne Genehmigung bezuschlagt hat. Nach einer Gesetzesänderung sind seit 2018 nur noch genehmigte Projekte zugelassen. In der aktuellen Runde gingen nur zwei Zuschläge an Bürgerenergiegesellschaften. Ein weiterer Grund ist, dass mindestens 750 MW genehmigter Projekte im Nachhinein beklagt werden, was die Realisierung verzögert oder sogar verhindert. Problematisch ist nach wie vor die regionale Verteilung: Nur ein Zuschlag ging nach Süddeutschland, genauer gesagt nach Bayern.

Der Bundesverband Windenergie (BWE) appelliert an Politik, Behörden und Justiz, die bedrohliche Situation schnellstmöglich zu entschärfen. „Wir hoffen, dass nun der Tiefpunkt des Zubaurückgangs erreicht ist“, so Verbandspräsident Hermann Albers. Für die kommenden Runden sei angesichts von mehr als 10.000 MW in den Genehmigungsverfahren und einer wieder ansteigenden Anzahl an Neuanträgen Besserung in Sicht. Der nächste Gebotstermin ist der 1. August.

VKU-Hauptgeschäftsführerin Katherina Reiche kommentierte: "Es ist ein schlechtes Signal für die Energiewende, dass bereits zum dritten Mal in Folge die Ausschreibungen für Windenergie an Land drastisch unterzeichnet sind." Nötig seien rechtssichere Flächenausweisungen und klare Genehmigungsbedingungen. Den Genehmigungsbehörden vor Ort müsse der Rücken gestärkt werden.
 
Die Krise der Onshore-Windenergie zeigte sich zuletzt auch in der Zubaustatistik: Das erste Quartal 2019 war mit 41 Anlagen beziehungsweise 134 MW installierter Leistung – knapp 90 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum – das mit Abstand ausbauschwächste seit den Anfängen der Energiewende. Das passt überhaupt nicht dazu, dass sich die Windenergie in diesem Jahr zur wichtigsten Stromquelle hierzulande entwickelt hat. Zwischen Januar und Mai deckten die erneuerbaren Energien laut Fraunhofer-Institut ISE 46,8 Prozent des Strombedarfs. Davon entfielen allein 27 Prozent auf die Windenergie on- und offshore, deutlich vor Braunkohle mit 19,5 Prozent.

Quelle: energate-messenger.de vom 13. Mai 2019

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