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Bei der Energieversorgung hängt Deutschland immer mehr von Importen ab

Die Corona-Pandemie legt nicht nur in Deutschland die Wirtschaft lahm. Zugleich aber zeigt die Krise am Beispiel von Schutzausrüstung und medizinischem Gerät, wie folgenreich die Abhängigkeit von Importen sein kann. Ein Weckruf auch für die Energiewirtschaft. Bei der Energieversorgung hängt Deutschland zu fast drei Vierteln von Lieferungen aus dem Ausland ab. Und die Abhängigkeit wächst. Braunkohle und Erneuerbare halten dagegen.

Die deutsche Volkswirtschaft muss widerstandsfähig gegen Versorgungs- und Preiskrisen auf dem Energiesektor bleiben. Die wichtigsten Instrumente gegen übergroße Abhängigkeiten sind eine hohe Energieeffizienz sowie eine leistungsfähige inländische Energiegewinnung. Eine hohe Inlandsgewinnung senkt die Importabhängigkeit und reduziert damit das Risiko von Versorgungsstörungen und Preisrisiken.

Derzeit kann Deutschland seinen Energiebedarf noch zu knapp 28 Prozent aus heimischen Ressourcen decken. Allerdings sank die heimische Energiegewinnung im vergangenen Jahr nach Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen um rund 8 Prozent auf 122,2 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE). Gegenüber 1990 hat sich die Gewinnung heimischer Energieressourcen damit fast halbiert. Die Importabhängigkeit der deutschen Energieversorgung liegt derzeit bei 72 Prozent.

Besonders hoch sind die Importquoten bei Öl und Gas. Der inländische Bedarf an Braunkohle wird weiterhin zu hundert Prozent aus heimischen Ressourcen gedeckt auch wenn sie 2019 einen starken Rückgang verzeichnete. Die gestiegene Zahl von Kraftwerken in der Sicherheitsbereitschaft, die Beschränkung der Förderung im rheinischen Tagebau Hambach sowie der Anstieg der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sorgte für einen Rückgang der Gewinnung um gut ein Fünftel. Bedingt durch die Einstellung der inländischen Förderung Ende 2018 leistet die Steinkohle keinen Beitrag mehr zur inländischen Energiegewinnung. Die deutsche Erdgasförderung ging 2019 um 4 Prozent und die Förderung von Erdöl um knapp 7 Prozent zurück.

Zuwächse verbuchten allein die erneuerbaren Energien. Ihr Zuwachs lag 2019 bei gut 6 Prozent. Der Anteil der Erneuerbaren an der gesamten inländischen Energiegewinnung stieg damit von rund 46 Prozent auf rund 53 Prozent. Zusammen mit dem Anteil der Braunkohle in Höhe von 33 Prozent entfallen auf Erneuerbare und Braunkohle damit derzeit rund 86 Prozent der gesamten inländischen Energiegewinnung. Es folgen mit großem Abstand Erdgas (5,4 Prozent), Erdöl (2,3 Prozent) sowie Sonstige mit 5,9 Prozent.

Der rechnerisch hohe Anteil der Erneuerbaren an der inländischen Energiegewinnung ergibt sich zu einem großen Teil aus der gestiegenen Produktion von Strom aus Wind und Sonne mit ihrem tageszeitlich und witterungsbedingt schwankenden Angebot. Verlässliche Beiträge zur Versorgungssicherheit liefert allerdings nur die feste und flüssige Biomasse, solange Strom aus erneuerbaren Energien nicht in großem Umfang gespeichert werden kann.

Quelle: wallstreet-online.de vom 27. April 2020

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