tl_files/Aktuelles/ppt_Gas turbines.jpg

Energiebilanz: Deutschland hängt am Tropf von Russland

Richtig ist: Gemessen an reinen Produktionszahlen geht der Vormarsch der erneuerbaren Energien in Deutschland weiter. Richtig ist aber auch: Allein die erzeugte Menge übers Jahr aufsummiert leistet noch keinen Beitrag für eine zuverlässige Rund-um-die Uhr-Versorgung. Und nicht zuletzt ist richtig: Nur 30 Prozent der Energiegewinnung erfolgt aus heimischen Ressourcen. Damit ist Deutschland weiter stark abhängig von Importen.

Im deutschen Energiemix haben die erneuerbaren Energieträger 2018 ihren Anteil weiter ausgeweitet. Laut Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen deckten Biomasse, Solar¬- und Windenergie, Wasserkraft sowie Geothermie im vergangenen Jahr 14 Prozent des gesamten inländischen Energieverbrauchs ab. Mit einem Anteil von 34,3 Prozent steht aber Mineralöl weiter an erster Stelle, gefolgt von Erdgas (23,7), Stein- und Braunkohle (21,3) sowie Atomkraft (6,4).

Insgesamt stammten bei der Energiegewinnung jedoch nur 30 Prozent aus heimischen Ressourcen. Den Rest bezieht Deutschland aus dem Ausland. Dabei hat sich Russland zum mit Abstand wichtigsten Lieferanten ent¬wickelt. 36,3 Prozent der Rohölimporte kommen von dort, zusammen mit den anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion beträgt der Anteil sogar fast 53 Prozent. Insgesamt 68 Milliarden Euro wurde in Deutschland vergangenes Jahr für den Import von Kohle, Erdgas und Öl ausgegeben.

Dabei lag der Energieverbrauch in Deutschland 2018 auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang der 1970er-Jahre. Mit einer Gesamthöhe von 12.963 Petajoule (PJ) oder 442,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE) war er zudem um 3,5 Prozent niedriger als 2017.
Verantwortlich für diese Entwicklung sind nach Angaben AG Energiebilanzen die deutlich gestiegenen Energiepreise, die milde Witterung sowie ein starker Anstieg der Energieeffizienz. Ohne den Einfluss der milden Witterung wäre der Energieverbrauch um 2,4 Prozent gesunken.

Die Entwicklung des Verbrauchs, aber auch strukturelle Veränderungen beim Energiemix hatten zur Folge, dass sich die energiebedingten CO2-Emissionen in Deutschland 2018 um 34 Millionen Tonnen verminderten. Das entspricht einem Rückgang um 4,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch unter Berücksichtigung des Temperatureffekts ist die Minderung mit knapp 4 Prozent bzw. 27 Millionen Tonnen noch deutlich.

Die erneuerbaren Energien profitierten vom Leistungszubau – speziell bei der Photovoltaik – sowie von den teils extremen Wetterverhältnissen und steigerten ihren Anteil am Energieverbrauch um 1,1 Prozent auf 1.809 PJ (61,7 Mio. t SKE). Die Zahl der Sonnenstunden erreichte ein Rekordniveau, so dass die gesamte Energienutzung durch Photovoltaik einen Zuwachs von 16,5 Prozent verbuchen konnte.

Auch die Windenergie verzeichnete ein Rekordjahr und steigerte ihren Beitrag um 5,6 Prozent. Demgegenüber sorgte die extreme Niederschlagsarmut für einen Einbruch von fast einem Fünftel bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher). Die Biomasse, deren Anteil am Beitrag der erneuerbaren Energien aktuell bei 53,6 Prozent liegt, verzeichnete vornehmlich auf Grund der milderen Witterung ein Minus von 2 Prozent. Die Geothermie verharrte auf dem Vorjahresniveau.

Quelle: deutsche-handwerks-zeitung.de vom 18. April 2019

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de