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Energieexperten widerlegen DIW-Gutachten zur Braunkohle

Gutachten sind wichtige Quellen der politischen Öffentlichkeitsarbeit. Wer seinen Interessen Gehör verschaffen will, gibt ihnen den Anstrich einer wissenschaftlichen Begutachtung. Ein gutes Beispiel dafür ist die Debatte um die Energiewende. Die gutachterliche Hoheit haben da längst Organisationen wie Greenpeace, DIW, Öko-Institut und die Grünen selbst einge-nommen. Jetzt widerspricht mal wieder ein Gutachten der Energiewirtschaft.

Die Braunkohlekraftwerke des Energiekonzerns RWE werden bis zum Kohleausstieg im Jahre 2038 wirtschaftlich und mit hoher Auslastung Strom produzieren. Das hat sich das Unter-nehmen nun in einer Studie bestätigen lassen. Die Analyse, die unter anderem die Energie-experten der Beratungsgesellschaft Frontier Economics im Auftrag von RWE erstellt haben, hatte zur Aufgabe, den Förderbedarf an Braunkohle im Rheinischen Revier gemäß den Koh-leausstiegsplänen zu ermitteln, damit RWE die Nutzung der dortigen Tagebaue planen kann. Dem Gutachten zufolge ergibt sich bis 2038 ein Förderbedarf von 870 bis 910 Mio. Tonnen Braunkohle.

Das Ergebnis der Studie entkräftet damit deutlich die Aussagen eines Gutachtens des Deut-schen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das im Auftrag von Greenpeace erarbeitet und im Mai veröffentlicht wurde. Das DIW hatte in seiner Analyse die abbaubaren Kohle-mengen überschätzt und daraus fälschlicherweise geschlussfolgert, dass eine weitere Um-siedlung im Vorfeld des Tagebaus Garzweiler nicht nötig sei. Dies wird durch das Ergebnis der vorliegenden Studie von frontier economics widerlegt.

Die Studie sieht die Braunkohlekraftwerke – dem Kohleausstiegspfad zum Trotz – bis ins Jahr 2038 als Pfeiler der Energieversorgung. Im Jahr 2030 werde die Braunkohleverstromung im Rheinischen Revier mit 34 Mrd. kWh einen Anteil von 6 Prozent an der Nettostromerzeu-gung in Deutschland erreichen, 2038 mit 28 Mrd. kWh immerhin noch 4 Prozent. Dabei er-weise sich der Beitrag der rheinischen Braunkohle in allen gerechneten Zukunftsszenarien „robust“. Zugleich warnt das Gutachten, dass schon lange vor dem endgültigen Kohleaus-stieg Deutschland die Stromnachfrage in Spitzenlastzeiten nicht mehr aus eigener Kraft de-cken kann. So fehlen bereits 2023 rund 8.000 MW an gesicherter Kapazität. Dieses Defizit werde bis 2030 gar auf 19.000 MW ansteigen.

Auch die Kompatibilität mit Klimazielen unterstreicht das Gutachten. Der zwischen allen ge-sellschaftlichen Gruppen vereinbarte Kohleausstieg steht im Einklang mit dem deutschen Klimaschutzziel für 2030 für die Energiewirtschaft. Die CO2-Emissionen der Kraftwerke im Rheinischen Revier werden bis 2030 gegenüber 2018 um mehr als 50 Millionen Tonnen und damit um über 70 % sinken, so die Gutachter.

Die Studie spricht der rheinischen Braunkohle auch eine bedeutende Rolle zu, wenn es da-rum geht, die Stromerzeugung dank günstiger Erzeugungskosten und hoher Auslastung be-zahlbar zu halten. So würden die Großhandelspreise ohne Braunkohlenverstromung im Jahr 2025 um 8,4 Euro/MWh oder 15 Prozent höher liegen. In den folgenden Jahren bis 2038 wären die Stromgroßhandelspreise bis zu 5 Euro/MWh (+8 %) höher. Da die Berechnungen vorrangig aus dem Jahr 2019 stammen, sind keine Effekte aus der Coronakrise berücksich-tigt.

Quellen: energate-messenger.de vom 27. Mai 2020 und pressebox.de vom 27. Mai 2020

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