tl_files/Aktuelles/Tagebau/000124_preview.jpg

Energiewirtschaft trägt deutlich zur Senkung der CO2-Emissionen bei

Die Politik streitet weiter über die richtige Strategie für die Energiewende. Derweil entwickeln sich die Energiemärkte. Neuesten Berechnungen zufolge war der Energieverbrauch in Deutschland 2019 rückläufig. Da sich der Strommix weiter zugunsten der erneuerbaren Energien und zulasten der Kohle verschiebt, ist mit einem deutlichen Rückgang der CO2-Emissionen um rund 50 Millionen Tonnen zu rechnen.

Der Energieverbrauch in Deutschland erreichte 2019 nach vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) eine Höhe von 12.815 Petajoule (PJ) beziehungsweise 437,3 Millionen Tonnen Steinkohleneinheiten (Mio. t SKE). Das entspricht einem Rückgang um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für den Verbrauchsrückgang sorgten, so die AG Energiebilanzen, weitere Verbesserungen bei der Energieeffizienz, Substitionen im Energiemix sowie ein konjunkturell bedingter Rückgang des Energieverbrauchs in der Industrie. Verbrauchssteigernd wirkten die etwas kühlere Witterung sowie die Zunahme der Bevölkerung. Die verbrauchssteigernden Faktoren waren jedoch in Summe deutlich schwächer als die verbrauchssenkenden. Bereinigt um den Einfluss der Witterung sowie Lagerbestandsveränderungen wäre der Energieverbrauch nach Berechnungen der AG Energiebilanzen sogar um mehr als 3 Prozent gesunken.

Da der Verbrauch an Kohle 2019 besonders stark rückläufig war und die erneuerbaren Energien weiter zulegen konnten, geht die AG Energiebilanzen von einem merklichen Rückgang bei den CO2-Emissionen (ebenfalls bereinigt um Temperatureffekte und Lagerbestandsveränderungen) um gut 7 Prozent oder reichlich 50 Mio. t aus.

Der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen am Stromverbrauch indes steigt und steigt. Lag der Wert 2017 noch bei 36,3 Prozent und 2018 bei 38,2 Prozent, so wird er 2019 voraussichtlich fast 43 Prozent erreichen. Das ergeben vorläufige Berechnungen, die das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vorgelegt haben. Den höchsten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen lieferten auch im zu Ende gehenden Jahr die Windräder an Land. Auf Platz zwei folgen Photovoltaikanlagen, auf Platz drei folgt Biomasse, auf Platz vier die Offshore-Windenergie.

Dabei wächst die Stromerzeugung auf hoher See stark. Sie verzeichnete laut BDEW und ZSW 2019 eine Wachstumsrate von 25 Prozent. Die Wasserkraft belegt den Zahlen zufolge den fünften Platz. Während die Offshore-Windkraftbranche recht jung ist und noch erhebliche Wachstumspotenziale hat, gelten die Potenziale der Wasserkraft hierzulande als weitgehend ausgereizt.

Nach kürzlich veröffentlichten Angaben des Bundesverbandes Windenergie (BWE) hat die Windenergie 2019 erstmals mehr Strom erzeugt als jeder andere Energieträger. Der Wind hat demnach die Braunkohle von Platz eins im Stromerzeugungsmix verdrängt.

Die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren hat allerdings auch ihre Schattenseiten. Die hohe Volatilität der Stromproduktion mittels Wind und Sonne stellt das Gesamtsystem vor große Herausforderungen. Der Betrieb der Stromnetze ist in den vergangenen Jahren sehr anspruchsvoll geworden. Gleichzeitig macht die Verlagerung der Stromerzeugungskapazitäten in den windreichen Norden des Landes den Bau von neuen Stromleitungen erforderlich, die den Strom in die Verbrauchszentren im Westen und Süden des Landes transportieren. Außerdem müssen trotz des Zubaus von Windrädern und Photovoltaikanlagen in großem Umfang konventionelle Kraftwerke vorgehalten werden, da es immer wieder längere Phasen ohne nennenswerte Stromproduktion aus Wind und Sonne gibt.

Quellen: finanznachrichten.de vom 18. Dezember 2019, Handelsblatt vom 18. Dezember 2019

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de