Energiewirtschaft warnt vor Gefährdung der Versorgungssicherheit

Der BUND hat einen neuen Kohleausstiegsplan für Deutschland vorgelegt. Nach dessen Lesart könnten in den kommenden zwei Jahren locker 58 Kohlekraftwerke stillgelegt werden. Folgen für die Stromversorgung habe das natürlich nicht, ließen die Umweltschützer errechnen. Die Kritik aus Wirtschaft- und Energieverbänden folgte prompt. „Nicht nachvollziehbar“, lautet die höfliche Bewertung des Branchenverbandes BDEW.

„Unzulänglich, oberflächlich und rein ideologisch motiviert“ – so bewertet der DEBRIV das vom BUND vorgelegte Papier. Wer sich seriös mit dem Thema Versorgungssicherheit beschäftigt, wer die aktuellen Zahlen kennt, die der BDEW gerade vorgelegt hat, der weiß, dass diese Vorschläge weitreichende negative Folgen haben. Die Versorgungssicherheit in Deutschland wird massiv gefährdet. Das zeige auch die Analyse der Übertragungsnetzbetreiber, die per Gesetz für die Systemsicherheit verantwortlich sind, vom Januar dieses Jahres. Die vom BUND angenommene gesicherte Leistung aus erneuerbaren Energien gibt es in dem behaupteten Ausmaß schlicht nicht. Beispiele, dass von 50.000 MW installierter Windleistung nur knapp über 100 MW einspeisen, gebe es genug.

Für die betroffenen Regionen Lausitz, Mitteldeutschland und Rheinland würde das BUND-Szenario Strukturbruch statt Strukturwandel heißen. Auf die deutsche Industrie kämen massive Strompreissteigerungen zu, die den Standort Deutschland in Frage stellen würden. Denn der BUND setzt auf den kostentreibenden Einsatz einer schnell wachsenden Kraftwerksreserve.

Um das deutsche Klimaziel 2020 zu erreichen, empfiehlt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in den kommenden zwei Jahren gut die Hälfte der Kohlemeiler vom Netz zu nehmen und die Kohlekapazität auf 20.000 MW zu reduzieren – statt wie bisher geplant auf 39.000 MW. Dafür müsse man auch nicht auf die Bildung der Kohlekommission warten, meint der BUND. Konkret enthält der Abschaltplan eine Liste mit Braunkohlekraftwerken mit insgesamt 58 Stein- und Braunkohlekraftwerken.

Der Branchenverband BDEW bezeichnete die Berechnungen des BUND als „nicht nachvollziehbar“. Durch den Atomausstieg und die ohnehin geplanten Abschaltungen „laufen wir sehenden Auges spätestens im Jahr 2023 in eine Unterdeckung bei der gesicherten Leistung“, so der BDEW.

Allerdings räumt auch der BUND ein, dass die Strompreise steigen würden. Der Endkundenpreis pro kWh könnte ein gutes Drittel auf bis zu 40 Cent steigen. Anders als viele Haushalte, die sich Strom immer weniger leisten können, sehen das die Umweltschützer unproblematisch. Aufgrund historisch niedriger Strompreise sei eine gewisse Erholung durchaus nötig.

Quellen: energate-messenger vom 4. Mai 2018, Pressemitteilung des DEBRIV vom 4. Mai 2018

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