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Flexible Braunkohle verdrängt Steinkohle und Gas bei der Stromerzeugung

Der Energiemix in Deutschland verändert sich weiter zugunsten der Nutzung erneuerbarer Energien. Zugleich aber leistet die Braunkohle einen sehr stabilen Beitrag für eine jederzeit zuverlässige Stromversorgung in Deutschland. Zugute kommt ihr dabei die wachsende Flexibilität der Braunkohlekraftwerke. Dadurch konnte der heimische Energieträger Marktanteile gegenüber Steinkohle und Gas gut machen.

Die Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien hat in Deutschland im ersten Halbjahr 2018 einen neuen Höchstwert erreicht. Gemeinsam speisten Wind-, Solar-, Wasserkraft- und Biomasseanlagen in den ersten sechs Monaten 113 Mrd. kWh in das öffentliche Netz ein. Das entspricht einem Zuwachs von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (104 Mrd. kWh), wie aus aktuellen Daten des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (Ise) hervorgeht. Wind- und Solarenergie speisten demnach zusammen mit 77,5 Mrd. kWh am meisten Strom ins öffentliche Netz ein.

Als alleiniger Energieträger führt weiterhin die Braunkohle (66,7 Mrd. kWh) das Rennen an. Zwar war die erzeugte Strommenge mit -1,9 Prozent leicht rückläufig. Die Nettoproduktion der Steinkohle sank jedoch um -20,3 Proznet auf 36,85 Mrd. kWh, die der Gaskraftwerke sogar um -25,2 Prozent auf 19,7 Mrd. kWh. Grund für die deutlichen Verluste sei eine erhöhte Flexibilität bei Braunkohlekraftwerken, sodass diese Steinkohle und Gas aus dem Markt gedrängt hätten, erklärten die Fraunhofer-Wissenschaftler.

Die ausgewiesene Nettostromerzeugung gibt den Strommix ohne den industriellen Eigenverbrauch an. Hier haben die Erneuerbaren laut Fraunhofer-Ise einen Anteil von 41,5 Prozent. Der Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung liegt bei 38 Prozent.

Den stärksten Zuwachs gegenüber der ersten Jahreshälfte 2017 bilanzieren die Wissenschaftler bei der Windenergie. Sie wuchs um 15,2 Prozent auf 55,2 Mrd. kWh, womit Wind die zweitstärkste Energiequelle hinter der Braunkohle ist. Anlagen an Land steuerten dazu 46,1 Mrd. kWh, Anlagen auf See 9,1 Mrd. kWh bei. Die maximal erzeugte Windenergieleistung betrug 43.300 MW am 3. Januar 2018 um 21:30 Uhr, so das Fraunhofer-Ise. Aufwärts ging es auch mit der Solarenergie. Sie legte um 12,2 Prozent auf 22,3 Mrd. kWh zu. Die maximale Solarleistung von 31.000 MW wurde am 6. Mai 2018 um 13 Uhr erreicht. Damit gingen zu diesem Zeitpunkt 50 Prozent der gesamten Stromerzeugung auf das Konto der Fotovoltaik, so die Wissenschaftler.
 
Unter den konventionellen Erzeugungsarten konnte im Halbjahresvergleich lediglich die Kernenergie hinzugewinnen. Aufgrund geringerer Ausfallzeiten durch Wartungsarbeiten sowie Brennelementwechsel stieg die Stromerzeugung um neun Prozent auf 34,7 Mrd. kWh an.
 
Der Saldo beim Stromhandel weist für das erste Halbjahr 2018 einen Überschuss von 22 Mrd. kWh aus. Damit sanken die Exporte um 14 Prozent. Der Großteil der Exporte floss in die Niederlande, Österreich, die Schweiz und nach Polen, Stromimporte kamen vorrangig aus Frankreich und Schweden. In 86 Prozent der Zeit flossen Stromexporte ins Ausland, in 14 Prozent der Zeit wurde importiert. Die maximale Leistung betrug dabei 16.100 MW (Export) beziehungsweise 6.800 MW (Import).

Für ihre Berechnungen griff das Fraunhofer-Ise auf Daten des Statistischen Bundesamts (Destatis), der Strombörse EEX sowie der vier Übertragungsnetzbetreiber zurück.

Quelle: energate-messenger vom 2. Juli 2018

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