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Gewerkschaft fürchtet weiteren Strompreisanstieg im kommenden Jahr

Für die Stromkunden in Deutschland kann die augenblickliche Corona-bedingte Flaute im Stromverbrauch zu einem bösen Erwachen führen. Da zugleich große Mengen erneuerbarer Energie ins Netz gespeist werden, droht eine deutliche Erhöhung der EEG-Umlage. Auf diesen Zusammenhang weist die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hin. Als Folge befürchtet sie deutlich steigende Strompreise im kommenden Jahr.

Den Verbrauchern in Deutschland drohen nach Einschätzung der BCE im kommenden Jahr kräftig steigende Strompreise. Die aktuelle Kombination aus corona-bedingtem Rückgang des Verbrauchs der Industrie und hoher Ökostromerzeugung werde die EEG-Umlage zur Finanzierung der erneuerbaren Energien „auf bislang ungekannte Höhen“ steigen lassen, warnte die Gewerkschaft.
 
Die IG BCE rechnet damit, dass die Umlage im kommenden Jahr um 20 Prozent auf deutlich mehr als acht Cent je Kilowattstunde steigen wird. Ein Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3000 Kilowattstunden würde dann 50 Euro mehr im Jahr zahlen müssen. Derzeit beträgt die EEG-Umlage knapp 6,8 Cent.

Die hohe Ökostromproduktion und der geringere Verbrauch führten an der Strombörse zu extrem niedrigen Spotmarktpreisen, betonte die Gewerkschaft. Der Staat garantiere den Betreibern von EEG-Stromanlagen jedoch marktunabhängige Vergütungen. Die Kosten dafür zahlten die Stromkunden über die EEG-Umlage, die bei fallenden Börsenstrompreisen steige. Die Corona Krise lege „die problematische Systematik des EEG-Gesetzes schonungslos offen“, sagte der IG BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis.

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 2. Mai 2020

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