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Hambacher Forst: Kohlegegner rufen zu Ladendiebstahl auf

Es gibt eine neue Protestform der Kohlegegner im Hambacher Forst: den Ladendiebstahl. In den Städten rund um den Wald beklagen Supermarktbetreiber das Phänomen, heißt es in einem Bericht der „Rheinischen Post“. Damit es nicht nur bei einzelnen Aktionen bleibt, laden Waldbesetzer im Internet zu einem Workshop zum Diebstahl auf. Das sinnige Motto: Ladendiebstahl lohnt sich – klau dir dein Leben zurück.

In den Städten rund um den Hambacher Forst klagen Supermarktbetreiber über eine Zunahme von Ladendiebstählen und Sachbeschädigungen. Verantwortlich machen sie dafür vor allem Aktivisten des Hambacher Forstes. Im Internet rufen die Waldbesetzer zum Diebstahl auf. Auf der Internetseite des Aktionsbündnisses „Hambi bleibt“ wird unter anderem für einen Workshop mit dem Titel „Ladendiebstahl lohnt sich – klau dir dein Leben zurück“ geworben. Die Gewerkschaft der Polizei in NRW kritisiert das scharf.

Der Workshop, der am 13. April angeboten wurde, wird auf der Homepage der Aktivisten ausführlich beschrieben. Dort heißt es: „In einer Welt, in der alles schon längst wem anders gehört, in der von mir erwartet wird, mein Leben für die Arbeit zu verkaufen, damit ich Geld bekomme, um für mein Überleben zu bezahlen, in der ich von Machtstrukturen außerhalb meiner Kontrolle oder meines Fassungsvermögens umgeben bin, in denen es offensichtlich nicht um mein Wohl oder meine Bedürfnisse geht, schafft Ladendiebstahl die Möglichkeit, mir ein kleines Stück der Welt zu nehmen, beziehungsweise eine Welt zu beeinflussen, die mich so sehr beeinflusst.“

Zudem wird erklärt, dass der Workshop aus drei Teilen besteht. Auf eine offene Diskussion über die Frage, ob und bei welchen Zielen Ladendiebstahl aus politischer Sicht sinnvoll ist, folgt im zweiten Teil ein Gespräch über mögliche rechtliche Konsequenzen und zum Abschluss ein praktischer Austausch.

Die Gewerkschaft der Polizei in NRW kritisiert den Workshop scharf. „Damit zeigen die Aktivisten wieder einmal, dass es ihnen schon lange nicht mehr um den Hambacher Forst geht, sondern um den Frontalangriff auf den Staat“, erklärt der Landesvorsitzende Michael Mertens auf Anfrage der Neuen Westfälischen. „Wir beobachten das Vorgehen der Aktivisten mit großer Sorge, weil es nicht bei Workshops bleiben wird.“

Sorgen bereitet Mertens zudem, dass Anwohner und Marktbetreiber von Aktivisten eingeschüchtert werden. „Wir beobachten zunehmend, dass Probleme nicht mehr offen angesprochen werden, sondern wenn überhaupt nur anonymisiert, weil Betroffene Angst haben. Das ist eine sehr schlechte Entwicklung.“

Mertens fordert eine politische Entscheidung für die Zukunft des Hambacher Forst. „2018 haben die Einsätze bei der Polizei eine Million Arbeitsstunden verursacht. Das waren fünf sehr harte Wochen für alle beteiligten Kollegen“, erklärt Mertens. „Sicher ist, dass der Wald geräumt werden muss. Es kann aber nicht sein, dass der Wald am Samstag geräumt wird und am Sonntag die ersten Aktivisten wieder in den Wald ziehen.“

Die Polizei im Rhein-Erft-Kreis kann die Vorwürfe der Supermarktbetreiber nicht bestätigen, da in der Kriminalstatistik Aktivisten des Hambacher Forstes nicht extra aufgeführt werden. „Es gibt auch keinen signifikanten Anstieg von Ladendiebstählen in Kerpen oder anderen Kommunen rund um den Hambacher Forst. Die Zahlen bewegen sich im gesamten Rhein-Erft-Kreis auf dem Niveau von 2018 und die liegen im landesweiten Durchschnitt“, erklärt Polizeisprecher Bernd Mauel.

Quelle: Neue Westfälische nw.de vom 24. April 2019

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