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Hunderten Windrädern im Land droht das Aus

Selbst großzügigste Förderungen gehen irgendwann zu Ende. Die Einspeisevergütung aus dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) wird 20 Jahre lang bezahlt. Hunderte Windenergieanlagen in Brandenburg und Sachsen nähern sich in den kommenden Jahren diesem Förderende. Was droht ist ein sofortiges Abrutschen in die Unwirtschaftlichkeit. Dann gibt es nur noch eins: das Aus.

Allein in den nächsten fünf Jahren würden 1300 Anlagen in Brandenburg - das sind 30 Prozent aller Anlagen - 20 Jahre alt und fielen damit aus der Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), bestätigt der Landesvorsitzende Jan-Hinrich Glahr. In Sachsen sieht das Verhältnis ähnlich aus. Dort stehen von aktuell 921 Anlagen im Jahr 2021 356 vor dem Aus.

Die Betreiber erhielten dann statt der bis zu 9,10 Cent pro Kilowattstunde nur noch Marktpreise, die bei 3,0 bis 3,5 Cent lägen. Manche Anlagen würden sich dann womöglich nicht mehr lohnen - das sei vergleichbar mit einem alten Auto, das zunehmend Reparaturen benötige, sagt Glahr: „Wenn so ein Ding nicht mehr wirtschaftlich ist, kann man es nur stilllegen“.

Der Ersatz alter Anlagen ist dem Verband zufolge an vielen Standorten aber nicht möglich, weil diese außerhalb der heute gültigen Windkraftgebiete stehen. Die Betreiber würden aber gerne alte Exemplare durch moderne, effizientere Anlagen ersetzen, sagt Glahr. An den bisherigen Standorten sei zudem teils extra Infrastruktur in Form von Stromleitungen angelegt worden.

Das Potsdamer Wirtschaftsministerium erklärte, man sehe den Wegfall der Förderung nach 20 Jahren nicht unbedingt als Problem. Die Anlagen seien dann abgeschrieben und könnten auch zu Marktpreisen weiter betrieben werden, so eine Sprecherin. Die Umlage sei nur als Anschubfinanzierung gedacht. Man gehe davon aus, dass die mit Windrädern produzierten Strommengen in Brandenburg auch künftig zulegten.

Der Windenergieverband forderte dagegen Lösungen der Regierung, damit möglichst wenige Flächen wegfallen. Insgesamt habe das Land in den vergangenen Jahren zu wenig getan, um den Dialog mit den Anwohnern zu führen, kritisiert Glahr.

Quellen: Potsdamer Neueste Nachrichten und Märkische Allgemeine Zeitung vom 5. November 2018, Leipziger Volkszeitung vom 2. November 2018

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