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Kohle gewinnt im weltweiten Strommix an Bedeutung

Während in Deutschland die Reduzierung der Kohlendioxid-Emissionen weiterhin zu den bestimmenden politischen Themen gehört, fällt die internationale Bilanz ernüchternd aus. Im weltweiten Energiemix hat die Kohle zuletzt an Bedeutung sogar gewonnen, teilt die Internationalen Energieagentur (IEA) mit. Rückgänge in Europa werden dabei von China und Indien kompensiert. Auch in den USA stieg der CO2-Ausstoß deutlich.

Europa teilt sich beim Kohlemarkt immer stärker in zwei Lager auf. Dies schreibt die IEA in ihrem im Dezember veröffentlichten Marktbericht „Kohle 2018“. Westeuropa schreite vorwärts auf dem Weg zum Kohleausstieg, motiviert durch die Expansion der Erneuerbaren und den Klimaschutzgedanken. Auf der anderen Seite stünden die meisten osteuropäischen Länder, die keinen Ausstieg planen. In Osteuropa bleibt die Braunkohle immer noch ein Eckpfeiler des Stromsystems, bilanziert die IEA in ihrem Jahresreport.
 
Nach zwei Jahren Rückgang stieg der Kohlebedarf im Jahr 2017 um ein Prozent an. Allein im Strombereich legte die Erzeugung um 250 Mrd. kWh (plus 3 Prozent) zu. Damit erreichte Kohle im weltweiten Strommix 38 Prozent, nachdem es die Jahre davor noch einen gegenläufigen Trend gab.

Die vorläufigen Daten weisen auch für das Jahr 2018 auf einen weiteren Anstieg hin, getrieben durch den Strommarkt in China und Indien, so die IEA. Auch mit Blick auf die kommenden fünf Jahre rechnet die Organisation ebenfalls mit einem stabilen Verbrauch. Rückgänge in Europa und Nordamerika würden voraussichtlich durch das Wachstum in Indien und Südost-Asien aufgezehrt. Der Anteil der Kohle am weltweiten Energiemix lag im Jahr 2017 noch bei etwa 27 Prozent. Und auch im Jahr 2023 dürfte sich dies mit geschätzt 25 Prozent kaum ändern. Das Land mit der größten Steigerung wird voraussichtlich Indien bleiben, auch wenn sich die Wachstumsrate mit jährlich 3,9 Prozent dank neuer Kraftwerkstechnik und Erneuerbaren-Ausbau wohl etwas verlangsamt. Als bedeutende Mehrverbraucher stuft IEA noch Indonesien, Vietnam, die Philippinen, Malaysia und Pakistan ein.

In China entfallen 14 Prozent der Primärenergie auf Kohle. Damit steht das Reich der Mitte trotz seiner Investitionen in Erneuerbare noch für fast die Hälfte des gesamten Kohleverbrauchs. In den nächsten fünf Jahren dürfte die Nachfrage aber ungefähr um drei Prozent abnehmen, so die Prognose.

Auch die USA verzeichnete zuletzt einen deutlichen Anstieg der CO2-Emissionen. 2018 gab es den stärksten Anstieg seit acht Jahren beim Ausstoß von Kohlendioxid. Das ist das vorläufige Ergebnis einer Schätzung des US-Analysehauses Rhodium Group. Demnach legten die Emissionen um 3,4 Prozent zu. Laut der Studie ist das der zweitgrößte Zuwachs seit mehr als zwei Jahrzehnten. Die Forscher sehen die Entwicklung vor allem in der boomenden US-Konjunktur begründet. Die Forscher weisen darauf hin, dass 2018 eine Rekordanzahl an Kohlekraftwerken stillgelegt wurde. Dennoch sei der CO2-Ausstoß des Energiesektors spürbar gestiegen.
 
Mit Vorlage des Kohleberichts erneuert die IEA ihre Empfehlung für die Abscheidung und Speicherung (CCS) beziehungsweise. die direkte Nutzung (CCU) von CO2. Nur so ließen sich die Klimaziele erreichen, argumentiert die Agentur. Investitionen in Erneuerbare reichten allein nicht aus

Quelle: energate-messenger.de vom 7. Januar 2019, Frankfurter Allgemeine, faz.net, vom 9. Januar 2019

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