tl_files/Aktuelles/Uniper_logo.png

Kohlegegner kippen Kraftwerksbetreiber Uniper Kohle vor die Zentrale

Begleitet von einigen Demonstranten haben Kohlegegner eine Tonne Steinkohle dem Kraftwerksbetreiber Uniper vor die Konzernzentrale in Düsseldorf gekippt. Die Aktion der Gruppe Extinction Rebellion diente dem Protest gegen das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4. Einmal mehr nutzte auch der Chef des deutschen Autobauers VW, der mit Software-Betrug den Diesel-Skandal auslöste, die Nutzung der Kohleenergie.

An der Aktion hätten sich rund 200 Menschen beteiligt, teilte Extinction Rebellion mit. Laut Polizei gab es bis zum Ende der Protestaktion am Nachmittag keine Zwischenfälle.

Das Steinkohlekraftwerk Datteln 4 soll entgegen einer Empfehlung der Kohlekommission im Sommer ans Stromnetz gehen. Derzeit läuft es zeitweise im Probebetrieb. Bundesregierung und NRW-Landesregierung betonen, dass im Gegenzug ältere Steinkohlekraftwerke abgeschaltet werden sollen. Dadurch würden die zusätzlichen Kohlendioxidemissionen von Datteln 4 kompensiert.

Dem widersprechen die Demonstranten. Der billige Strom aus Datteln werde umweltfreundlichere Alternativen vom Markt drängen, befürchten sie. Uniper hatte angekündigt, bis Ende 2025 seine übrigen Steinkohlekraftwerke abzuschalten.

Auch Volkswagen-Chef Herbert Diess kritisierte die Inbetriebnahme des Kraftwerks und sprach von einer „Energiewende paradox“. Während VW seine Kohlekraftwerke abschalte und durch Gas-Dampfturbinen ersetze, seien in Datteln „1,5 Milliarden in den Kohleeinstieg investiert“ worden, schrieb Diess im Online-Netzwerk LinkedIn. „Sieben der zehn größten CO2-Emittenten in Europa sind deutsche Kohlekraftwerke“, kritisierte Diess. Das Datum 2038 für den Kohleausstieg nannte er „mutlos“. Ohne sauberen Strom könne es auch keine saubere Mobilität durch Elektroautos geben. „Ich kann jeden Jugendlichen verstehen, der freitags auf die Straße geht“, fügte er hinzu.
Uniper-Vorstandschef Andreas Schierenbeck erwiderte, beim Klimaschutz „sollte jeder erstmal vor seiner eigenen Türe kehren“. Uniper habe einen ehrgeizigen Ausstiegspfad für eigene Kohlekraftwerke in Deutschland beschlossen. „Greenwashing müssen wir nicht betreiben.“ Uniper werde seine CO2-Emissionen in den kommenden fünf Jahren noch einmal um bis zu 40 Prozent senken und die Versorgungssicherheit für seine Kunden aufrechterhalten.

Quelle: Aachener Zeitung vom 14. Februar 2020

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de