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Kohlegegner nutzen Heiligabend zum Angriff auf RWE-Werkstätten

Selbst Weihnachten war für Kohlegegner kein Grund, ihr brutales Treiben rund um den Hambacher Forst einzustellen. An Heiligabend haben vermummte Angreifer die Container des RWE-Werkschutzes am Hambacher Forst attackiert. Es flogen Steine und Molotowcocktails. Autos brannten. Polizisten, die im Nachgang eine Razzia bei den Kohlegegnern durchführten, wurden mit Gegenständen beworfen und Urin bespritzt.

Wie die Aachener Polizei mitteilte, seien Heiligabend gegen 22.30 Uhr Steine und Molotowcocktails auf das Betriebsgelände von RWE geworfen worden. Zwei Autos gerieten in Brand, zwei weitere Autos wurden beschädigt. Als die Werksfeuerwehr von RWE anrückte, wurden auch die Löschfahrzeuge mit Steinen beworfen, teilte die Polizei weiter mit. Die Autos hätten dennoch gelöscht werden können. Eine auf der alten A4-Trasse in Brand gesetzte Barrikade sei selbstständig erloschen. Nach Angaben von RWE seien die Angreifer gegen 23.05 Uhr, als eine Hundertschaft der Polizei eintraf, in den Hambacher Forst geflüchtet.

Der RWE-Werkschutz will in den bislang unbekannten Angreifern Menschen aus der Waldbesetzerszene im Hambacher Forst ausgemacht haben, berichtet die Aachener Zeitung. Nach Angaben von RWE sei eine Gruppe von etwa 20 Vermummten vom Werkschutz zunächst mit Hilfe von Feuerlöschern zurückgedrängt worden. Sechs Vermummten sei es anschließend gelungen, sich mit einem Bolzenschneider Zutritt zum Betriebsgelände zu verschaffen. Auch diese Gruppe habe der Werkschutz zurückdrängen können, wie RWE auf Anfrage mitteilte. Ein Ziel der Angreifer sei offenbar gewesen, die Videoanlage zu beschädigen, mit der auch Teile dieses erneuten Angriffs festgehalten wurde.

Die Polizei war am späten Heiligabend mit zahlreichen Beamten im Einsatz, auch ein Hubschrauber wurde angefordert. Inzwischen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs, der Brandstiftung und der versuchten gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Bereits in der Nacht von Freitag auf Samstag waren die Werkschutzcontainer stundenlang von Vermummten aus dem Hambacher Forst heraus angegriffen worden. Dabei waren laut RWE vier Mitarbeiter des Werkschutzes verletzt worden.

„Das ist eine perfide Taktik, die Polizei gerade jetzt zur Weihnachtszeit in solche Einsätze zu zwingen. Die Polizei wird darauf angemessen reagieren. Diese Eskalation hilft niemandem und ich bitte alle, ihren Beitrag zu leisten, damit sich die Situation im Wald beruhigt“, sagte Dirk Weinspach am 1. Weihnachtsfeiertag.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) verurteilte die Angriffe. „Gewalt gegen RWE-Mitarbeiter und Polizeibeamte ist inakzeptabel. Nicht nur jetzt vor Weihnachten“, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Nach den Zwischenfällen hat die Polizei das sogenannte Wiesencamp der Braunkohle-Gegner durchsucht. Auch eine Werkstatt in Düren war Ziel der Razzia, wie die Polizei mitteilte. Auch bei dieser Aktion seien Beamten von einigen Braunkohle-Gegnern mit Gegenständen beworfen und mit Urin bespritzt worden. Die Polizei setzte Pfefferspray ein.

Quellen: Aachener Zeitung vom 27. Dezember, Frankfurter Allgemeine Zeitung Online vom 28.12.
Foto: @Polizei_NRW_AC

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