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Lausitz schultert großen Teil der bundesweiten CO2-Reduktion

Groß war die Überraschung in den vergangenen Tagen bei Vielen bezüglich den im Jahr 2019 deutlich zurückgegangenen CO2-Emissionen. Manchen überrascht allerdings die Überraschung. Die Lausitzer Energiewirtschaft beispielsweise hat einen großen Anteil an diesem Rückgang. Das allerdings war angesichts der politisch verordneten Abschaltung zweier Kraftwerksblöcke in Jänschwalde sehr absehbar.

Klima- und Energieexperten rechnen gern vor, wieviel CO2 in welchen Jahresscheiben in den kommenden Jahrzehnten in die Atmosphäre gelangen darf – und was politisch zu tun ist, um genau diesen Pfad zu erreichen. Was soll man von solchen Prognosen halten, wenn schon die Einschätzungen zum laufenden Jahr nicht stimmen?

Die klimaschädlichen CO2-Emissionen in Brandenburg sind auf den tiefsten Wert seit Gründung des Bundeslandes gesunken. Das teilte das Landesamt für Umwelt mit. Mit Emissionen von etwa 53,5 Millionen Tonnen CO2 seien sie im Jahr 2019 um mehr als 39 Prozent niedriger als 1990. Der erreichte Tiefststand kommt nach Angaben des Umweltministeriums in Potsdam im Wesentlichen durch die Stilllegung von zwei Kraftwerksblöcken in Jänschwalde zustande. Das Braunkohlekraftwerk Jänschwalde ist inklusive der abgeschalteten Blöcke das drittgrößte Kraftwerk Deutschlands.

Die beiden Blöcke in Jänschwalde mit jeweils 500 Megawatt Leistung waren zum 1. Oktober 2018 beziehungsweise am 30. September 2019 in Sicherheitsbereitschaft gegangen. Sie werden jeweils für vier Jahre nur noch für Versorgungsengpässe vorgehalten. Danach sollen sie endgültig stillgelegt werden. Im Gegenzug wird der Braunkohlebetreiber Leag vom Bund entschädigt.

Durch die Stilllegung der Kraftwerksblöcke hat die Leag nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 5,2 Millionen Tonnen weniger CO2 ausgestoßen. Das würde rund zehn Prozent der gesamtdeutschen Einsparungen bedeuten. Eine Auswertung der Denkfabrik Agora Energiewende hatte ergeben, dass in Deutschland 2019 mehr als 50 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen wurden als im Jahr zuvor. Für den Rückgang sei ausschließlich der Stromsektor verantwortlich. Braun- und Steinkohle produzierten deutlich weniger Strom, hieß es in der Studie.

Auch das Wetter in Brandenburg hatte laut Umweltministerium 2019 großen Einfluss auf den Energieverbrauch. Das vergangene Jahr war nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) für Brandenburg mit 11,1 Grad Celsius Jahresdurchschnittstemperatur ein Rekordjahr. Insbesondere der wärmere Winter 2018/19 ließ den Heizenergieverbrauch leicht sinken. Durch günstige Windverhältnisse im Frühjahr 2019 stieg die Stromproduktion durch Windenergieanlagen.

Quelle: Die Welt, welt.de, vom 8. Januar 2020

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