tl_files/Aktuelles/pfingsten/KSP.JPG

Lausitzer fürchten bürgerkriegsähnliche Zustände bei Ende-Gelände-Besuch

Die Bilder von Pfingsten 2016 sind vielen Lausitzern noch im Kopf. Wie verrückt zerrten militante Kohlegegner am Tor zum Kraftwerk Schwarze Pumpe und stürmten das Gelände. Jetzt hat „Ende Gelände“ für das Wochenende um den ersten Advent 2019 einen weiteren Besuch im Lausitzer Revier angekündigt. Polizei und Sicherheitskräfte rüsten sich. Ungeachtet dessen fürchten einige in der Region „bürgerkriegsähnliche Zustände“.

Die Anti-Kohle-Organisation „Ende Gelände“ kommt erneut in die Lausitz. Vom 29. November bis 1. Dezember wollen Umweltaktivisten zu Fuß „in die Grube“ des Braunkohlereviers ziehen. Mit der Bewegung „Fridays for Future“ planen sie ein großes Aktionswochenende für Klimagerechtigkeit. „Während die Regierung den Kohleausstieg 2038 per Gesetz festnageln will, leiten wir den sofortigen Kohleausstieg ein“, heißt es im Aufruf.

Diesmal ist es das erste Adventswochenende, im Jahr 2016 war es Pfingsten. Die Erinnerungen daran sind in Spremberg noch sehr wach.

Dieter Freißler, Ortsvorsteher in Terpe, hat deshalb in der Einwohnerfragestunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung ums Wort gebeten. „Vom offenen Schlafzimmerfenster aus habe ich gesehen, wie der Zug von Leuten in weißen Anzügen und mit Mundschutz über den Acker marschiert kam. In mehreren Sprachen wurden militärische Befehle erteilt.“ Das militärische Vorgehen der „Chaoten“ habe ihn damals sehr erschreckt. Und dass die Polizei abgewartet habe, beobachteten mit ihm viele Bürger. „Auch in Schwarze Pumpe machen sich Einwohner Sorgen. Ich habe schon gehört, dass einige diesmal selbst Schutzmaßnahmen ergreifen wollen, um ihr Hab und Gut zu schützen“, so Freißler. Bürgerkriegsähnliche Zustände befürchtet er: „Was tut die Stadt, die Polizei, was tun die Sicherheitsbehörden in Vorbereitung?“

Nicht nur der Polizei, sondern auch Frank Kulik, stellvertretender Bürgermeister in Spremberg, ist der Termin bekannt. „Welches Ausmaß die Aktionen diesmal haben werden, ist noch nicht abzuschätzen“, erklärt Kulik. „Aber wir stimmen uns mit den anderen betroffenen Kommunen ab, um im Fall eines Falls handlungsfähig zu sein.“ Erfahrungen mit solchen Aktionen werden immer mehr gesammelt. Die strafrechtliche Relevanz sei ausschlagebend. Die Leag als Bergbaubetreiber – 2016 war das noch der schwedische Konzern Vattenfall – sei eingebunden. Sicherheitskräfte werden präsent sein, versichert Kulik.

Dass es erste Gespräche gab, bestätigt auch Polizeisprecher Torsten Wendt. „Und es wird weitere Gespräche geben. Mit den Kommunen und mit dem Landkreis Spree-Neiße“, so Wendt. Wie der Polizeisprecher ruft auch Kulik zu besonnenem Handeln auf. Vor allem solle sich an diesem Wochenende niemand provozieren lassen – schon gar nicht zur Selbstjustiz. Sich sachlich mit den Themen beschäftigen, dazu rät Kulik.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 26. Oktober 2019

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de