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Neuer Verein in Mitteldeutschland kritisiert zu schnellen Kohleausstieg

In den energiepolitischen Debatten führen zumeist diejenigen das Wort, denen es mit den Ausstiegen nicht schnell genug gehen kann. Der Osten ist mit solchen Forderungen deutlich zurückhaltender. In Sachsen-Anhalt hat sich jetzt ein Verein gegründet, der explizit vor dem für 2038 geplanten Kohleausstieg warnt. Ein derart früher Ausstieg gefährde die Versorgungssicherheit und bedrohe die regionale Wirtschaftsentwicklung.

Eine neue Initiative hat in Halle vor dem für 2038 in Deutschland geplanten Kohleausstieg gewarnt. Das Ende der Braunkohleförderung gefährde die Versorgung mit Energie, sagte der Vereinsvorsitzende und frühere FDP-Landtagsabgeordnete Uwe Schrader bei der Vorstellung des Vereins „EnergieVernunft Mitteldeutschland“ in Halle. Zudem würden Arbeitsplätze in der Region wegfallen, Strompreise steigen und regionale Firmen ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren, hieß es von den anwesenden Gründungsmitgliedern.

Die Initiative forderte die Politik zu alternativen Überlegungen auf. Statt moderne Kohlekraftwerke in Deutschland abzuschalten, sei es sinnvoller veraltete Anlagen etwa in China und Indien mit den hierzulande für den Strukturwandel vorgesehenen Fördermitteln aufzurüsten und klimafreundlicher zu machen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Thomas Brockmeier, per Videoschalte.

Zu den Mitbegründern des Vereins gehört auch Andy Haugk (parteilos), Bürgermeister von Hohenmölsen. „Wir sagen nicht Nein zu erneuerbaren Energien. Mit unserer Arbeit wollen wir aber die Frage aufstellen, ob wir mit dem Kohleausstieg denn wirklich alles richtig machen“, so Haugk. Der Hohenmölsener Verwaltungschef will mit seiner Arbeit in der Initiative für die Menschen im mitteldeutschen Revier sprechen und die Betroffenheit der Region darstellen.

Viele Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel. „Tagtäglich verrichten die Blaumänner eine schwere Arbeit für eine sichere Energieversorgung in unserem Land. Diese Menschen brauchen die Zuversicht, dass wir ihre Arbeitsplätze nicht für einen nationalen Alleingang ohne spürbare Auswirkung auf unser Klima opfern“, erklärte Haugk.

Der Verein wurde von Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft gegründet. Unter anderem gehören der ehemalige Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Horst Rehberger (FDP), sowie der frühere Geschäftsführer der Mibrag, Bernd-Uwe Haase, zu den Gründungsmitgliedern.

Quellen: Mitteldeutsche Zeitung vom 3. April 2019, n-tv.de vom 2. April 2019

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