tl_files/Aktuelles/rwe.jpg

Norwegens Ölfonds schmeißt RWE wegen der Kohle aus dem Portfolio

Mit den sprudelnden Einnahmen aus dem Geschäft mit fossilen Energieträgern konnte Norwegen den größten Staatsfonds der Welt aufbauen. Jetzt sagt sich dieser norwegische Ölfonds von anderen fossilen Playern los. So hat der Fonds unter anderem seine Anteile am deutschen Energieversorger RWE veräußert. RWE zeigt sich von dieser Entscheidung enttäuscht und übt Kritik.

Nach einer Überprüfung der produktbasierten Kohlekriterien schließe man RWE ebenso wie die Konzerne Sasol, Glencore , AGL Energy und Anglo American wegen des Gebrauchs und der Produktion von Kohle vom Fonds aus, teilte die norwegische Zentralbank mit. Ende 2019 hielt der Fonds nach Angaben der zuständigen Abteilung der Zentralbank noch einen Anteil von 0,6 Prozent an RWE. Der Wert des Anteils betrug demnach 114 Millionen US-Dollar.

Vier weitere Unternehmen, darunter der hinter dem umstrittenen Steinkohlekraftwerk Datteln 4 stehende deutsche Versorger Uniper, stünden aufgrund derselben im September 2019 in Kraft getretenen Richtlinien von nun an unter Beobachtung. Laut der Nachrichtenagentur Reuters ist es das erste Mal, dass die Anti-Kohle-Maßnahmen angewendet würden. Der Fonds verkaufe Anteile immer, bevor er die entsprechenden Änderungen in seinem Portfolio kommuniziere, um große Marktbewegungen zu verhindern.

RWE kritisierte die Entscheidung scharf. „Ich bin persönlich enttäuscht“, sagte Finanzvorstand Markus Krebber. „Man sollte ein Unternehmen nicht danach bewerten, wo es herkommt, sondern wo es hinwill.“ Den eingeschlagenen Transformationskurs habe RWE dem Staatsfonds in mehreren Gesprächen dargelegt. Daher sei die Entscheidung nicht nachvollziehbar. Nachahmer erwartet RWE nicht, heißt es im Handelsblatt.

Norwegens Ölfonds fungiert als Versicherung für künftige Generationen, wenn nicht mehr nach Öl gebohrt werden kann. Sein Vermögen beläuft sich auf knapp eine Billion US-Dollar. Er wird mit den Einnahmen aus der norwegischen Öl- und Gasförderung gefüttert und von der Zentralbank im Auftrag des Finanzministeriums verwaltet.

Quellen: Manager Magazin vom 13. Mai 2020, Handelsblatt vom 14. Mai 2020

Zurück    Zum Seitenanfang

 

Unsere Themen. Ihre Erkenntnis

Lausitz, Braunkohle, Verstromung, CO2-Emmission, Tagebau, Kraftwerk, Energiesystem, Energiewende, Rekultivierung, Umsiedlung, Grundlast, Energiemix, EEG, Erneuerbare Energien, Aufforstung, Sozialverträglichkeit, Wertschöpfung, Technologie, Energieregion, Jänschwalde, LEAG, Strukturwandel, Rohstoff, Renaturierung, Klimawandel, Seenland, Lausitzer Braunkohle, Grüne Liga, Greenpeace, Klimakiller, Heimatverlust, Welzow-Süd

www.pro-lausitz.dePRO LAUSITZER BRAUNKOHLEwww.pro-lausitz.de