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Stahlbranche warnt vor Risiken des Kohleausstiegs

Mit den jüngsten Engpässen im deutschen Stromnetz ist die Frage der Versorgungssicherheit wieder etwas stärker ins öffentliche Bewusstsein gedrungen. Insbesondere energieintensive Industrien reagieren höchst sensibel auf auch nur kleinste Unterbrechungen. Angesichts der augenblicklichen Entwicklung und des geplanten Kohleausstiegs hat die Stahlbranche vor den Risiken für die Schwerindustrie gewarnt.

„Vor dem Hintergrund des Kohleausstiegs drohen für die Stahlunternehmen in Deutschland erhebliche Risiken für die Versorgungsstabilität und Kosten durch Transportengpässe“, sagte der Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl, Hans Jürgen Kerkhoff, der Nachrichtenagentur Reuters. Bezahlbarer und jederzeit verlässlich verfügbarer Strom sei ein maßgeblicher Faktor für die Stahlproduktion. „Es ist nun Aufgabe der Regierungen in Bund und Ländern, Mittel und Wege zu finden, um eine stabile Stromversorgung für den Industriestandort Deutschland zu gewährleisten.“

An drei Tagen im Juni hatten die Übertragungsnetzbetreiber zusätzlich zu der von ihnen für Schwankungen im Netz vorgehaltenen Regelleistung am Markt Strom zukaufen müssen. Dies hatte die Diskussion um die Versorgungssicherheit angefacht.

Die Bundesregierung hatte zuvor den weiteren Fahrplan für ein Gesetz zum Kohleausstieg vorgelegt. „Die Netz- und Versorgungssicherheit ist und war gewährleistet“, hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) betont. Es habe auch ausreichend Erzeugungskapazität zur Verfügung gestanden. Dies sei auch weiterhin der Fall.

Hintergrund ist, dass sich die Kommission Wachstum Strukturwandel und Beschäftigung Anfang des Jahres auf einen Kohleausstieg bis spätestens 2038 verständigt hatte. Bis 2022 soll die Kohleverstromung demnach auf 30 Gigawatt sinken – je 15 Gigawatt bei  Braun- und Steinkohle. Bis 2030 sollen es dann 17 Gigawatt sein, neun Gigawatt Braun- und 8 Gigawatt Steinkohle.

Derzeit sind es noch rund 41 Gigawatt, die mit der Verbrennung von Kohle erzeugt werden. 2018 war das gut ein Drittel der deutschen Stromerzeugung.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, faz.net, vom 4. Juli 2019

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