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Steigende Netzentgelte treiben 2020 Strompreis weiter in die Höhe

Auch wenn sich die Nachrichten wie dauernde Wiederholungen anhören, sind es doch immer neue Fakten.
Die deutsche Energiewende spielt weiter in zwei Welten: hier die politische, in der Fortschritte, Innovationen und der Stopp weiterer Belastungen versprochen werden, dort die tatsächliche, in der die Kosten steigen und die Verbraucher dafür zur Kasse gebeten werden. In letzterer kündigten jetzt die Netzbetreiber steigende Netzentgelte für 2020 an. Erforderlich werde dies durch erhöhte Notfallreserven und hohe Investitionen.

Die Netzentgelte des ostdeutschen Übertragungsnetzbetreibers 50 Hertz sollen im kommenden Jahr um voraussichtlich sieben Prozent im Vergleich zu 2019 steigen. Das teilte das Unternehmen in Berlin mit. Als Gründe nannte Firmensprecher Volker Kamm unter anderem die Kosten für die gesetzlich vorgeschriebene Vorhaltung von Reserveleistung. So würden die Kapazitätsreserven und Sicherheitsbereitschaft von Braunkohlekraftwerken aktuell Millionen verschlingen. Ein weiterer Grund seien hohe Investitionen in den Netzausbau.

Doch genau diese Investitionen sollten eigentlich helfen, um die Netzentgelte senken zu können, hatten die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber in der Vergangenheit stets versprochen. Im Prinzip funktioniere das auch, erklärt 50 Hertz-Sprecher Kamm. So hätten neue Stromleitungen wie die Thüringer Strombrücke von Vieselbach bei Erfurt bis zur bayerischen Landesgrenze bei Schalkau im Landkreis Sonneberg bei 50 Hertz zu signifikanten Einsparungen bei den Kosten für das Engpassmanagement geführt. So erwarte 50 Hertz bei den Eingriffen in die konventionelle Erzeugung, also dem Abregeln von Kohlekraftwerken und dem Einsenken von erneuerbaren Erzeugungsanlagen, dem Einspeisemanagement, sinkende Kosten von geschätzt rund 100 Millionen Euro. Dies sei in der Kalkulation für 2020 berücksichtigt, werde aber von den anderen Kostenblöcken aufgefressen. Die endgültige Höhe der Netzentgelte muss durch die Bundesnetzagentur genehmigt werden.

Die Steigerung der Netzentgelte wirkt sich nach Berechnungen von 50 Hertz bei einem privaten Haushaltskunden mit etwa drei Euro pro Jahr aus. Für einen ans Höchstspannungsnetz angeschlossenen Industriekunden, von denen es in Ostdeutschland nur wenige gibt, mit jährlich rund 4000 Benutzungsstunden und einer Leistung von 100 Megawatt läge die Mehrbelastung bei etwa 600 000 Euro.

Dirk Biermann, Geschäftsführer Märkte und Systembetrieb bei 50 Hertz, erklärte, „dass wir bei 50 Hertz nach jetzigem Stand erneut sinkende Kosten für das Engpassmanagement verzeichnen können, zeigt eindrücklich, dass Netzausbau nicht nur notwendig ist für die sichere Integration von immer mehr erneuerbaren Energien ins Netz, sondern zudem kostendämpfend auf die Netzentgelte wirkt“. Das Unternehmen werde auch in Zukunft alles tun, um die Kosten für das Engpassmanagement weiter zu verringern.

Die Erhöhung der Netzentgelte für 2020 verläuft bundesweit unterschiedlich. Während Tennet in seinem Netzgebiet die Entgelte im Wesentlichen stabil halten und ausschließlich für Großkunden mit Direktanschlüssen erhöhen will, kündigt Transnet BW eine Erhöhung um rund 15 Prozent an. Auch der vierte Übertragungsnetzbetreiber Amprion weist auf eine Neukalkulation der Netzentgelte hin, allerdings ohne zum jetzigen Zeitpunkt schon eine konkrete Entwicklung zu benennen.  

Quellen: Märkische Oderzeitung vom 2. Oktober 2019, insuedthüringen.de vom 2. Oktober 2019, iwr.de vom 2. Oktober 2019

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