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Umweltauflagen treiben Polen von der Kohle zur Atomkraft

Polen nutzt zur Sicherung seiner Energieversorgung in besonderer Weise Kohle. Etwa 90 Prozent des Energiebedarfs werden durch die Kohle gedeckt. Nicht zuletzt strenge Umweltauflagen und die klimapolitische Debatte machen jedoch die weitere Nutzung der Kohle auch in Polen zum Thema. Die eigene Unabhängigkeit spielt für das Nachbarland eine große Rolle. Daher setzt Polen nun verstärkt auf die Kernenergie.

Polen treibt derzeit drei große Kohlekraft-Projekte voran. Der Energieminister des Landes kündigte an, dass dies möglicherweise die letzten Investments in Kohle seien und Polen sich zukünftig auf Atomenergie fokussieren könnte.

Minister Krzysztof Tchórzewski erklärte während des Krynica-Zdrój Wirtschaftsforums in Südpolen, dass keine Investitionen in Kohlekraft über die drei aktuellen Projekte hinaus geplant sind. Trotzdem müsse Polen weiterhin viel in seine Energie-Infrastruktur investieren. So könnte das osteuropäische Land zum Ende des nächsten Jahrzehnts sein erstes Atomkraftwerk eröffnen.

Warschaus Atom-Pläne waren zuerst im Jahr 2009 angekündigt worden, wurden dann aber aufgrund niedriger Energiepreise und negativer Reaktionen der Bevölkerung nach Fukushima zunächst auf Eis gelegt. Nachdem die Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) die Parlamentswahlen 2015 gewonnen hatten, holte das Kabinett von Premierministerin Beata Szydło die Pläne wieder aus der Schublade und kündigte an, innerhalb der nächsten zehn Jahre ein Atomkraftwerk ans Netz zu bringen.

Jetzt verriet Energieminister Tchórzewski einige Details: „Wir wollen insgesamt drei [Atomkraftwerke] bauen, in einem Abstand von fünf Jahren. Das erste soll 2029 fertig sein.“ Die Kosten lägen bei fast sechs Milliarden Euro.

Damit weicht die Regierung von ihrer vorherigen Haltung ab: Bisher hatten sowohl Premierministerin Szydło als auch Präsident Andrzej Duda öffentlich erklärt, Polen habe genug Kohle für zwei weitere Jahrzehnte. Etwa 90 Prozent des polnischen Energiebedarfs werden durch Kohlekraft bedient.

Allerdings warnen Experten seit Jahren, dass die verbleibenden Ressourcen in den Kohlerevieren in Schlesien schon bald aufgebraucht sein könnten und dass sich der Bergbausektor auf höhere Kosten für den bisher billigen Energieträger einrichten muss.

Ein weiteres Problem für Warschau ist die Finanzierung des Betriebs der großen Kohlekraftwerke geworden. So muss die Energie-Holdinggesellschaft Tauron beispielsweise viel Geld für die Modernisierung seiner alten Kraftwerke aufwenden – aufgrund umweltpolitischer Verpflichtungen der Regierung sind die Investitionsmöglichkeiten für das Unternehmen jedoch begrenzt. Andere staatsgeführt Energiefirmen haben ähnliche Probleme.

Quelle: www.euractiv.de vom 11. September 2017

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