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Umweltverbände wollen 16 Gigawatt Kohle bis 2022 vom Netz nehmen

Erst fünf, dann sieben, dann neun – jetzt sind es 16 Gigawatt Leistung aus Kohlekraftwerken, die die Umweltverbände in wenigen Jahren in Deutschland stilllegen wollen. Die Zwangsabschaltungen sollen bis 2022 vorgenommen werden. Das sieht ein neuer Entwurf der in der Kommission Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung vertretenen Verbände Greenpeace, Deutscher Naturschutzring DNR und BUND vor.

Bereits bis 2020 sollen einem Entwurf für das entsprechende Kapitel im Kommissionsbericht zufolge 7,5 Gigawatt Braunkohle zusätzlich in die Reserve gehen, also nur noch zur Sicherheit bereitstehen. Zudem soll die Kommission nach dem Willen der Verbände empfehlen, 8,6 Gigawatt alter Steinkohlekraftwerke, die bis 1990 in Betrieb gingen und teils ohnehin vom Netz gehen dürften, bis 2022 stillzulegen.

Der Entwurf der drei Verbände liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Kommission, in der auch Vertreter der Energiewirtschaft, der Arbeitnehmer und der betroffenen Regionen sitzen, soll einen Ausstiegspfad aus der Kohlestrom-Gewinnung aufzeigen und Sofortmaßnahmen vorschlagen, damit Deutschland sein Klimaschutz-Ziel für 2020 – 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 – möglichst schnell erreicht. Auf dieses Ziel beziehen sich die Vorschläge der Umweltverbände.

Weil die Anlagen im Rheinischen Revier im Schnitt deutlich älter seien als in den anderen Kohleregionen, soll die Kommission nach dem Willen der Umweltschützer empfehlen, „in einem ersten Schritt prioritär Braunkohlekraftwerke im Rheinland klimapolitisch in den Blick zu nehmen“. Um gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen, sollen keine Dörfer mehr den Tagebau mehr umgesiedelt und abgerissen werden und der erhaltene Rest des Hambacher Forsts stehen bleiben.

Quelle: Handelsblatt vom 9. November 2018

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