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Weltklimarat unterschätzt Klimaschädlichkeit der Landwirtschaft

Wer immer nur blind gegen die Kohle anrennt, ist energie- und klimapolitisch auf dem Holzweg. Die Energiewirtschaft ist in Deutschland der einzige Sektor, der seine Emissionen drastisch reduziert hat und weiter reduziert. Andere Sektoren sind längst nicht so weit. Die starke Düngung landwirtschaftlicher Nutzflächen beispielsweise schadet auch dem Klima. Und das laut einer neuen Studie sogar viel stärker als bisher angenommen.

Die Liste klimaschädlicher Gase geht weit über das Kohledioxid hinaus. Sie umfasst beispielsweise auch Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKWs). Derzeit bereitet Forschern vor allem Lachgas (N2O) große Sorgen.

Laut einer Studie im „Fachmagazin Nature Climate Change“ gelangt es durch die Landwirtschaft in deutlich größeren Mengen in die Atmosphäre als bislang gedacht.
Das liegt vor allem am übermäßigen Einsatz von Stickstoffdünger. Wird Stickstoff (N) nicht von Pflanzen aufgenommen, kann daraus im Boden Lachgas entstehen, das in die Atmosphäre entweicht. Lachgas ist ein 300 Mal stärker wirkendes Treibhausgas als Kohlendioxid und trägt sechs bis sieben Prozent zum weltweiten Treibhauseffekt bei. Außerdem greift der Stoff die Ozonschicht an.

Forscher um Rona Louise Thompson vom norwegischen Institut für Luftforschung (NILU) haben nun Daten eines weltweiten Treibhausgas-Messnetzwerks ausgewertet. Sie überprüften, wie sich die Lachgaskonzentrationen in der Atmosphäre von 1998 bis 2016 entwickelt haben. Ergebnis: Seit Beginn der Industrialisierung nahm der Gehalt in der Atmosphäre von 290 Teilchen pro Milliarde Luftmoleküle (ppb) auf 330 ppb im Jahr 2017 zu.
Vor allem in den vergangenen 20 Jahren stieg die N2O-Konzentration stark an. Im Zeitraum von 2000 bis 2005 lagen die Emissionen noch bei 16,3 Millionen Tonnen Stickstoff in Form von Lachgas im Jahr. Von 2010 bis 2015 erreichte der Wert 17,9 Millionen Tonnen jährlich. Besonders stark hätten die Emissionen seit 2009 zugenommen, so die Forscher.

Um den Einfluss der Düngung auf den wachsenden Lachgas-Gehalt in der Atmosphäre zu ermitteln, rechneten die Forscher andere mögliche Lachgas-Quellen aus ihren Daten heraus, darunter die Industrie. Demnach entwich zuletzt etwa 2,3 Prozent des eingesetzten Stickstoffs aus Dünger als Lachgas in die Atmosphäre.

Der Weltklimarat IPCC rechnet in seinen Berichten mit einem Wert von 1,4 Prozent - und hat die N2O-Emissionen aus Böden damit zumindest in den vergangenen Jahren deutlich unterschätzt.

Besonders großen Einfluss auf den steigenden Lachgas-Gehalt in der Atmosphäre hat laut Studie die Landwirtschaft in Ostasien und Südamerika. Vor allem China trägt demnach zu den steigenden Emissionen bei. Aber auch in Indien, Nepal, Bangladesch und Brasilien ist der N2O-Ausstoß aus Böden gewachsen. Gleichzeitig seien dort große Mengen Dünger eingesetzt worden, so die Forscher.

Quelle: Spiegel Online vom 20. November 2019

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