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Wie Bergleute und Kraftwerker Energieversorgung auch in Krisenzeiten sichern

In Krisenzeiten zeigt sich, was wirklich wichtig ist. Allerorts stehen im Corona-Ausnahme-zustand solche Sätze geschrieben. Zu Recht werden dann das Krankenhauspersonal, Pflegekräfte und Beschäftigte in Lebensmittelmärkten genannt. Zunehmend rücken auch die Menschen in den Blick, die in Krisenzeiten die Energieversorgung sichern. Notfallpläne in der Strombranche verlangen den Belegschaften Vieles ab.

„Wir wissen, dass wir jetzt noch stärker als sonst verantwortlich dafür sind, dass die Versorgungssicherheit aufrecht erhalten bleibt“, betont der Lausitzer Energieversorger LEAG. Weder Kohleförderung noch Stromerzeugung könnten aus dem Homeoffice erledigt werden, sagte LEAG-Sprecher Thoralf Schirmer. Kollegen müssten in den Tagebauen und Kraftwerken vor Ort sein und dürften nach Möglichkeit nicht krank werden. Deshalb sei die wichtigste Aufgabe des Unternehmens, dass das Corona-Virus nicht in die betrieblichen Anlagen komme.

In einem Blog schildert der ostdeutsche Braunkohle-Konzern, wie er sich für die Pandemie wappnet. In allen Kraftwerken und Tagebauen hat das Unternehmen Notunterkünfte für den Fall eingerichtet, dass zwei Schichten im Kraftwerk bleiben müssen, um die Stromversorgung zu sichern. In Jänschwalde etwa stehen dafür 90 Betten, in Schwarze Pumpe 40 Betten, in Boxberg 80 Betten. Zusätzlich stehen für die Kumpel Notfallpakete bereit unter anderem mit Duschgel, Einweg-Rasierern und Zahnpasta.

Um auch beim Auftreten vermehrter Infektionsfälle innerhalb der Belegschaft eine ununterbrochene Versorgung Kraftwerke aus den benachbarten Tagebauen sicherzustellen, hat der unternehmenseigene Eisenbahnbetrieb die Fahrdienstleitung auf kleinere, voneinander getrennte Gruppen in den Stellwerken dezentralisiert.

Da in diesen Zeiten Desinfektionsmittel schwer zu bekommen sind, hat die LEAG begonnen, Handdesinfektionsmittel selbst herzustellen. So lieferte das Industrieunternehmen Südzucker Zeitz mit Unterstützung der Tochter TSS-Logistik Bio-Ethanol an die LEAG. Die Werkfeuerwehr stellt nun nach den Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation WHO Handdesinfektionsmittel her, das an die Lausitzer Standorte des Unternehmens und das Kraftwerk Lippendorf geliefert wird.

Ein weiteres Beispiel: An allen Tagebauen wird dafür gesorgt, die Transporte zur Schicht so gut wie möglich zu entzerren. Das heißt: mehr Fahrzeuge kommen zum Einsatz, die kleinere Gruppen zum Arbeitsort befördern, so dass jeder zum anderen den Mindestabstand einhalten kann. Alle Mitarbeiter der LEAG sind zudem aufgefordert, bereits auf dem Weg zur Arbeit mögliche Ansteckungsrisiken durch Fahrgemeinschaften auszuschließen.

Die gesamte Branche habe „im Rahmen ihres Krisen- und Notfallmanagements Prozesse aufgesetzt, die auch im Fall der Corona-Pandemie greifen“, bestätigt Kerstin Andreae, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft. So bereiten andere deutsche Energieversorger die Quarantäne von Mitarbeitern vor. Der Essener Energiekonzern E.on hat in der Nähe der Netzleitstellen Unterkünfte eingerichtet, in denen Mitarbeiter auch für längere Zeit unterkommen können. E.on-Chef Johannes Teyssen sprach bei der jüngsten Bilanz-Pressekonferenz offen über die Pläne: „Wir sind dazu übergegangen, Gruppen von systemkritisch notwendigen Mitarbeitern sogar unter kasernierungsartigen Lösungen leben und arbeiten zu lassen. Das ist eine Zumutung. Sie ist erforderlich.“

Quellen: Sächsische Zeitung vom 30. März 2020, Die Zeit, zeit.de, vom 30. März 2020,

LEAG-Blog unter https://www.leag.de/de/blog/artikel/fuer-sichere-energieversorgung-corona-muss-draussen-bleiben/

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