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Windräder müssen wegen Missachtung des Artenschutzes vom Netz

Für eine erfolgreiche Energiewende gilt der weitere Ausbau der Windenergie in Deutschland für viele als Notwendigkeit. Dennoch gibt es immer wieder Streit. Rahmenbedingungen werden kritisiert. Ausschreibungen sind unterzeichnet. Projekte werden regelmäßig beklagt. Interessanterweise sind es immer wieder auch Naturschützer, die gegen die Windenergie vorgehen. Das zeigt ein aktueller Konflikt im Saarland um Windkraft und Artenschutz.

Der Naturschutzbund (Nabu) im Saarland wirft der Windenergiebranche mangelnde Sensibilität beim Artenschutz vor. Mehr als ein Drittel der überprüften Anlagen halte sich nicht an die Auflagen. Zuletzt kritisierte der Bundesverband WindEnergie (BWE) Saar die Entscheidung mehrere Anlagen vorübergehend abzuschalten.

Umweltminister Reinhold Jost hatte Ende April beschlossen, 27 Windkraftanlagen im Saarland zum Schutz des Rotmilans stillzulegen. Die Branche kritisierte die Entscheidung und forderte eine pauschale Lockerung von Artenschutzauflagen in Bezug zum Rotmilan. Es würden mehr Vögel durch den Klimawandel sterben als durch Windenergieanlagen.

Der Nabu wiederum verurteilt nun die Haltung des BWE. Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz habe Windenergieanlagen im Saarland überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass sich ein wesentlicher Teil der Branche nicht an die Regeln zum Schutz des Rotmilans hält.

Diese sehen vor, dass der Bereich um die Anlagen ausreichend bewachsen ist. Durch die Trockenheit allerdings sind die Raps- und Wintergetreidefelder um die Windräder nicht dicht und hoch genug. Sie sollen verhindern, dass der Greifvogel im Umkreis der Anlagen auf die Jagd geht.

Bereits 2017 habe es in Schmelz ein Rotmilan-Schlagopfer gegeben. Bei Kontrollen im Nachgang wurde festgestellt, dass die Windenergiebetreiber die Umweltschutzauflagen ignorierten. Schon damals mussten Anlagen tagsüber in erheblichem Umfang vorübergehend stillgelegt werden.

Das Problem: Im Nordostsaarland wurden in der Vergangenheit Windenergiestandorte konzentriert. Der Landesplanung war nicht bewusst, dass es sich hier um ein Rotmilan-Dichtezentrum handelt. Für eine Genehmigung der neueren Anlagen sei die Einhaltung der Auflagen darum besonders wichtig. Allerdings bestehen für die älteren Standorte keine Artenschutzauflagen.

Neuere Monitoring-Ergebnisse deuteten darauf hin, dass die hohe Anlagendichte zu einem verminderten Bruterfolg des Rotmilans führt. Das EU-Artenschutzrecht aber sieht vor, dass für den Vogel langfristig ein günstiger Erhaltungszustand der Populationen sichergestellt wird. Daher fordert der Nabu auch die Altanlagen mit entsprechenden Artenschutzauflagen nachzurüsten.
Die Fehler dürften zudem nicht im Bliesgau als zweites Dichtezentrum wiederholt werden. Der Nabu setzte sich von Anbeginn dafür ein, dass hier keine Windenergieanlagen errichtet werden.

Quelle: sol.de (Nachrichten aus dem Saarland) vom 4. Mai 2020

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