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Wissenschaftler sehen in Wäldern riesiges Potenzial für die Minderung von CO2

Wissenschaftler der ETH Zürich haben die Debatte um den Schutz unseres Klimas um eine interessante Komponente erweitert: die Aufforstung. Ihren Studien zufolge könnten Wälder zwei Drittel aller CO2-Emissionen ausgleichen. Das Aufforstungsprogramm wäre in der Tat gigantisch. Die Flächen aber sind weltweit vorhanden.

Es ist eher selten, dass ein Wissenschaftler seine Arbeit auf der Bundespressekonferenz vorstellt. Statt Forschern, verkünden dort meist Politiker neue Vorhaben oder rechtfertigen sich vor Journalisten. Doch dieses Mal sitzt neben Entwicklungshilfeminister Gerd Müller auch ein Forscher auf dem Podium: Der Ökologe Jean-Francoise Bastin hat untersucht, welches Potenzial Aufforstung hat, um die Klimakrise einzudämmen und kommt zu einem erstaunlichen Ergebnis.

Gemeinsam mit Thomas Crowther von der ETH Zürich und weiteren Kollegen hat Bastin Satellitendaten ausgewertet. Diese verraten, wo auf der Erde Platz für neue Bäume wäre und wie viel Kohlendioxidmenge diese speichern könnten. „Wir haben Städte und landwirtschaftliche Flächen ausgeschlossen. Denn diese Gebiete braucht der Mensch anderweitig“, so Bastin.

Trotzdem blieben noch riesige Flächen für die Aufforstung. Der Studie zufolge könnten bei derzeitigen Klima theoretisch 4400 Millionen Hektar Wald auf der Erde stehen. 900 Millionen Hektar davon würden weder für die Landwirtschaft noch für menschliche Siedlungen benötigt: Damit stünde ein Gebiet von der Größe der USA für Wald zur Verfügung.

Seien diese Wälder einmal herangewachsen, könnten sie 205 Milliarden Tonnen Kohlenstoff speichern, schreiben die Forscher im Fachmagazin „Science“. Das entspricht rund zwei Dritteln der 300 Milliarden Tonnen Kohlenstoff, die der Mensch seit der industriellen Revolution in die Atmosphäre gebracht hat. Allerdings würde es je nach Waldtyp 30 bis 60 Jahre dauern, bis diese Menge erreicht wäre – teilweise sogar noch länger.

Die Studie zeigt, in welchen Regionen neue Wälder am besten gepflanzt werden könnten. Wo heute Savannenklima herrsche, sei das Potential gering, so Bastin. In anderen, beispielsweise tropischen Regionen seien hingegen dichte Wälder möglich, in denen Bäume 90 bis 100 Prozent der Fläche bedecken. „Es geht nicht darum, die Wüste mit dichtem Wald zu bepflanzen“, erklärt er.

Die größten Potentiale entfallen demnach auf nur ein halbes Dutzend Staaten, dort vereint sich mehr als die Hälfte des Aufforstungspotentials. Platz eins belegt demnach Russland mit 151 Millionen Hektar, es folgen die USA mit 103 Millionen Hektar, Kanada mit einer Fläche von gut 78 Millionen Hektar, Australien mit 58 Millionen Hektar und Brasilien mit knapp 50 Millionen Hektar. China belegt mit 40 Millionen Hektar den sechsten Platz.

Quelle: Spiegel Online vom 4. Juli 2019

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