Kohlegegner richten Protest gegen Grünen-Parteizentrale

Kohle vor Parteizentralen zu kippen, ist Grünen als Aktionsform nicht fremd. Neu allerdings ist, dass es ihre Parteizentrale ist, die ins Visier der Kohlegegner gerät. Kurz vor dem Start der von den Grünen mitgetragenen Räumung des Ortes Lützenrath für den Tagebau Garzweiler landeten 250 Kilogramm Braunkohle-Briketts vor ihrer Parteizentrale in Düsseldorf. Ein Gesprächsangebot der Grünen an die Protestler wurde ausgeschlagen.

Aus Protest gegen die Haltung der Grünen zur Räumung des Dorfes Lützerath hat ein Düsseldorfer Bündnis 250 Kilo Braunkohle-Briketts vor der nordrhein-westfälischen Parteizentrale abgeladen, berichteten mehrere Medien übereinstimmend. Wir wollten den Grünen den Spiegel vorhalten, dass sie nicht mehr die Partei der Klimaschützer sind, sondern die Kohle-Partei, sagte ein Sprecher des Bündnisses. Es setzt sich zusammen aus diversen Düsseldorfer Organisationen, neben Klimaschützern auch soziale Initiativen.

Der Protest sei friedlich verlaufen, berichteten beide Seiten auf Anfrage. Der Zugang zur Parteizentrale sei ebenso wie Fußgängerweg und Straße passierbar geblieben. Die Grünen sprachen von 60 Demonstrierenden, die Initiatoren von bis zu 100. Ein Gesprächsangebot des Landesparteivorsitzenden Tim Achtermeyer sei nicht angenommen worden, die Grünen seien aber weiter dazu bereit, sagte ein Sprecher.

Auf den Protest-Plakaten stand unter anderem: Im Wahlkampf den Klimaschutz plakatieren. Nach der Wahl mit RWE paktieren!, Geht's noch, Grüne? oder auch Das ist keine Anpassung an neue Gegebenheiten. Das ist Wahlbetrug. Mit einem Holzkreuz wurden symbolisch Grüne Ideale zu Grabe getragen.

Der Energiekonzern RWE will Lützerath abreißen, um Kohle abzubaggern. Das ist vor allem für die in Bund und Land mitregierenden Grünen ein politischer Balance-Akt. Die besonders von den Klimaschützern in die Zange genommene NRW-Energieministerin Mona Neubaur (Grüne) hat mehrfach erklärt: Die Ortslage Lützerath befindet sich im Eigentum RWEs, das haben Gerichte letztinstanzlich entschieden und muss in einem Rechtsstaat akzeptiert werden.

Quellen: rtl.de vom 11. Januar 2023, antenneunna.de vom 10. Januar 2023, handelsbaltt.com vom 10. Januar 2023

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