Kohlegegner rüsten sich im rheinischen Revier für Kampf um Lützerath

So unterschiedlich können Sorgen sein: Während sich unzählige Mittelständler um ihre Beschäftigten und den Erhalt ihrer Firmen sorgen, sorgen sich Kohlegegner um das Klima und den Erhalt des Ortes Lützerath – und kündigen harte Kämpfe an. Auch in der Ampelkoalition werden die unterschiedlichen Perspektiven immer sichtbarer. Die Grünen beharren auf den Kohleausstieg 2030, die FDP benennt das zunehmend offen als Illusion.

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future in NRW erwartet, dass Tausende Menschen den rheinischen Braunkohleort Lützerath im Herbst „mit ihrem Körper verteidigen werden“, heißt es auf dem Nachrichtenportal finanznachrichten.de. Diesen Protest werde ihre Organisation unterstützen, habe die Sprecherin von Fridays for Future in NRW, Pauline Brünger, angekündigt. Ihrer Ansicht nach sei es „absoluter klimapolitischer Wahnsinn“, nach so einem Sommer mit zu glauben, man könnte ein weiteres Dorf der Braunkohle opfern, erklärte Brünger.

Gefordert ist nach Ansicht der Braunkohlegegner die Politik. Die schwarz-grüne Landesregierung müsse nun eine Lösung finden. Ansonsten werde Fridays for Future zu „vielfältigen“ Protesten aufrufen. Einige Aktivisten von Fridays for Future würden sich auch in Zukunft an Blockaden und Besetzungen beteiligen, sagte Brünger weiter. Es liege in der Verantwortung der NRW-Landesregierung, das Fiasko eines zweiten Hambacher Forsts zu verhindern.

Lützerath ist zum Symbol der Klimaschutzbewegung geworden. Der Ort im Rheinischen Revier ist inzwischen nahezu verlassen; allerdings halten Aktivisten dort seit Monaten Mahnwachen ab. Der Konzern RWE will die Braunkohle im Boden unter dem Ort abbaggern und damit im Oktober beginnen.

Unterdessen streiten nach Angeben der Berliner Morgenpost Grüne und FDP in der Ampel-Regierung um das Vorziehen des Kohleausstiegs idealerweise auf 2030. Grünen-Chefin Ricarda Lang beharre trotz Energiekrise und Warnungen vor einem Blackout auf den Ausstieg bis 2030, heißt es in dem Blatt. Erhebliche Zweifel meldete dagegen FDP-Generalsekretär Bijan Djir-Sarai an und warnte davor, „in der aktuellen Situation das Wollen vor das Können zu setzen“.

Quellen: Finanznachrichten.de vom 11. September 2022, morgenpost.de vom 11. September 2022
Foto: Fridays_For_Future_Dresden_Ralf_Lotys_Sicherlic

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